Erleichterungen für internationale Berufskraftfahrer zeigen erste Wirkung
Die im Sommer beschlossenen Erleichterungen für die Logistik- und Transportbranche kommen bei Unternehmen und internationalen Fachkräften an. Der Bundesrat hatte am 10. Juli einer entsprechenden Verordnung zugestimmt. Einige Monate später zeigt sich aus Sicht der IHK Südlicher Oberrhein: Vor allem mehrsprachige Prüfungen und vereinfachte Verfahren beim Führerscheinumtausch können die Rekrutierung internationaler Berufskraftfahrer erleichtern.
Erleichterte Verfahren beim Umtausch ausländischer Führerscheine
Zu den Neuerungen gehören unter anderem Prüfungen für die Grundqualifikation in weiteren Sprachen, erleichterte Verfahren beim Umtausch ausländischer Führerscheine sowie Anpassungen bei der beruflichen Qualifizierung. Damit sollen Unternehmen offene Stellen schneller besetzen und internationale Fachkräftepotenziale besser nutzen können.
„Wir haben den Bedarf an Prüfungen in Fremdsprachen seit Beginn unserer Arbeit im Mai 2023 immer wieder aus den Unternehmen gespiegelt bekommen. Deshalb ist es besonders erfreulich, dass sich hier nun konkrete Verbesserungen ergeben“, sagt Olga Kuchendaeva, Beraterin im Welcome Center Südlicher Oberrhein.
Wie groß das Interesse an den neuen Möglichkeiten ist, zeigt das Beispiel der ITS Spedition GmbH aus Offenburg. Das international tätige Unternehmen rekrutiert unter anderem Fachkräfte aus russischsprachigen Ländern. „Ich habe regelmäßigen Kontakt mit der ITS Spedition. Das Unternehmen hatte darauf gewartet, dass die Prüfung auch in russischer Sprache möglich wird. Nachdem ich die entsprechenden Informationen weitergeleitet hatte, war die Reaktion sehr positiv“, berichtet Kuchendaeva.
Auch für ukrainische Berufskraftfahrer ergeben sich konkrete Erleichterungen beim Führerscheinumtausch. „Einige ukrainische Fachkräfte mit Lkw-Führerschein sind darüber sehr erleichtert. Gleichzeitig sind sie froh, dass sie die Grundqualifikation in ihrer Sprache ablegen können“, so Kuchendaeva.
Verbesserungen bei berufsbezogener Sprachförderung
Für die IHK Südlicher Oberrhein ist entscheidend, dass die neuen rechtlichen Möglichkeiten auch in der betrieblichen Praxis ankommen. Das Welcome Center Südlicher Oberrhein unterstützt Unternehmen und internationale Fachkräfte dabei, sich im Zusammenspiel von Rekrutierung, Anerkennung, Qualifizierung und Aufenthalt zu orientieren.
Auch bei der berufsbezogenen Sprachförderung gibt es Verbesserungen: Seit Oktober 2026 wird das Angebot an Berufssprachkursen wieder ausgeweitet. Insbesondere Kurse auf den Niveaus B2, C1 und C2 sollen stärker angeboten werden. Zudem können Fachpraxis-Berufssprachkurse wieder durchgeführt werden. Damit stehen Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten zur Verfügung, internationale Beschäftigte gezielt auf den Arbeitsalltag vorzubereiten.
„Die ersten Erfahrungen zeigen: Rechtliche Erleichterungen können einen konkreten Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten. Wichtig ist, dass Unternehmen die neuen Möglichkeiten kennen und wissen, wie sie diese für ihre eigenen Rekrutierungsprozesse nutzen können. Dabei unterstützen wir mit unserer Beratung“, so Kuchendaeva.
Die IHK Südlicher Oberrhein: Stark machen für rund 75.000 Mitglieder
Vom Kleinunternehmer bis zum Weltmarktführer – die IHK Südlicher Oberrhein vertritt die Interessen der Wirtschaft gegenüber Politik und Verwaltung. Wir beraten sowohl Startups als auch etablierte Unternehmen, Fachkräfte und solche, die es werden wollen, organisieren Prüfungen und trommeln bei Kommunen und Verwaltungen für optimale Standortbedingungen. Für den Staat übernehmen wir ausgewählte Aufgaben, informieren über neue Zoll-Richtlinien, Wachstumschancen auf ausländischen Märkten oder organisieren zahlreiche Netzwerktreffen und Veranstaltungen.
Über die IHK-Kampagne „Hier geht was!“
Wir geben den erfolgreichen Unternehmen im Rahmen unserer Standortkampagne ein Gesicht: Durch ihre langjährige Erfahrung und Kenntnisse in den verschiedenen Branchen der Region bringen unsere Botschafterinnen und Botschafter jede Menge Expertise mit und können aus erster Hand von den Stärken und Potenzialen des südlichen Oberrheins berichten. Botschafter:innen sind unter anderem Robin Rombach, CEO des Freiburger Start-ups Black Forest Labs, Dr. Dorothea Helmer, Mitgründerin des Freiburger Start-ups Glassomer, oder Europa-Park-Mitgründer Roland Mack. Jeden Monat kommen weitere Standortbotschafter:innen dazu.
Über den IHK-Podcast „Boss Storys“
In unserem neuen Podcast Boss Storys sprechen wir mit Menschen, die die Region aktiv mitgestalten. Unternehmer:innen und Wissenschaftler:istandortkampagnennen, die im Hintergrund agieren, aber auch Menschen aus dem öffentlichen Leben wie Sportler:innen und Kulturschaffende. Sie alle prägen den südlichen Oberrhein auf ganz unterschiedliche Weise. Boss Storys: Erfolgsgeschichten, die Mut machen.