Anna und Nils Schnell

Auf ihrer „Modernen Walz“ durch 34 Länder und 130 Unternehmen sammelte das Ehepaar zwei Jahre lang spannende Erfahrungen und neues Wissen rund um modernes Arbeiten. Hier lesen das Interview, welches wir in Vorbereitung ihres Vortrags auf dem Fuldaer Wirtschaftstag mit ihnen geführt haben:

Was bedeutet New Work für Sie?

New Work bedeutet für uns, sinnstiftende Arbeit in den Mittelpunkt zu stellen. New Work ist dabeiein freiheits-philosophischer Denkansatz von Frithjof Bergmann, der die Annahme hat, dass Arbeit uns stärken sollte. Dabei liegt der  Fokus darauf herauszufinden, „was wir wirklich, wirklich wollen“.

Auf Ihrer Modernen Walz haben Sie New Work in den verschiedensten Kulturen erlebt. Gibt es Unterschiede, oder ist der  Spirit überall der gleiche?

Überall auf der Welt sind die Arbeitskontexte verschieden, da die Rahmenbedingungen unterschiedlich sind. Auf unserer #modernworktour aka Moderne Walz haben wir in 34 Ländern mit mehr als 130 Unternehmen zusammengearbeitet und uns ausgetauscht – mit folgender Erkenntnis: Sinn spielt überall eine wichtige Rolle und unterstützt dabei, die eigenen Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Weltweit haben wir spannende Menschen getroffen, die sinnstiftende Maßnahmen für ihre Community und für die Gesellschaft entwickeln.

Welche Arbeitskonzepte haben Sie am meisten beeindruckt?

Beeindruckend war, welche Herausforderungen Menschen in Kauf nehmen, wenn sie ihren Sinn in der Arbeit gefunden haben. Das haben wir überall erlebt. Toll war beispielsweise, dass ein CEO seine Rolle in Australien in CPO, also Chief Purpose Officer umgewidmet hat, um die eigenen Mitarbeitenden noch stärker in der Entfaltung ihres Potenzials zu unterstützen. Dadurch sind neue betriebsinterne Initiativen entstanden, die inzwischen die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens unterstützen.


Was ist Ihrer Meinung nach der erste Schritt, um „Neues Arbeiten“ in einem mittelständisch geprägten Unternehmen zu starten?

In mittelständischen Unternehmen machen wir zuerst eine Standortanalyse. Das bedeutet wir sehen uns an, wie derzeit gearbeitet wird. Anschließend schauen wir, welche Maßnahmen und Initiativen sich für einen guten Start in die Welt der New Work eignen. Häufig sind dabei Themen wie „Führung neu gestalten“, „Wissen im Unternehmen vernetzen“ oder „Entscheidungen schneller und besser treffen“ erste Aufgaben in der gemeinsamen Umsetzung.

Was können Teilnehmende aus Ihrem Vortrag lernen?

Ein Grundverständnis über modernes Arbeiten und New Work und das dahinter liegende Potenzial. Unsere weltweiten Beispiele zeigen einen „Blick über den Tellerrand“ und können dazu inspirieren, sich im eigenen Unternehmen auch proaktiv mit neuen Arbeitskulturen zu beschäftigen. Konkrete Tipps und Tricks, zum Beispiel aus unserem Buch „New Work Hacks“ runden die Erfahrung der Teilnehmenden ab und machen deutlich, was Unternehmen aktiv und ab sofort tun können.

Können Sie New Work und Fulda  in einen Zusammenhang bringen?

Ehrlicherweise noch nicht – doch dafür sind wir ja im September vor Ort. Wir glauben fest daran, dass Fulda großes Potenzial hat, die Wirtschaft durch New Work-Initiativen voranzubringen und sich für die Zukunft noch besser aufzustellen. Gerne begleiten wir Unternehmen darin, für sich selbst Klarheit rund um die neue Arbeit zu erhalten. Am Ende des Tages ist wichtig, dass der Begriff keine Worthülse bleibt, sondern mit sinnvollen, konkreten Handlungsmöglichkeiten und Veränderungen einen Mehrwert bringt.