Bau- und Immobilienwirtschaft

Die Bau- und Immobilienwirtschaft ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor für unsere Region und weit darüber hinaus. Als IHK Gießen-Friedberg begleiten wir die Branche mit Informationen, Vernetzungsangeboten und Interessenvertretung.

Arbeitskreis Immobilienwirtschaft der IHK Gießen-Friedberg

Die IHK Gießen-Friedberg verfügt über einen Arbeitskreis Immobilienwirtschaft, in dem Vertreterinnen und Vertreter aus der gesamten immobilienwirtschaftlichen Wertschöpfungskette zusammenkommen – von der Planung über das Bauen, Vermarkten und Verwalten bis hin zur kommunalen Wirtschaftsförderung. Im gemeinsamen Austausch werden Herausforderungen identifiziert, konstruktive Lösungen erarbeitet und Empfehlungen sowohl an Unternehmen als auch an die Verwaltung gerichtet.
Weitere Informationen zum Arbeitskreis werden derzeit zusammengestellt und in Kürze veröffentlicht.

Gewerbemieten im IHK-Bezirk

Die Höhe der Gewerbemieten ist ein entscheidender Standortfaktor für Unternehmen. Ob Büroflächen, Einzelhandel, Gastronomie oder Lager- und Produktionsflächen – die Mietkosten beeinflussen maßgeblich die wirtschaftliche Planung und Wettbewerbsfähigkeit eines Betriebs. Anders als im Wohnraummietrecht gibt es für Gewerberäume keine gesetzlichen Mietspiegel, weshalb Orientierungswerte für die Region besonders wertvoll sind.
Die IHK Gießen-Friedberg erhebt regelmäßig Daten zu den Gewerbemieten im IHK-Bezirk und stellt diese zur Verfügung. Die Übersicht bietet Unternehmen, die sich ansiedeln möchten oder einen neuen Standort suchen, einen umfassenden Überblick über den gewerblichen Immobilienmarkt in der Region.

Aktuelle Lage der Branche in FrankfurtRheinMain

Die Bau- und Immobilienwirtschaft in der Metropolregion FrankfurtRheinMain steht vor erheblichen Herausforderungen. Das aktuelle PERFORM-Branchenportrait 2024|2025 zeichnet ein differenziertes Bild der Branche:
Die wirtschaftliche Bedeutung bleibt hoch – die Bruttowertschöpfung des Baugewerbes betrug 2022 knapp 14 Milliarden Euro in der Region, was einem Anteil von 4,7 Prozent entspricht. Ende 2023 waren über 218.000 Personen in der Bau- und Immobilienwirtschaft beschäftigt, ein Zuwachs von über 36 Prozent seit 2012.
Gleichzeitig belasten geopolitische Risiken, gestiegene Baukosten und der Fach- und Arbeitskräftemangel die Branche erheblich. Der Baupreisindex ist seit 2021 um 30 Prozent gestiegen, und 57 Prozent der Bauunternehmen meldeten Anfang 2025 fehlende Aufträge. Die Konjunkturumfragen zeigen eine anhaltende Schwächephase, wenngleich sich zum Herbst 2024 erste Stabilisierungstendenzen abzeichneten.
Als zentrale Risiken nennen Unternehmen den Fachkräftemangel (68 Prozent im Baugewerbe), die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (60 Prozent) sowie die Inlandsnachfrage und Arbeitskosten. Das Branchenportrait identifiziert folgende Lösungsansätze: Sicherung der Fachkräftebasis, Reduzierung regulatorischer Auflagen, Abbau von Investitionshemmnissen sowie Investitionsanreize durch verlässliche Förderpolitik.

Wohnungsmarkt als Standortfaktor

Der Wohnungsmarkt ist ein entscheidender Standortfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung in der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Ein ausreichendes Angebot an attraktivem Wohnraum bestimmt maßgeblich, ob Fachkräfte aller Einkommensgruppen gewonnen und gehalten werden können. Gleichzeitig beeinflussen wirtschaftliche und demografische Entwicklungen die Anforderungen an die Gestaltung von Wohnraum.
Aktuelle Herausforderungen wie steigende Baukosten, der Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft und langwierige Genehmigungsprozesse belasten die Branche erheblich. Die Baugenehmigungs- und Fertigstellungsraten sind in den vergangenen Jahren gesunken, zahlreiche Projekte wurden ausgesetzt oder eingestellt. Um dem entgegenzuwirken, gewinnen Ansätze wie serielles und modulares Bauen sowie die Digitalisierung von Planungs- und Genehmigungsverfahren zunehmend an Bedeutung.
Stand: 26.02.2026