Konjunkturbericht Frühsommer 2026
Energiepreise bremsen Erholung aus
Nachdem das Jahr mit einem kräftigen konjunkturellen Schub begann, wird diese Erholung durch die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise als Folge des Irankriegs fürs Erste ausgebremst. Gerade für die Geschäftserwartungen erweisen sich diese als echter Stimmungskiller. Dabei ist es keineswegs so, dass diese Entwicklung lediglich die hiesige Industrie in hohem Maße betrifft. Vielmehr zeigen sich die rückläufigen Geschäftserwartungen in fast allen Branchen.
In der Bauwirtschaft geben 85 Prozent, im Hotel- und Gastgewerbe 83 Prozent der Betriebe an, dass sie in den aktuell hohen Energiepreisen ein Risiko für die eigene wirtschaftliche Entwicklung sehen. In der Industrie sind es 67 Prozent. Dies offenbart abermals Deutschlands ausgeprägte Abhängigkeit von Energieimporten und eine Energiepolitik, die zentrale Anforderungen an Resilienz und Versorgungssicherheit lange Zeit unterschätzt hat. Aber nicht nur Energieträger sind im Preis gestiegen, auch zahlreiche Rohstoffe betrifft diese Entwicklung. So sehen 55 Prozent der Industriebetriebe und 70 Prozent der Unternehmen der Bauwirtschaft hier Risiken.
In der Folge verliert der Index der Geschäftserwartungen 7 Punkte und fällt auf -14 Punkte. 29 Prozent der Unternehmen blicken pessimistisch auf die kommenden zwölf Monate, während sich nur 15 Prozent ihren Optimismus bewahren können.
Aus den Werten zur aktuellen Geschäftslage hingegen lässt sich herauslesen, dass es in den vergangenen Monaten durchaus einen konjunkturellen Schub gab. Zum zweiten Mal in Folge steigt der Index der Geschäftslage an. Von 5 Punkten im Herbst 2025 über 13 Punkte zum Jahresbeginn klettert er auf nun 20 Punkte und damit auf seinen höchsten Stand seit zwei Jahren. Fast jedes dritte Unternehmen berichtet wieder von einer guten Geschäftslage, während diese nur bei 12 Prozent schlecht ist. Auch in der zuletzt gebeutelten Industrie hat sich die Bewertung der Geschäftslage zweimal in Folge deutlich verbessert. Aber auch hier zeigen die Geschäftserwartungen in die andere Richtung. Es bleibt abzuwarten, wie rasch sich die globale Energieversorgung stabilisiert und ob sowie in welchem Tempo die Energiepreise wieder das Vorkrisenniveau erreichen.