Standortbotschafter November: Jörg Dattler, Schloßbergrestaurant Dattler
Als Kind streifte Jörg Dattler mit seinem Hund über den Schlossberg. Damals war Freiburg noch kleiner, der Berg deutlich ruhiger und der Wald vor allem eines: ein riesiger Abenteuerspielplatz. „Mit unserem Hund bin ich natürlich viel über den Schlossberg rumgestreunert. Das wäre heute undenkbar. Der Schlossberg als Naherholungs- und Freizeitort war damals ein Bruchteil von dem, was hier heute los ist.“ Der Schlossberg hat ihn geprägt. Genauso wie die Gastronomie.
Der Junge vom Schlossberg
Eine seiner frühesten Erinnerungen führt zurück in die Küche des Familienbetriebs. „Als kleiner Junge stand ich in der Kochjacke mit meinem Vater am Herd und habe im Topf gerührt.“ Die Begeisterung für gutes Essen war früh da. „Mir wurde auch schon als Kind immer so eine feine Zunge, guter Geschmack attestiert“, erinnert sich Dattler. Schon damals stand sein Berufswunsch fest. „Wenn ich groß bin, will ich Koch werden.“
Aus diesem Wunsch wurde ein Lebensweg. Nach seiner Ausbildung im Colombi Hotel Mitte der 1990er-Jahre und anschließenden Stationen in Frankreich und München sowie dem Studium zum Hotelbetriebswirt an der Hotelfachschule Heidelberg führte ihn sein Weg zurück auf den Schlossberg. „Na ja, vielleicht wären so zwei, drei Jahre noch mal irgendwo anders auch ganz gut gewesen“, sagt er rückblickend. „Aber es war schon eine gute Entscheidung.“ Als er Anfang der 2000er-Jahre in den Familienbetrieb zurückkehrte, blieb der oft beschriebene Generationenkonflikt aus. „Da war kein Kampf der Generationen nach dem Motto Tradition gegen Innovation oder so. Ganz und gar nicht“, erinnert sich der fünffache Familienvater.
Aus diesem Wunsch wurde ein Lebensweg. Nach seiner Ausbildung im Colombi Hotel Mitte der 1990er-Jahre und anschließenden Stationen in Frankreich und München sowie dem Studium zum Hotelbetriebswirt an der Hotelfachschule Heidelberg führte ihn sein Weg zurück auf den Schlossberg. „Na ja, vielleicht wären so zwei, drei Jahre noch mal irgendwo anders auch ganz gut gewesen“, sagt er rückblickend. „Aber es war schon eine gute Entscheidung.“ Als er Anfang der 2000er-Jahre in den Familienbetrieb zurückkehrte, blieb der oft beschriebene Generationenkonflikt aus. „Da war kein Kampf der Generationen nach dem Motto Tradition gegen Innovation oder so. Ganz und gar nicht“, erinnert sich der fünffache Familienvater.
Über den Dächern der Stadt
Seit 2002 führt Jörg Dattler das Restaurant hoch über den Dächern Freiburgs in mittlerweile fünfter Generation und blickt jeden Tag auf eine Stadt, die sich stetig verändert. „Vielleicht fällt uns hier oben mehr auf, wie sich Freiburg verändert.“ Neue Stadtteile entstehen, das Europa-Park Stadion wurde gebaut, das Güterbahnhof-Areal modernisiert. Die Stadt wächst sichtbar vor seinen Augen. Doch das Besondere an diesem Ort ist für ihn bis heute geblieben. „Die Nähe zur Stadt und trotzdem hier oben ohne Nachbarn sein zu können, das ist schon irgendwie etwas Besonderes.“ Besonders angetan ist er vom Blick nach Westen. „Tatsächlich ist es dieser Blick Richtung Kaiserstuhl und Frankreich, der mich immer noch und immer wieder begeistert. Der bringt so ein Gefühl von Freiheit.“ Vielleicht beschreibt dieser Satz nicht nur den Schlossberg, sondern den Südlichen Oberrhein insgesamt. Kaum eine andere Region verbindet wirtschaftliche Stärke, Natur, Kultur und Lebensqualität auf so engem Raum. Freiburg, Schwarzwald, Kaiserstuhl, Vogesen, Frankreich und die Schweiz liegen praktisch vor der Haustür.
