Weiterbildung lohnt sich

Die Ergebnisse der DIHK-Erfolgsstudie Weiterbildung 2023 sind da und sie sind eindeutig.
Zuletzt absolvierten jährlich rund 60.000 Teilnehmende die anspruchsvollen IHK-Prüfungen der Höheren Berufsbildung. Das sind in etwa 22 Prozent der Ausbildungsabsolventen. Die zehn am stärksten nachgefragten Abschlüsse decken gut zwei Drittel der Teilnehmer ab. Hierbei ragen fünf Abschlüsse besonders hervor: Wirtschaftsfachwirt (über 9.200 Teilnehmer), Industriemeister Metall (rund 8.000), Handelsfachwirt (5.500), Betriebswirte (4.600), Industriemeister Elektrotechnik (knapp 3.000). Über alle Wirtschaftsorganisationen hinweg absolvieren ungefähr 100.000 Personen eine Aufstiegsprüfung.
Seit über 50 Jahren ermitteln die IHKs etwa alle fünf Jahre den Weiterbildungserfolg ihrer Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die eine Weiterbildung zur Höheren Berufsbildung absolviert haben. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer hat diese Ergebnisse in der DIHK-Erfolgsstudie Weiterbildung 2023 zusammengefasst. Die knapp 20.000 Befragten aus ganz Deutschland gaben Auskunft über ihre Weiterbildungsmotive, welche beruflichen und privaten Ziele durch die Weiterbildung erreicht wurden sowie zu den Möglichkeiten, die sich nach dem Abschluss mit diesem Bildungsweg ergeben haben. Erstmalig enthält die Umfrage auch Fragen zu Pandemieauswirkungen, Onlineseminaren und weiteren Qualifizierungsbedarf. 90% der Befragten würden sich heute wieder für die gleiche Weiterbildungsprüfung entscheiden und über 50% planen weitere Qualifizierungen/Weiterbildungen für sich.

Umfrageergebnisse

Auf die Frage, ob sich durch die Weiterbildung berufliche Vorteile für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ergeben haben, gaben 58% an, dass sich ihre finanzielle Situation verbessert habe, dicht gefolgt von einer höheren Position im Unternehmen mit größerem Verantwortungs- und Aufgabenbereich (57%; Mehrfachnennung möglich). Jeweils 24% gaben an entweder einen (neuen) Arbeitsplatz gefunden zu haben oder die Sicherheit des bisherigen gesteigert zu haben.
93 Prozent der Absolventinnen und Absolventen geben an, dass sich die Weiterbildung vorteilhaft auf die persönliche Entwicklung ausgewirkt hat. Dabei wird am häufigsten die Erweiterung des Blickwinkels (73%) und verbessertes Verständnis (70%) genannt. Auch erhöhte Souveränität (54%), Kommunikation (47%) und Reflexionsvermögen (43%) war laut den Teilnehmern ein positiver persönlicher Effekt der Weiterbildung.
Viele Weiterbildungsabschlüsse, wie beispielsweise die, Meisterprüfung, haben in Deutschland laut dem Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) denselben Wert wie ein Bachelor- oder Masterabschluss und erfordern ein entsprechend hohes Maß an Vorbereitung. Die meisten Absolventinnen und Absolventen (über zwei Drittel) bereiten sich berufsbegleitend, also in Teilzeit, auf die anstehende Prüfung vor. Diese Vorbereitung kann durch die IHK oder eine externe Bildungseinrichtung erfolgen. Lediglich acht Prozent der Befragten verzichten auf den Besuch eines Lehrgangs und ziehen ein Selbststudium zur Prüfungsvorbereitung vor.

Erstmals Weiterbildungsdaten während der Corona-Pandemie

Fast drei Viertel der Befragten berichten, durch Corona keinen negativen Einfluss auf die berufliche Entwicklung verspürt zu haben (73 Prozent). Bezieht man die möglichen positiven beruflichen und persönlichen Effekte nur auf diese Gruppe und blendet etwaige negative Corona-Effekte aus, sind es sogar 83 Prozent, die von positiven beruflichen Erfolgen durch die Weiterbildung sprechen. Bedingt durch die Corona-Pandemie mussten viele Lehrgänge zumindest teilweise digital durchgeführt werden. Mehr als ein Drittel der Teilnehmenden berichtet, dass der Lehrgang aus einem Mix aus Präsenz und Online-Elementen angeboten wurde. 17% der Absolventinnen und Absolventen durchliefen den Lehrgang ausschließlich in einem Online-Format. Ebenfalls positiv ist, dass für den größten Teil der Befragten (75 Prozent) die Pandemie keinen negativen Einfluss auf ihr berufliches Weiterbildungsverhalten hatte.

Verschiedene Weiterbildungsmotive

Die Hauptmotive für eine Weiterbildung sind vorwiegend der berufliche Aufstieg (78 Prozent) und bessere Einkommensmöglichkeiten (71 Prozent). Ungefähr 60 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geben jedoch auch eine intrinsische Motivation an, nämlich etwas Neues zu lernen und den persönlichen Horizont zu erweitern.
Bei über einem Viertel derer, die durch die Weiterbildung finanzielle Verbesserungen erfahren haben, schlagen sich diese in monatlichen Bruttolohnzuwächsen von über 1.000,- Euro nieder. 60 Prozent derer, die von finanziellen Verbessrungen berichten, haben im Zuge der Weiterbildung monatlich mindestens 500,- Euro brutto mehr.
Das „Aufstiegs-BAföG“ bleibt das wichtigste Förderinstrument in der Höheren Berufsbildung. Über die Hälfte der Teilnehmenden gibt an, Leistungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) erhalten zu haben. Ebenfalls hoch im Kurs liegen auch Förderinstrumente der Länder. In Hessen wird Weiterbildung durch das Förderprogramm „Aufstiegsprämie“ unterstützt. Die Förderung auf Grundlage des SGB III konzentriert sich in der Regel auf Erwerbslose und fällt hier mit zwei Prozent entsprechend klein aus.


Stand: 08.02.2024