Standortbotschafter März: Robin Rombach, CEO Black Forest Labs, Freiburg

Robin Rombach gilt als einer der einflussreichsten Köpfe der europäischen KI-Szene. Als Co-Gründer und CEO des Freiburger Start-ups Black Forest Labs zeigt er, dass bahnbrechende Technologie nicht zwingend aus dem Silicon Valley kommen muss.
Rombach ist in Freiburg geboren und studierte von 2013 bis 2020 Physik in Heidelberg. Dabei entdeckte er sein Interesse für KI-erzeugte Bilder: Wie können Bilder besser und effizienter generiert werden? Dieser Frage widmete er sich anschließend im Rahmen seiner Promotion an der LMU München. Am Computer Vision Lab von Professor Björn Ommer forschte Rombach zu KI-basierter Bildgenerierung und entwickelte mit seinem Forscher-Team das Text-zu-Bild-Modell Stable Diffusion, das weltweit zur Grundlage für die moderne KI-Bildgenerierung wurde. Das KI-Modell verbreitete sich in rasantem Tempo, inspirierte eine neue Welle kreativer Anwendungen und machte generative KI erstmals für breite Nutzergruppen anwendbar.
Nach zwei Jahren als Forschungsleiter beim Londoner Start-up Stability AI gründete Rombach zusammen mit dem aus Elzach stammenden Andreas Blattmann und acht weiteren Forscher-Kollegen im März 2024 Black Forest Labs (BFL). Seine Mitgründer hatte Rombach bereits während des Studiums in Heidelberg, der Promotion in München und seiner Arbeit bei StabilityAI kennengelernt.
Ende August 2024 brachte BFL mit FLUX das erste eigene Text-zu-Bild-Modell heraus und erzeugte damit enorme Resonanz bei Investoren. Die drei großen Finanzierungsrunden im August und November 2024 sowie im November 2025 brachten BFL zusammen über 450 Millionen Dollar Kapital ein. Der wichtigste Partner war dabei die amerikanische Wagniskapitalfirma Andreessen Horowitz. Die KI-Bild-Modelle von BFL wurden seitdem weiterentwickelt, und Ende 2025 brachte BFL mit FLUX 2 ein KI-Bildmodell heraus, das in direkter Konkurrenz mit den Bildmodellen der größten Tech-Giganten steht. Rombach gibt sich im „Handelsblatt“ selbstbewusst: „Wir sind bei KI-Bildern inzwischen der größte Konkurrent von Google. Und das aus Freiburg heraus. Wir zeigen, was man von hier aus erreichen kann.“ Seine Expertise ist auch beim diesjährigen Käpsele Innovation Festival am 16 Juli gefragt, wo er als Speaker auftritt.
Die FLUX-Modelle von BFL gelten durch ihre Schnelligkeit, Präzision und Kosteneffizienz zu den Marktführern in der Bildgenerierung. Sie wurden von namhaften Unternehmenskunden wie Adobe, Canva, Mercedes, Meta, Microsoft, Netflix, Nvidia, Samsung und Telekom integriert. Rombach arbeitet mit seinem Team derzeit an einem Modell zur KI-Generierung von Videos. Mit gerade einmal 50 Mitarbeitenden hat BFL unter der Führung von Robin Rombach einen Raketenstart hingelegt: Das Freiburger Start-up wurde im Dezember 2025 mit 3,25 Milliarden Dollar bewertet und gehört damit zu den Einhörnern (Unternehmen ab über 1 Milliarde US-Dollar Marktwert). BFL ist in Deutschland Spitzenreiter und zählt in Europa zu den wertvollsten KI-Firmen.
Der Name des Start-ups ist Programm: Rombach hat sich bewusst für den Standort Freiburg entschieden. Zwar ist durch den Zweitsitz in San Francisco die Nähe zu den Tech-Giganten im Silicon Valley gegeben; dennoch lässt Rombach seine Investoren zu Gesprächen nach Freiburg kommen: „Um denen zu zeigen, was Europa auszeichnet: die Qualität der Forschung – und wie offen man sich über Durchbrüche austauscht und diese weiterentwickelt. Das hat viele Entwicklungen möglich gemacht und sorgt dafür, dass Technologie aus Europa global Verbreitung findet. Die Amerikaner sind sehr gut darin, zu skalieren und Produkte zu entwickeln. Wir wollen die Stärken beider Kontinente verbinden.“ (Quelle Handelsblatt) Robin Rombach hat eine klare Vision: KI soll nicht in den Händen der amerikanischen Tech-Giganten liegen, sondern auch für den Rest der Welt zugänglich und transparent sein. Dazu müssen europäische KI-Firmen wettbewerbsfähig bleiben.