Unternehmen setzen auf eigene Stärken
Die deutsche Wirtschaft steht vor veränderten Wettbewerbsbedingungen. Unternehmen aus China konkurrieren heute nicht mehr allein über den Preis, sondern zunehmend auch über Qualität, Innovation und technologische Leistungsfähigkeit. Für deutsche Unternehmen bedeutet dies, ihre Wettbewerbsstärken kontinuierlich weiterzuentwickeln und neue Strategien für die Zukunft zu gestalten. Um ein aktuelles Stimmungsbild zu erhalten, hat die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) im Juli und August 2026 rund 1.300 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen zu ihrer Einschätzung der Wettbewerbssituation sowie zu ihren strategischen Antworten auf diese Herausforderungen befragt.
Zusammwenfassung der Umfrage-Ergebnisse
Der Wettbewerbsdruck durch chinesische Unternehmen nimmt spürbar zu. Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen berichten von einer stärkeren Konkurrenz aus China. Mehr als jedes dritte Unternehmen bewertet diesen Druck bereits als stark oder sehr stark. Besonders betroffen sind Industrieunternehmen und Betriebe, die selbst auf dem chinesischen Markt aktiv sind.
Dabei wird der Wettbewerbsdruck vor allem innerhalb des EU-Binnenmarktes wahrgenommen. Industrieunternehmen sehen sich insbesondere in Europa mit chinesischen Wettbewerbern konfrontiert, während Handelsunternehmen die Konkurrenz vor allem im deutschen Markt spüren. Unternehmen mit Standorten oder Investitionen in China erleben den stärksten Wettbewerb im chinesischen Binnenmarkt.
Die Unternehmen reagieren jedoch nicht mit Rückzug, sondern setzen auf eigene Stärken. An erster Stelle stehen Produkt- und Innovationsentwicklungen: Sechs von zehn Betrieben investieren in neue oder verbesserte Angebote. Die Hälfte der Unternehmen arbeitet an Kostensenkungen, rund vier von zehn erschließen neue Absatzmärkte. Knapp ein Drittel setzt zudem auf Kooperationen mit chinesischen Partnern.
Von der Politik erwarten die Unternehmen vor allem ein geschlossenes europäisches Vorgehen gegenüber China. Zwei Drittel der Befragten sprechen sich für eine gemeinsame EU-Strategie aus. Viele Unternehmen wünschen sich außerdem den Abbau strategischer Abhängigkeiten und einen stärkeren Schutz kritischer Infrastruktur.
Gleichzeitig befürwortet die Mehrheit der Unternehmen entschiedenere handelspolitische Maßnahmen der EU gegen Wettbewerbsverzerrungen. Mehr als die Hälfte würde solche Maßnahmen unterstützen, selbst wenn dadurch auch Nachteile für das eigene Unternehmen entstehen könnten. Eine Minderheit lehnt zusätzliche Eingriffe hingegen ab.
Fazit
Die deutsche Wirtschaft nimmt den Wettbewerb aus China deutlich intensiver wahr. Statt sich aus den Märkten zurückzuziehen, setzen die Unternehmen auf Innovation, Effizienzsteigerungen und die Erschließung neuer Geschäftsmöglichkeiten. Von der Politik erwarten sie vor allem ein geeintes und strategisches Handeln auf europäischer Ebene.
Die Umfrageergebnisse stehen bei der DIHK zum Download bereit: Deutsche Wirtschaft im Wettbewerb mit China