Hürden im EU-Geschäft melden und neue EU-Regelungen mitgestalten

Nutzen Sie Ihre Stimme zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im EU-Binnenmarkt! Um Erfahrungen und Herausforderungen aus dem Unternehmensalltag besser zu berücksichtigen, stellt die Europäische Kommission verschiedene Feedback- und Beteiligungsmöglichkeiten zur Verfügung. Darüber können Unternehmen Rückmeldungen aus der beruflichen Praxis einbringen und haben so die Möglichkeit, die Gesetzgebung in der EU mitzugestalten.
Der Europäische Binnenmarkt bietet Unternehmen zahlreiche Geschäftsmöglichkeiten. Im Allgemeinen funktionieren die Geschäfte im Binnenmarkt reibungslos. Dennoch können Herausforderungen und Hindernisse entstehen, etwa bei der Markteinführung von Produkten und Dienstleistungen, der grenzüberschreitenden Dienstleistungserbringung, der grenzüberschreitenden Besteuerung oder im Umgang mit Behörden.
Wenn Sie solche Erfahrungen gemacht haben, können Sie diese auf unterschiedlichen Wegen an die Europäische Kommission übermitteln und so zur Verbesserung von Regelungen und Verfahren beitragen. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der verfügbaren Feedback- und Beteiligungsmöglichkeiten.

Aktuelle Umfragen

Güter mit doppeltem Verwendungszweck
Vom Spezialventil bis zur Konstruktionssoftware: Manche Produkte können sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden und unterliegen daher den EU-Vorschriften für Dual-Use-Güter. Diese Regelungen stellt die Europäische Kommission derzeit auf den Prüfstand. Unternehmen, die von den Vorschriften für Dual-Use-Güter betroffen sind, können ihre Erfahrungen und Anregungen im Rahmen der Konsultation einbringen. Feedback ist noch bis zum 11. September 2026 über die Webseite der Europäischen Kommission möglich.
Verpackungsverordnung: Wie praktikabel sind die geplanten Vorgaben für nationale Herstellerregister?
Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Konsultation zu geplanten Vorgaben für nationale Herstellerregister im Rahmen der erweiterten Herstellerverantwortung für Verpackungen gestartet. Von den vorgesehenen Regelungen sind zahlreiche Unternehmen betroffen, die Verpackungen in mehreren EU-Mitgliedstaaten in Verkehr bringen oder Produkte grenzüberschreitend vertreiben. Nutzen Sie die Gelegenheit, Praxiserfahrungen und Verbesserungsvorschläge zur Harmonisierung der Registrierungs- und Meldepflichten einzubringen. Auf der Konsultationsplattform können zudem bereits veröffentlichte Stellungnahmen anderer Teilnehmer eingesehen werden. Rückmeldungen sind noch bis zum 10. September 2026 möglich.
Überregulierung im EU-Binnenmarkt
Die EU-Kommission führt derzeit eine Umfrage zum sogenannten „Gold-plating“ durch. Darunter versteht man nationale Regelungen oder Verwaltungspraktiken, die bei der Umsetzung von EU-Vorgaben über die europäischen Anforderungen hinausgehen und für Unternehmen zusätzliche Bürokratie und Kosten verursachen können. Wenn Sie in Ihrem Unternehmen Erfahrungen mit zusätzlichen nationalen Anforderungen gemacht haben, können Sie diese bis zum 15. September 2026 einbringen. So sollen konkrete Belastungen sichtbar gemacht und mögliche Vereinfachungen identifiziert werden. Über die Sprachauswahl kann die Umfrage auf Deutsch aufgerufen werden.
Nachhaltigkeitssorgfaltspflicht
Die EU-Kommission möchte eine Online-Plattform für Unternehmen zum Thema Nachhaltigkeit einrichten, den “Sustainability Due Diligence One Stop Shop”. Die Plattform soll Unternehmen dabei unterstützen, sich im Dschungel freiwilliger und obligatorischer EU- und nationaler Nachhaltigkeitsanforderungen zurecht zu finden. Die Ergebnisse der Umfrage fließen in den Aufbau der neuen Plattform ein. Auf der Webseite EU-Survey können betroffene Unternehmen an der Multiple-Choice-Befragung teilnehmen.
Probleme mit internationalen Lieferketten
Die EU-Kommission ist auf Rückmeldungen aus der Wirtschaft angewiesen, um Probleme in internationalen Lieferketten frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Unternehmen, die mit Schwierigkeiten in ihren internationalen Lieferketten konfrontiert sind, können diese über das Portal des Enterprise Europe Network an die EU-Kommission melden.
Hinweis: Nicht alle EU-Umfragen sind in deutscher Sprache verfügbar. Über das Feld "Languages“ können Sie prüfen, ob eine deutsche Sprachversion angeboten wird. Ist eine Umfrage nur auf Englisch verfügbar, können Browser- oder Online-Übersetzungstools beim Ausfüllen unterstützen.

Bürokratieabbau in der EU: Ihr Sprachrohr zur EU

Sie stoßen bei grenzüberschreitenden Geschäften in der EU auf unnötige Verwaltungsaufwände oder bürokratische Hindernisse? Dann teilen Sie uns Ihre Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge mit (gerne per E-Mail). Das Enterprise Europe Network der IHK Südlicher Oberrhein dient dabei als Sprachrohr für Unternehmen, insbesondere für KMU.
Ihre Angaben werden anonymisiert an die EU-Kommission weitergeleitet und können dazu beitragen, konkrete Erleichterungen für Unternehmen im Europäischen Binnenmarkt anzustoßen.
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Direkte Rückmeldung an die EU: Plattform “Ihre Meinung zählt”

Über die Plattform “Ihre Meinung zählt” (“Have your say”) bietet die Europäische Kommission Zugang zu einer Vielzahl von Konsultationen, Umfragen und Diskussionen zu aktuellen EU-Strategien und Rechtsvorschriften, in deren Rahmen Sie sich aktiv an der Gestaltung der EU-Politik beteiligen können. Die Plattform ist auf Deutsch verfügbar und ermöglicht es Unternehmen, direktes Feedback zu geltenden Rechtsvorschriften und Vorschläge zum Bürokratieabbau an die EU-Kommission zu schicken. Auf der Konsultationsseite können Sie nicht nur eigene Anmerkungen einreichen, sondern auch die bereits veröffentlichten Rückmeldungen anderer Unternehmen aus ganz Europa nachlesen.

Probleme mit Behörden in der EU: Plattform “Your Europe”

Probleme mit einer öffentlichen Verwaltung in einem EU-Land können über eine zentrale online-Plattform der EU anonym gemeldet werden. Das entsprechende Feedback-Formular steht auch in deutscher Sprache zur Verfügung und kann in Deutsch ausgefüllt werden.

Individuelle Lösungen bei Problemen im EU-Binnenmarkt: SOLVIT

SOLVIT ist ein EU-weites Netzwerk zur Problemlösung, in dem die Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, um auf pragmatische Weise Probleme zu lösen, die durch die fehlerhafte Anwendung von Binnenmarktvorschriften durch Behörden entstehen. Die SOLVIT-Stellen sind Teil der nationalen Verwaltung und ihre Aufgabe besteht darin, innerhalb von 10 Wochen praktische Lösungen für praktische Probleme zu finden. Die Nutzung von SOLVIT ist kostenlos.