Mitgliederbefragung zur IHK-Kommunikation
Fast drei Viertel der Befragten (74,6 Prozent) möchten über Newsletter auf Veranstaltungen und Beratungsangebote aufmerksam gemacht werden. Auf Platz zwei folgt die Internetseite (39,9 Prozent), dahinter das Magazin Wirtschaft im Südwesten (25,4 Prozent) und LinkedIn (15,3 Prozent).
Auch beim Informationsverhalten dominiert das E-Mail-Format: 49 Prozent der Befragten nutzen die Newsletter, um sich über Wirtschaftsthemen zu informieren. Damit liegt dieses Format vor dem Magazin Wirtschaft im Südwesten (28,3 Prozent), LinkedIn (25,5 Prozent), Instagram (16,1 Prozent) und Podcast (11,9 Prozent).
Website wird genutzt – speziell bei konkretem Bedarf
Die IHK-Homepage erfüllt vor allem die Rolle eines Service-Portals. Regelmäßige Besuche kommen seltener vor: 17,8 Prozent der Befragten nutzen die Internetseite häufig oder immer. Die Nutzungsdaten zeigen zugleich, welche Inhalte Unternehmen tatsächlich suchen. Besonders gefragt sind (1. Halbjahr 2026):
- Gründung & Sicherung (27.730 Besuche)
- Internationales Geschäft (15.884 Besuche)
- Umwelt und Energie (10.958 Besuche)
- Recht und Steuern (9.664 Besuche)
- Ausbildung und Prüfungen (21.070 Besuche innerhalb des Bereichs „Fachkräfte entwickeln“)
Einzelne Servicethemen erzielen außergewöhnlich hohe Reichweiten. Besonders stark nachgefragt wurden Informationen zur Rückzahlung von Corona-Soforthilfen (13.259 Besuche), das Azubi-Infocenter (4.780 Besuche) sowie Hinweise zum Export in die Schweiz (3.575 Besuche). Die Daten zeigen klar: Unternehmen kommen auf die Website, wenn sie ein konkretes Problem lösen müssen. Inhalte mit unmittelbarem Praxisbezug erzielen die höchste Aufmerksamkeit.
Unternehmen wollen Wissen statt Small Talk
Bei den Veranstaltungsformaten gibt es einen Favoriten: 61 Prozent der Teilnehmenden bevorzugen Fachvorträge. Workshops und Seminare folgen mit 53,8 Prozent, Netzwerktreffen mit 43,6 Prozent. Podiumsdiskussionen liegen bei 14,7 Prozent. Auch beim Veranstaltungsort gibt es eine Präferenz: Trotz Digitalisierung bevorzugen zwei Drittel der Befragten weiterhin Präsenzveranstaltungen (66,5 Prozent). Online-Formate erreichen 52,4 Prozent Zustimmung. Viele Unternehmen wünschen sich offenbar keinen Ersatz, sondern eine intelligente Kombination beider Formate. Die beliebtesten Zeitfenster liegen am Nachmittag (45,2 Prozent) und am Abend (45,2 Prozent). Veranstaltungen in der Mittagspause oder spätabends stoßen dagegen auf deutlich weniger Interesse.
KI, Fachkräfte und Bürokratieabbau dominieren die Zukunftsthemen
Bei der Frage, welchen Themen sich die IHK verstärkt widmen sollte, ergeben sich verschiedene Schwerpunkte.
Kaum ein Begriff erscheint häufiger als „KI“. Die Unternehmen wünschen sich konkrete Praxisbeispiele und Anwendungsfälle statt abstrakter Diskussionen. Gefragt sind unter anderem:
- KI im Büroalltag
- Automatisierung von Prozessen
- Einsatzmöglichkeiten im Handwerk
- Auswirkungen auf die Arbeitswelt
- Cybersicherheit und KI
- Schulungen und Best-Practice-Beispiele
Bürokratieabbau als Dauerbrenner
Noch häufiger als KI wird Bürokratieabbau genannt. Die Unternehmen wünschen sich eine stärkere politische Interessenvertretung, weniger Berichtspflichten sowie Unterstützung im Umgang mit neuen Regulierungen, etwa bei Datenschutz, E-Rechnungen oder Umweltvorschriften.
Fachkräfte und Ausbildung bleiben Kernanliegen
Zahlreiche Antworten betreffen Fachkräftesicherung, Berufsorientierung, Weiterbildung und Ausbildung. Besonders häufig genannt werden:
- Gewinnung junger Talente
- Werbung für die duale Ausbildung
- Fachkräfte aus dem Ausland
- Mitarbeiterbindung
- Kooperationen mit Schulen
- Unterstützung von Ausbildungsbetrieben
Nachfolge und Vernetzung gewinnen an Bedeutung
Viele Teilnehmende sehen die IHK zudem als Plattform für Austausch und Vernetzung. Neben Netzwerken werden insbesondere Unternehmensnachfolge und Übergabeprozesse als Zukunftsthemen genannt.
Fazit: Hohe Erwartungen an eine praxisnahe IHK
Die Mitgliedsbetriebe erwarten eine IHK, die Orientierung gibt, auf den Abbau bürokratischer Hürden hinwirkt, und Unternehmen bei der Fachkräftesicherung und der Einführung neuer Technologien unterstützt. Newsletter und Website bleiben dabei wichtige Kommunikationswege.
Methodik: Für die Befragung wurden insgesamt 10.000 Personen/Mitgliedsbetriebe im Mai 2026 über den IHK-Newsletter und ein gesondertes Einzelmailing angeschrieben und es gab rund 250 Teilnahmen.