Warum wir einen Ausbau der A5 brauchen
A5 an der Kapazitätsgrenze
Im Jahr 2016 wurde der Bundesverkehrswegeplan 2030 durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur veröffentlicht. Als zentrales Planungsinstrument definiert es, die vordringlichen Bauprojekte für Straße, Schiene und Wasserstraße mit einem Horizont bis ins Jahr 2030. Nachdem im 2003 veröffentlichten Bundesverkehrswegeplan immerhin noch der Abschnitt Freiburg – Teningen auf der A5 als vordringlich eingestuft wurde, wurde der gesamte Abschnitt zwischen Offenburg und Freiburg im letzten Bundesverkehrswegeplan nur noch als weiterer Bedarf mit Planungsrecht bewertet.
Dabei lässt sich dies aus der Entwicklung der Verkehrsbelastung keineswegs rechtfertigen. So zeigt eine Auswertung der Zählstelle an der A5 auf Höhe Nimburg einen jahreslangen Trend zu einer höheren Verkehrsbelastung. Lag sie 2003 noch bei 65.600 Fahrzeugen täglich, waren es im Jahr 2024 bereits 74.600 (DTV). Dabei empfehlen die Richtlinien für die Anlage von Autobahnen der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen für ein Verkehrsaufkommen von 60.000 – 100.000 Fahrzeugen täglich bereits einen sechsstreifigen Ausbau.
Wachstumsregion Südlicher Oberrhein
Bereits heute überschreitet die A5 damit regelmäßig ihre Kapazitätsgrenze. Auch für die Zukunft ist hier keine Trendwende zu erwarten. Vielmehr verdeutlichen viele Indikatoren, dass der südliche Oberrhein weiterhin eine Wachstumsregion bleibt. So ist die Bevölkerungszahl der Region innerhalb der vergangenen zehn Jahren um insgesamt 7,6 Prozent gestiegen, die Zahl der Beschäftigten sogar um 21,4 Prozent – beides Trends, die nun bereits seit Jahrzehnten Bestand haben. In der Folge kommt es zu mehr Berufs- und Freizeitverkehr auf der Straße – auch wenn Schienenwege und ÖPNV-Angebote in der Region weiter ausgebaut werden. So stieg der Kraftfahrzeugbestand von 2008 bis 2024 um 27 Prozent auf über 818.000 Fahrzeuge an. Dabei erfolgt das Wachstum hier ebenfalls kontinuierlich Jahr für Jahr in allen Landkreisen und der Stadt Freiburg. Auch wenn es sicherlich geboten ist, Alternativen zur Straße zu schaffen, ist der weitere Ausbau der Straßeninfrastruktur für eine Wachstumsregion wie den südlichen Oberrhein unumgänglich. Dabei geht es nicht nur darum, die Leistungsfähigkeit zu erhöhen und Stauereignisse zu vermeiden – auch die Verkehrssicherheit ist zunehmend eingeschränkt, überschreiten Autobahnen ihre Kapazitätsgrenze. Zuletzt hat die Sperrung der Autobahnausfahrt Neuenburg dies nochmal verdeutlicht. Aber auch auf dem am stärksten beanspruchten Streckenabschnitt zwischen Freiburg und Offenburg kommt es regelmäßig zu Gefahrensituationen – vor allem bedingt durch die unzureichenden Kapazitäten für den fließenden und ruhenden Verkehr.
Ausbau der Rheintalbahn
Der südliche Oberrhein ist aber nicht nur eine Wachstumsregion sondern auch eine Region, in der eines der bedeutendsten Ausbauprojekte Deutschlands auf der Schiene realisiert wird – der viergleisige Ausbau der Rheintalbahn. Dazu werden zunächst zwei neue Gleise autobahnparallel geschaffen. Schon hier besteht dringender Abstimmungsbedarf mit einem zukünftigen Ausbau der A5. Jetzt wäre der Zeitpunkt diesen so zu priorisieren, dass bereits in der Ausbauphase Synergien genutzt werden können. Zusätzlich aber plant die Deutsche Bahn von 2036 an, die Bestandsstrecke zu sanieren. Dazu kündigte sie an, die Strecke zwischen Riegel und Offenburg für sechs Jahre zu sperren. Auch wenn Ersatzhalte an der Autobahn geschaffen werden, bedeutet dies einen massiven Einschnitt in den Schienennahverkehr, der mit Ersatzverkehr nicht ansatzweise aufgefangen werden kann. In der Folge wird das Verkehrsaufkommen stark zunehmen, da Menschen zwangsläufig auf den privaten PKW umsteigen werden. Eine Autobahn, die bereits jetzt ihre Kapazitätsgrenze regelmäßig überschreitet, kann diesen zusätzlichen Verkehr nicht mehr aufnehmen.
All diese Entwicklungen machen einen Ausbau der A5 auf sechs Streifen in den kommenden Jahren unausweichlich. Die Wirtschaft am südlichen Oberrhein benötigt Verkehrswege, die den Verkehr sicher und störungsfrei abwickeln können. Die Bundesregierung ist aufgefordert, bei der Autobahn GmbH jetzt die entsprechenden Planungskapazitäten zu schaffen, um die Umsetzung des Ausbaus in den kommenden Jahren zügig voranzutreiben.