Chancennutzer & New Work – was wir wirklich, wirklich wollen

In ihrem Mitmach- und Mutmach-Projekt hat die IHK Fulda viele regionale Unternehmer:innen kennengelernt, die in der Krise ihren Lebenstraum verteidigt haben. Drei von ihnen werden in einer kurzweiligen Gesprächsrunde, moderiert durch Michael Konow, in das Programm des Fuldaer Wirtschaftstages integriert. 

Michael Konow, beim Fuldaer Wirtschaftstag geht es um die Arbeit der Zukunft. Was haben die Chancennutzer denn mit New Work zu tun?

Eine ganze Menge. Denn bei New Work geht es um die Arbeit, die man wirklich wirklich will. Alle unsere Chancennutzer:innen haben sich mit ihren Unternehmen ihren Lebenstraum verwirklicht – ob eigene Eventagentur, eigenes Restaurant oder eigenes Fitnessstudio. Dann kam Corona und auf einmal standen viele von ihnen vor einer unbekannten, fast unüberwindbaren und vor allem akut existenzbedrohenden Herausforderung. Aber statt aufzugeben, haben sie für ihren Lebenstraum und ihre Mitarbeitenden gekämpft­ und dabei faszinierende Ideen entwickelt, die sie nachhaltig stärken werden.
Übrigens: Eine der Kernkompetenzen von New Work ist das Storytelling. Und die Chancennutzer:innen haben Geschichten zu erzählen, die nachhaltig beeindrucken und von denen wir viel lernen können. Über Visionen, Werte und vor allem über Resilienz.

Deshalb die Frage an Sie, liebe Chancennutzer:innen: Was bedeutet New Work für Sie und welche Geschichte können Sie erzählen?

Katja Schmirler-Wortmann

„New Work ist gerade auch für die Zukunft der Kultur Chance und Herausforderung zugleich.. Auch wenn wir als soziokulturelles Zentrum die Digitalisierung der Abläufe als eines unserer wichtigen Transformationsziele erkannt und auch teilweise schon umgesetzt haben, ist die analoge Begegnung von Menschen im öffentlichen Raum einer unserer wichtigsten inhaltlichen Themen. Für unser Team bedeuten die Möglichkeiten des Digitalen die Chance auf ein selbstbestimmteres Arbeiten. Das wirkt kreativitätsfördernd. Während eines Zoommeetings Team-Spirit zu erzeugen, ist trotzdem nicht immer einfach. Digitales Arbeiten ermöglicht gerade auch in der Kunst und Kulturwelt eine Form von Demokratisierung.“

Gerrit Schwendner

„Für uns ist der digitale Wandel die Basis, um die Merkmale von New Work umzusetzen. Des Weiteren fördert Spaß am Arbeiten die Produktivität des gesamten Teams. Durch diese beiden Faktoren lassen sich sowohl die interne, als auch die externe Kommunikation wesentlich einfacher und flexibler gestalten. Darüber hinaus liegen auch zwei wichtige, wenn nicht sogar die wichtigsten Faktoren der modernen Arbeitsweise zu Grunde: Networking und Online Präsenz. Dabei ist die Kombination aus stetigem Austausch innerhalb des Teams sowie die Vernetzung und Transparenz nach außen der Schlüssel zum Erfolg.“

Carolin Zuspann

„Egal, ob beim Gastronomen auf dem Land, der Szenekneipe in der Metropole oder im Sternerestaurant: Überall gilt nach wie vor, dass Gastronomie der Klebstoff unserer Gesellscha­ft ist und sich mit ihr weiterentwickelt. Mit der Corona-Krise wurde das deutlicher denn je. Denn der Mensch braucht Begegnungen und einen Platz dafür, den die Gastronomie ihm bietet. Gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden denken wir deshalb Tag für Tag neu: So schaffen wir mit kreativen Konzepten wie ‚Picknick im Boot‘ nicht nur neue Angebote für unsere Gäste, sondern bieten auch unserem Team den ‚etwas anderen‘ Arbeitsalltag. Das sorgt für Motivation und Zufriedenheit. Denn wenn es mir als Unternehmer:in gelingt, meine Mitarbeitenden mitzunehmen, kann ich sie nicht nur als Mitstreiter:in, sondern auch als Botscha­fter:in gewinnen und an mein Unternehmen binden. Das zahlt sich nicht zuletzt auch auf die Zufriedenheit der Gäste und den Umsatz aus.“