Feiert man eigentlich Weihnachten in Japan?
Japan zeichnet sich in religiöser Hinsicht durch sehr große Vielfalt aus, nur schätzungsweise 2 bis 5 Prozent der Japaner bezeichnen sich als Christen. Eine christliche „Weihnachts-Tradition“ gibt es daher nicht, aber das Weihnachtsfest wurde insoweit übernommen, dass es ein Anlass zum Schenken und für farbenfrohe Dekoration ist.
Viel mehr Bedeutung hat jedoch das Neujahr in Japan, „o-shôgatsu“, an dem das sonst stets laute und geschäftige Land nahezu stillsteht. Vor gut 150 Jahren wurde dies an den gregorianischen Kalender angepasst, sodass der 1. Januar der Neujahrstag ist.
In den Tagen zuvor herrscht Verkehrschaos, denn viele Japanerinnen und Japaner möchten zum Neujahrsfest „zuhause“ sein, also oft bei der Familie auf dem Land. Hier steht dann nicht etwa Party und Feuerwerk auf dem Programm, sondern man feiert ruhig, geht zum Tempel und isst unter anderem „mochi“, leicht süßliche Reisklöße, die traditionell mit einem Schlegel aus Holz in einem Holz-Mörser „geschlagen“ wurden.
Ein wichtiger Brauch zum Neujahr sind die Neujahrskarten, „nengajô“, die in sehr großer Zahl an jeden versendet werden, den man kennt und dem man Respekt schuldet. Mehr als hundert nengajô zu erhalten ist keine Seltenheit. Diese werden daher in Geschäften als Vordrucke mit Grußtexten und z.B. einem Hinweis auf das Tierkreiszeichen des neuen Jahres verkauft. Man sollte sich dennoch um eine Personalisierung in Form einiger Worte bemühen. Wichtig ist der Hinweis „nengajô“, denn wenn dies auf der Karte steht und sie bis zu 25. Dezember in einen speziellen Briefkasten eingeworfen wurde, garantiert die japanische Post die Zustellung am 1. Januar.
Erhält man Neujahrsgrüße von einer Person, der man selbst nicht geschrieben hat, so ist es üblich, sich noch umgehend darauf mit einem Gruß zu bedanken. Nach traditioneller Auffassung sollte solch eine „nachträgliche“ nengajô bis zum 7. Januar beim Empfänger sein, wenn die Feierlichkeiten zum neuen Jahr offiziell enden.
Wussten Sie schon?
Die EU hat mit Japan ein umfassendes Freihandelsabkommen, das den zollfreien untereinander ermöglicht. Eine Besonderheit gegenüber allen anderen Präferenzabkommen ist, dass durch eine Codierung anzugeben ist, auf welche Art der Ursprung der Ware ermittelt wurde. Böhmisch Dörfer? Wir bieten regelmäßig eine kostenfreie „Online-Sprechstunde“ zur Lieferantenerklärung an, in der wir Ihre Fragen zum Warenursprung und der Dokumentation dazu besprechen. Die Termine finden Sie in unserer Veranstaltungsübersicht: Veranstaltungen für den Außenhandel - IHK Südlicher Oberrhein