Gründungsinitiative Mittelhessen

Um das Gründungsgeschehen in Mittelhessen zu vernetzen und die Entwicklung von Gründungen in seiner Dynamik zu fördern, haben sich zahlreiche Akteure, u.a. aus dem Umfeld von Hochschulen, Industrie- und Handelskammern, Handwerksammern, kommunalen Wirtschaftsförderungen und Banken, in der Gründungsinitiative Mittelhessen zusammengeschlossen.

Die Mitglieder der Initiative haben es sich zum Ziel gesetzt, die zahlreichen Angebote in der Region zu einem Gesamtkonzept zusammenzuführen. Dadurch erhöht sich für interessierte Gründerinnen und Gründer die Transparenz über die Angebote, Themen und Ansprechpartner in der Gründerregion.
Mittelhessen soll darüber hinaus stärker als Gründerregion auf dem Markt positioniert werden. Durch die Kooperation entsteht ein Mehrwert für die Region Mittelhessen und für den Nachwuchs in der Wirtschaft.

Die Region Mittelhessen besitzt große Potenziale für innovative Existenzgründungen. Über 70.000 Studierende, viele Unterstützungsangebote für Gründerinnen und Gründer, eine logistisch hervorragende Lage, die Nähe zur Metropolregion Rhein-Main und vieles mehr sind gute Voraussetzungen für eine Gründungsregion Mittelhessen.

EFRE Förderprojekte zur Förderung der Gründungsbereitschaft

Im Rahmen der Gründungsinitiative Mittelhessen konnten EFRE Mittel zur Förderung der Gründungsbereitschaft in der Region Mittelhessen gewonnen werden.
In der Förderperiode 2020 – 2022 werden insgesamt fünf paralell laufende Projekte an unterschiedlichen Stellen gefördert. Vielseitig und speziell auf die jeweillige Region, werden dadurch gezielt Gründungen in Mittelhessen gefördert.

Die vier mittelhessischen Industrie- und Handelskammern (Kassel-Marbrg, Gießen-Friedberg, Lahn-Dill und Limburg) haben es sich zur Aufgabe gemacht die Situation im ländlichen Raum zu analysieren und diesen gegebenenfalls speziell zu fördern.
Die Wirtschaft in den ländlichen Räumen in Mittelhessen ist durch viele kleine und mittlere Unternehmen geprägt. Die zum Teil alteingesessenen (Familien-) Unternehmen tragen die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Land. Immer mehr dieser kleineren Unternehmen sind von der Nachfolgefrage betroffen. Die aktuelle Situation aufgrund der Corona-Pandemie und der damit seit Monaten verbundenen Einschränkungen für bestimmte Wirtschaftsbereiche wird diesen Effekt noch verstärken.
Der Mangel an Nachfolgern bedroht die klein- und mittelständischen Unternehmen. Somit ist der bevorstehende Generationswechsel eine der größten Herausforderungen für die wirtschaftliche Entwicklung der ländlich geprägten Region Mittelhessens und eine Beschäftigung mit der Thematik zwingend, um dem Wettbewerb der Regionen erfolgreich standhalten zu können. Darüber hinaus trägt der Bestand der Unternehmen des stationären Einzelhandels zur Versorgungssicherheit im ländlichen Raum bei.
Neben Unternehmen, die aufgrund fehlender Übernehmer geschlossen werden müssen, verringert sich durch späte Unternehmensnachfolgen die Innovationskraft der Unternehmen und verzögert notwendige Investitionen, wodurch sich schnell eine geringere Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ergibt.
Zu der nicht gesicherten Unternehmensnachfolge kommt zudem ein geringeres Gründungsgeschehen im ländlichen Raum und macht aus Sicht der IHK Gießen-Friedberg eine fokussierte Förderung der Unternehmensnachfolgen in ländlichen Räumen notwendig.
Bis dato gibt es in der Region Mittelhessen, die identisch mit dem Zuschnitt des Regierungsbezirks Gießen ist und die Landkreise Gießen, Lahn-Dill, Limburg-Weilburg, Marburg-Biedenkopf und den Vogelsbergkreis umfasst, keine belastbaren Daten über die Unternehmensnachfolge, insbesondere nicht zu konkreten Nachfolgehemmnissen.
Ziel des Projektes ist es, verschiedene Aspekte, die für die Beurteilung des Nachfolgegeschehens speziell im ländlichen Raum von Bedeutung sind, näher zu beleuchten und einen entsprechenden Maßnahmenkatalog zu erarbeiten, der potenziellen Gründern die Alternative einer Übernahme und Übergebern einen erfolgreichen Ablauf der Nachfolge aufzeigt. 
Mit einer passgenauen Bewerbung des Themas Unternehmensnachfolge erfolgt eine Sensibilisierung potentieller Existenzgründer für eine mögliche Nachfolge.
Darüber hinaus ist eine flächendeckende Umsetzungsbegleitung der daraus entstehenden Nachfolgeprojekte seitens der IHK Gießen-Friedberg vorgesehen.


 
Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.
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Stand: 03.11.2021