Für Dattler ist genau diese Mischung einer der großen Standortvorteile der Region. Als Gastronom erlebt er täglich, welche Anziehungskraft Freiburg und der südliche Oberrhein auf Gäste aus nah und fern ausüben. „Ich glaube, dass die Menschen in Freiburg sich gar nicht bewusst sind, welche Bedeutung Tourismus für sie selbst hat.“ Für Dattler profitieren Gäste und Einheimische gleichermaßen von Investitionen in Infrastruktur, Freizeitangebote und Aufenthaltsqualität. „Alle Maßnahmen, die den Tourismus fördern könnten, kommen auch den Bürgern der Stadt zugute.“
Für Dattler ist genau diese Mischung einer der großen Standortvorteile der Region. Als Gastronom erlebt er täglich, welche Anziehungskraft Freiburg und der südliche Oberrhein auf Gäste aus nah und fern ausüben. „Ich glaube, dass die Menschen in Freiburg sich gar nicht bewusst sind, welche Bedeutung Tourismus für sie selbst hat.“ Für Dattler profitieren Gäste und Einheimische gleichermaßen von Investitionen in Infrastruktur, Freizeitangebote und Aufenthaltsqualität. „Alle Maßnahmen, die den Tourismus fördern könnten, kommen auch den Bürgern der Stadt zugute.“
Wo Erinnerungen entstehen
Doch so wichtig Landschaft, Standort und Tourismus auch sind, für Dattler stehen die Menschen im Mittelpunkt. Seit Generationen kommen Familien für Geburtstage, Hochzeiten, Jubiläen oder einfach einen besonderen Abend in sein Restaurant. Viele verbinden persönliche Erinnerungen mit dem Haus. Diese Verbindung spürt Dattler immer wieder. Besonders in den Momenten, die über den normalen Restaurantbesuch hinausgehen. „Wenn Stammgäste sagen, sie möchten sich hier ein letztes Mal mit ihrer Familie treffen, dann öffnen wir auch mal am Ruhetag. Das ist für uns ein Stück Wertschätzung für die jahrzehntelange Verbundenheit.“
Gastgeber zu sein bedeutet für ihn weit mehr, als Essen und Getränke zu servieren. „Man sollte auf jeden Fall Freude daran haben, Menschen zu begegnen. Das ist schon mal die wichtigste Voraussetzung.“ Vielleicht erklärt genau das auch seinen Anspruch an das eigene Haus. „Die Leute dürfen nachher nicht sagen: Die Aussicht war toll. Die Leute müssen sagen: Es war super, das Essen hat geschmeckt. Und die Aussicht war auch noch toll.“
Gastgeber zu sein bedeutet für ihn weit mehr, als Essen und Getränke zu servieren. „Man sollte auf jeden Fall Freude daran haben, Menschen zu begegnen. Das ist schon mal die wichtigste Voraussetzung.“ Vielleicht erklärt genau das auch seinen Anspruch an das eigene Haus. „Die Leute dürfen nachher nicht sagen: Die Aussicht war toll. Die Leute müssen sagen: Es war super, das Essen hat geschmeckt. Und die Aussicht war auch noch toll.“
Verantwortung heißt: mit anpacken
Unternehmertum bedeutet für Jörg Dattler mehr als wirtschaftlicher Erfolg. Qualität, Beständigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, gehören für ihn untrennbar zusammen. „Man darf sich für nichts zu schade sein.“ Wer einen Betrieb führen wolle, müsse bereit sein, überall mit anzupacken. „Da muss man auch mal die Spülmaschine bedienen, in der Küche helfen, im Service aushelfen oder das Lager verräumen. Man muss für alles da sein.“ Diese Haltung spiegelt sich auch in seinem Engagement außerhalb des Unternehmens wider. Seit vielen Jahren engagiert sich Dattler ehrenamtlich, vor allem in der Ausbildung junger Menschen, und bringt seine Erfahrungen in die Arbeit der IHK und des DEHOGA ein. „Wenn sich niemand engagiert, wird auch nichts passieren.“
Pauschale Urteile über die junge Generation lehnt er ab. Stattdessen sieht er die Herausforderungen einer Zeit, die von permanenter Erreichbarkeit und Informationsflut geprägt ist. „Vielleicht können die jungen Menschen da heute auch gar nichts dafür, dass sie teilweise abgelenkt sind, weil dieser Informationsüberfluss und diese Smartphones, das ist halt Gift.“ Leistungsbereitschaft und Engagement erlebe er dennoch jeden Tag. „Man muss schon ein bisschen Glück haben, an die Richtigen zu geraten. Und wenn man die hat, dann muss man die motivieren und mitnehmen. Aber die gibt es schon.“ Dieser Gedanke prägt auch sein Verständnis als Unternehmer: Menschen entwickeln, Verantwortung übertragen und gleichzeitig offen für Veränderungen bleiben. „Tradition muss man immer wieder ins Jetzt transportieren. Sonst bleibt man irgendwann auf der Strecke.“
