"Hier geht was!" beim Sommerfest

Ein Sommerabend voller Zuversicht, Austausch und neuer Impulse: Die IHK Südlicher Oberrhein hat am 30. Juni ihr Sommerfest in und um die Reithalle im Kulturforum Offenburg gefeiert. Unter dem Kampagnenmotto „Hier geht was!“ stand der Abend ganz im Zeichen von unternehmerischem Optimismus, regionaler Stärke und persönlichem Netzwerken.
Den Abend eröffnete IHK-Vizepräsidentin Brigitta Schrempp mit einem Impuls zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und einem Blick auf die Herausforderungen und Chancen für den Wirtschaftsstandort Südlicher Oberrhein. „Die vergangenen Jahre haben den Unternehmen viel abverlangt. Hohe Energie- und Rohstoffkosten, Fachkräftemangel, Bürokratie, geopolitische Unsicherheiten und eine schwächelnde Konjunktur stellen viele Betriebe vor große Herausforderungen.“ Es sei aber wichtig, nicht nur über Probleme zu sprechen. Schrempp: „Unsere Region war nicht erfolgreich, weil die Zeiten immer einfach waren. Sie war erfolgreich, weil Unternehmerinnen und Unternehmer auch in schwierigen Zeiten Chancen erkannt haben. Weil sie Mut bewiesen haben. Weil sie bereit waren, Neues auszuprobieren und Veränderungen aktiv zu gestalten.
Genau diese Haltung bringt unsere aktuelle Kampagne auf den Punkt: ‚Hier geht was!'“ Das sei weit mehr als ein Slogan. „Es ist eine Beschreibung dessen, was unsere Region auszeichnet. Hier entstehen Innovationen und Familienunternehmen werden über Generationen weiterentwickelt. Hier werden junge Menschen ausgebildet und Perspektiven geschaffen. Hier wird nicht gewartet, bis andere Lösungen präsentieren, hier werden Lösungen entwickelt.“
„Jeder wollte helfen und dabei sein.“
Als prägende Beispiele für die Fähigkeit, Lösungen zu entwickeln und mit Mut neue Wege zu gehen, hatte die IHK drei unternehmerisch Verantwortliche aus der Ortenau zum IHK-Sommertalk geladen: die Gründerin des Conceptstores „Schlosserei“ in Offenburg, Pia Konprecht, den Inhaber des Hotel-Restaurants Rebstock in Durbach, Volker Baumann, und Philipp Prechtl, Strategie-Vorstand der Oberkircher Koehler-Gruppe. Moderiert wurde das Podium von IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Dieter Salomon.
Die ehemalige Leistungssportlerin Konprecht hat mit der „Schlosserei“ ein modulares Konzept entwickelt, das unterschiedliche Nutzungsformen ihres Stores ermöglicht: vom Café über eine Modeboutique bis hin zum Co-Working-Space und Veranstaltungsort. Konprecht setzt als Wirtschaftspsychologin begleitend fachliche Impulse: „Die Anforderungen, die wir in der Wirtschaft derzeit haben, flexibel agieren zu können, setze ich mit meinem Unternehmen um.“
Auch Gastronom Volker Baumann ist es gewohnt, ständig unternehmerisch flexibel zu bleiben, gleichzeitig aber seinen Gästen ein beständiges und verlässliches Angebot zu unterbreiten. In der für die Gastronomie existenzbedrohenden Corona-Pandemie hatte er mit seinen Mitarbeitenden Gerichte zur Auslieferung und zum Versand entwickelt und in einem Onlineshop angeboten. Das habe auch seine Belegschaft zusammengeschweißt: „Jeder wollte helfen und dabei sein.“ Baumanns pragmatische Devise: Ärmel hochkrempeln und loslegen, auch wenn das Risiko groß ist. Immer dann, wenn es total beschissen ist, musst du am meisten Gas geben.
Gas gegeben hat auch der Papierhersteller Koehler. Das Familienunternehmen ist unter anderem bekannt für seine Thermo- und Verpackungspapiere sowie die im Murgtal beim Tochterunternehmen Katz aus Holzschliffpappe hergestellten Getränkeuntersetzer. Koehler setzt bereits seit 2012 auf die Karte erneuerbare Energien und will den Anspruch, bis 2030 klimaneutral zu arbeiten, umsetzen. „Es zeichnet uns aus, mit unternehmerischem Antrieb in Vorleistung zu gehen, weil wir davon überzeugt sind, dass es der richtige Schritt ist“, sagt Philipp Prechtl. Dieses Denken habe dazu beigetragen, dass Koehler auch nach acht Generationen in der Lage sei, wettbewerbsfähig Papier am Standort Deutschland zu produzieren.
Die rund 400 Gäste aus Unternehmen, Gesellschaft, Politik und Verwaltung waren an diesem Abend nicht nur zum Sommerfest gekommen, um die Positivbeispiele auf sich wirken zu lassen, sondern auch um sich zu vernetzen und einen geselligen Abend zu verbringen. Dafür war an diesem Abend ausreichend Zeit – in entspannter Atmosphäre, mit Raum für neue Perspektiven und der Gewissheit: „Hier geht was!“