Zukunftsforum: Innenstadt first

Sind unsere Innenstädte noch zu retten? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Zukunftsforum Wirtschaft und Kommune. Die IHK Südlicher Oberrhein und die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg hatten die gemeinsame Veranstaltung organisiert, nachdem bei beiden Kammern seit eineinhalb Jahren ein Innenstadtberater bzw. eine Innenstadtberaterin tätig sind, die durch Projektmittel des Landes Baden-Württemberg gefördert werden.
Der Handlungsdruck sei hoch, wie Eberhard Liebherr, Präsident der Südlicher Oberrhein, feststellte: “Pandemie und Krisen haben die Innenstädte stark getroffen.” Er warnte zugleich vor zu viel Pessimismus, denn nach wie vor verfüge die Region über ein gutes Niveau und auch Chancen. Präsidentin Birgit Hakenjos ließ für die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg wissen, dass man nicht verzagen dürfe, “sondern mutig um die Attraktivität jeder einzelnen Innenstadt kämpfen” müsse.
Mit welchen Mitteln und Vorgehensweisen das angegangen werden sollte, erläuterte Dr. Peter Markert. Der Geschäftsführer der imakomm AKADEMIE gilt als einer der führenden Experten, wenn es um attraktive Innenstadt geht. In seiner Keynote stellte er die wichtigste Erkenntnis voran: Es gibt kein Patentrezept, keine einheitliche Liste zum Abarbeiten, wohl aber zahlreiche individuelle Hebel, Attraktivität und Resilienz von Innenstädten zu erhalten und zu verbessern. Seine wichtigsten Ratschläge an die Teilnehmer: “Gehen Sie ran an die Strukturen für ein neues Miteinander, machen Sie Dinge anders, auch kleine Städte haben Chancen”. 
Thomas Kaiser, Innenstadtberater bei der IHK Südlicher Oberrhein und sein Pendant Simone Mader, Innenstadtberaterin bei der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg unterstrichen im Dialog mit Moderatorin Carolin Deberling, dass die Transformation in vollem Gange sei: “Der Handel ist nicht mehr Haupttreiber für Citybesuche, diese Rolle hat die Gastronomie vielfach übernommen.” Herausforderung für die Innenstadtberater: “Wir müssen uns fragen, wie die Situation in fünf Jahren aussehen wird, und die Weiterentwicklung daraufhin ausrichten”. 
Der sehr gute Besuch der Veranstaltung zeigte, dass bei den Kommunen immenses Interesse besteht, das Thema intensiv anzugehen. Die Erfolgsbeispiele belegen, dass zahlreiche Maßnahmen ergriffen und erfolgreich umgesetzt werden können, wenn dazu ergebnisoffen, mutig und kreativ nach Lösungen gesucht wird. 
15.11.2022