Pauschale Urteile über die junge Generation lehnt er ab. Stattdessen sieht er die Herausforderungen einer Zeit, die von permanenter Erreichbarkeit und Informationsflut geprägt ist. „Vielleicht können die jungen Menschen da heute auch gar nichts dafür, dass sie teilweise abgelenkt sind, weil dieser Informationsüberfluss und diese Smartphones, das ist halt Gift.“ Leistungsbereitschaft und Engagement erlebe er dennoch jeden Tag. „Man muss schon ein bisschen Glück haben, an die Richtigen zu geraten. Und wenn man die hat, dann muss man die motivieren und mitnehmen. Aber die gibt es schon.“ Dieser Gedanke prägt auch sein Verständnis als Unternehmer: Menschen entwickeln, Verantwortung übertragen und gleichzeitig offen für Veränderungen bleiben. „Tradition muss man immer wieder ins Jetzt transportieren. Sonst bleibt man irgendwann auf der Strecke.“
Die mutigste Entscheidung
Wie eng für Dattler unternehmerischer Mut und die Entwicklung eines Standorts zusammenhängen, zeigt die Geschichte der Schlossbergbahn. Die Seilbahn aus dem Jahr 1968 hatte den Schlossberg für viele Besucher erschlossen. Als sie nach rund 40 Jahren Betriebszeit zunehmend sanierungsbedürftig wurde, stand eine Grundsatzentscheidung an: modernisieren oder aufgeben. Dattler entschied sich für die Zukunft. „Das war mit Sicherheit die mutigste Entscheidung.“ Die Investition war mit erheblichen Unsicherheiten verbunden und hätte auch scheitern können. Heute ist der Schrägaufzug weit mehr als die Verbindung zu seinem Restaurant. Sie macht den Schlossberg für Familien mit Kinderwagen, ältere Menschen und mobilitätseingeschränkte Besucher weiterhin zugänglich. Vor allem aber erschließt sie einen der beliebtesten Aussichtspunkte Freiburgs für Einheimische und Gäste gleichermaßen. Dass heute deutlich mehr Menschen mit der Bahn auf den Schlossberg fahren, als anschließend im Restaurant einkehren, sieht Dattler nicht als Widerspruch. Im Gegenteil: Für ihn ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie Infrastruktur die Attraktivität einer Region stärken kann. Sie verbindet Stadt und Natur, verbessert die Erreichbarkeit und macht einen besonderen Ort für viele Menschen erlebbar.
„Wir haben hier eigentlich alles.“
Was er an der Region besonders schätzt? „Wir haben hier eigentlich alles.“ Schwarzwald, Kaiserstuhl, Vogesen, das Dreiländereck, kurze Wege und eine hohe Lebensqualität. „Das Einzige, wovon wir zu wenig haben, ist Wasser. Wenn wir jetzt hier noch so einen Bodensee hätten oder hinter dem Kaiserstuhl das Meer beginnen würde. Dann hätten wir wahrscheinlich hier die eierlegende Wollmilchsau. Aber ansonsten haben wir echt alles,“ sagt Dattler mit einem Schmunzeln.
Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Bodenständigkeit, Gastfreundschaft und Lebensqualität, die Jörg Dattler so schätzt. Und die er seit Jahrzehnten selbst lebt. Vom Jungen, der mit seinem Hund über den Schlossberg streifte, bis zum Gastgeber über den Dächern Freiburgs zieht sich ein roter Faden durch sein Leben: die Freude an Begegnungen und die Verbundenheit zu seiner Heimat. Oder wie er selbst sagt: „Wir haben hier eigentlich alles.“
Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Bodenständigkeit, Gastfreundschaft und Lebensqualität, die Jörg Dattler so schätzt. Und die er seit Jahrzehnten selbst lebt. Vom Jungen, der mit seinem Hund über den Schlossberg streifte, bis zum Gastgeber über den Dächern Freiburgs zieht sich ein roter Faden durch sein Leben: die Freude an Begegnungen und die Verbundenheit zu seiner Heimat. Oder wie er selbst sagt: „Wir haben hier eigentlich alles.“