„Baden-Württembergs Wirtschaft braucht Tempo“

Angesichts der laufenden Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg mahnt die Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein eine zügige und konsequente Umsetzung wirtschaftsfreundlicher Reformen an. Grundlage sind die „20 Punkte für die Wirtschaft“ des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK), die zentrale Handlungsfelder wie Bürokratieabbau, Fachkräftesicherung, Innovationsförderung sowie Infrastruktur und Energie adressieren.
„Unsere Unternehmen stehen unter enormem Anpassungsdruck – durch Transformation, Digitalisierung und globale Wettbewerbsbedingungen. Was sie jetzt brauchen, ist ein Staat, der schneller, einfacher und verlässlicher handelt“, betont Dr. Dieter Salomon, Hauptgeschäftsführer der IHK Südlicher Oberrhein.
Ein zentrales Anliegen ist der strukturelle Abbau von Bürokratie. Verwaltungsverfahren müssten dringend vereinheitlicht und vollständig digitalisiert werden – über kommunale und Landesgrenzen hinweg. „Es ist nicht mehr vermittelbar, dass identische Anträge je nach Kommune unterschiedlich behandelt oder mehrfach eingereicht werden müssen. Das kostet Zeit, Geld und Innovationskraft“, so Salomon. Das sogenannte „Once-Only“-Prinzip, bei dem Unternehmen Daten nur einmal angeben müssen, müsse endlich konsequent umgesetzt werden.
„Wir müssen wir jetzt handeln – entschlossen, koordiniert und mit klarem Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit.“
Zugleich sieht die IHK großes Potenzial in der Digitalisierung und Automatisierung der Verwaltung. Moderne Registerstrukturen sowie der verstärkte Einsatz von KI-Assistenzsystemen könnten Verfahren erheblich beschleunigen und gleichzeitig Personalressourcen effizienter einsetzen. „Wir brauchen den Mut zur Entscheidung – auch in der Verwaltung. Digitalisierung darf kein Pilotprojekt bleiben, sondern muss zum Standard werden“, fordert Salomon.
Für die Unternehmen im Kammerbezirk Südlicher Oberrhein, der stark industriell geprägt und zugleich durch zahlreiche mittelständische Betriebe gekennzeichnet ist, seien diese Reformen von existenzieller Bedeutung. Neben dem Bürokratieabbau hebt die IHK insbesondere die Bedeutung einer modernen Infrastruktur, verlässlicher Energieversorgung sowie einer starken dualen Ausbildung hervor.
„Wenn wir Baden-Württemberg als führenden Industriestandort erhalten wollen, müssen wir jetzt handeln – entschlossen, koordiniert und mit klarem Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit“, so Salomon abschließend. „Die kommenden Jahre entscheiden darüber, ob unsere Region auch künftig zu den wirtschaftsstärksten in Europa gehört.“
Die IHK Südlicher Oberrhein appelliert daher an die Verhandlungspartner, die Anliegen der Wirtschaft konsequent in den Koalitionsvertrag zu integrieren und zügig umzusetzen.