Zusatzqualifikationen
Kammergeregelte Zusatzqualifikationen sind Teil eines umfangreichen Angebots in der beruflichen Erstausbildung
Im Bereich der Berufsausbildung hat sich in den letzten Jahren viel getan, um die veränderten Anforderungen in der Arbeitswelt aufzugreifen. Zum einen nehmen Novellierungen der Ausbildungsordnungen die Veränderungen in das jeweilige Berufsbild auf, zum anderen wird das Angebot an zusätzlichen Qualifizierungen ausgebaut.
Unter einer Zusatzqualifikation wird eine Maßnahme verstanden, die über das Ausbildungsberufsbild hinaus zusätzliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt. Zusatzqualifikationen (ZQ) richten sich an Auszubildende in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, finden während der Ausbildung statt und ergänzen die Ausbildung um zusätzliche Inhalte.
Unter einer Zusatzqualifikation wird eine Maßnahme verstanden, die über das Ausbildungsberufsbild hinaus zusätzliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt. Zusatzqualifikationen (ZQ) richten sich an Auszubildende in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, finden während der Ausbildung statt und ergänzen die Ausbildung um zusätzliche Inhalte.
ZQs für Auszubildende
Für Auszubildende stellen Zusatzqualifikationen ein attraktives Format dar, denn der Erwerb zusätzlicher berufsspezifischer oder berufsübergreifender Kompetenzen wertet den Berufsabschluss auf und verbessert die Chancen beim Eintritt in den Arbeitsmarkt. Mit Zusatzqualifikationen können Auszubildende einen Nachweis erwerben, mit dem sie dokumentieren, dass sie ihre beruflichen Kompetenzen vertieft, erweitert oder sich bereits auf einen Fortbildungsabschluss vorbereitet haben.
ZQs für Betriebe
Für Betriebe sind Zusatzqualifikationen ein flexibel einsetzbares und vielseitig gestaltbares Instrument, um eine vorausschauende Qualifizierungspolitik zu betreiben. Sie ermöglichen es Unternehmen, aktuelle und spezifische Anforderungen - zum Beispiel durch den digitalen Wandel - schon während der Ausbildung zusätzlich zu integrieren. Gleichzeitig können Unternehmen mit dem Angebot von ZQs ihre Ausbildungsplätze attraktiv machen für engagierte Bewerber guter schulischer Leistung, Abitur, Fachhochschulreife oder auch Studienzweifler.
- ZQ Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen
Die Arbeitswelt verändert sich – digitale Technologien und insbesondere Künstliche Intelligenz verändern rasant Prozesse, Produkte und Geschäftsmodelle.Umso wichtiger ist es, Auszubildende bei diesen Entwicklungen mitzunehmen und ihnen Kompetenzen zu vermitteln, die sie – und ihre Ausbildungsbetriebe – zukunftsfähig machen. Themen wie Automatisierung, Datenanalyse und KI-basierte Entscheidungsprozesse gewinnen in nahezu allen Branchen an Relevanz – und genau hier setzt das neue Angebot an: Der Berufsbildungsausschuss der IHK Südlicher Oberrhein hat die Zusatzqualifikation mit der besonderen Rechtsvorschrift „Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen“ in seiner Sitzung verabschiedet. Ab dem neuen Ausbildungsjahr Herbst 2026 können IHK-Auszubildende aus kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufen das Angebot nutzen, wenn es von ihrer Berufsschule angeboten wird. Themenschwerpunkte dabei sind die Grundbegriffe der KI, Chancen, Herausforderungen und ethische Fragen, der Umgang mit Daten sowie die Grundkenntnisse im Bereich Datenanalyse und maschinelles Lernen plus die potenziellen Einsatzbereiche und Anwendungsfälle in Unternehmen.Die Zusatzqualifikation ist ein zusätzliches Lernangebot, das Auszubildende über die regulären Inhalte ihres anerkannten Ausbildungsberufs hinaus absolvieren können. Diese ZQ erweitert fachliche bzw. überfachliche Kompetenzen und macht die Ausbildung attraktiver und individueller. Hier im Speziellen wird praxisnahes Grundwissen zu KI und maschinellem Lernen vermittelt. Auszubildende lernen Potenziale und Einsatzmöglichkeiten von KI im eigenen Betrieb zu erkennen und aktiv mitzugestalten. Die Unterrichtseinheiten finden in Präsenz an der Berufsschule statt.Eine Pilotierung an einer Berufsschule in unserem Kammerbezirk hat ergeben, dass seitens der Auszubildenden Interesse besteht. Alle 10 teilnehmenden Schüler:innen aus IT-Berufen haben die Prüfung bestanden. Das Projekt wurde positiv wahrgenommen, setzt jedoch gewisse IT-Grundkompetenzen voraus. Künftig wird es das Angebot zur Zusatzqualifikation Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen an der Max-Weber-Schule in Freiburg und der Gewerblich-Technischen Schule Offenburg geben. Mit weiteren Schulen finden Gespräche statt.
- ZQ Bar und Wein
Die fachkundige Beratung der Gäste zu Getränken, insbesondere zu Wein und Spirituosen, sowie das Mixen von Cocktails wird in vielen Restaurants und Hotels immer wichtigerAuszubildende und Ausbildungsbetriebe, die hier mehr machen möchten, als der normale Ausbildungsplan vorsieht, können die Zusatzqualifikation „Bar und Wein“ vereinbaren. Damit kann der Gastro-Nachwuchs schon während der Ausbildung in eine erste spannende Spezialisierung einsteigen.Diese Zusatzqualifikation sieht Inhalte vor, die noch über die umfangreichen regulären Kompetenzen der Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie hinausgehen. Für Auszubildende in diesem Beruf eignet sie sich daher besonders gut. Die Zusatzqualifikation kann aber auch von Azubis aller anderen dreijährigen Gastro- und Hotelberufe absolviert werden, d.h.: Fachleute für Systemgastronomie, Hotelfachleute, Kaufleute für Hotelmanagement.Die Zusatzqualifikation kann zwischen Ausbildungsbetrieb und Azubi vereinbart werden. Das kann entweder schon zu Ausbildungsbeginn oder auch während der Ausbildung passieren. Voraussetzung ist, dass beide dies wollen und dass der Betrieb die in der Zusatzqualifikation vorgesehenen Inhalte vermitteln kann.In der Prüfung der Zusatzqualifikation hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
- Betriebsabläufe an der Bar zu organisieren,
- Getränke gemäß der empfohlenen Trinktemperatur fachgerecht zu lagern,
- Lagerbestände zu kontrollieren,
- Getränkeangebote anlassbezogen zusammenzustellen,
- Getränke zu empfehlen und hinsichtlich Herkunft, Inhaltsstoffen, Herstellung und Geschmack zu erläutern sowie Fachbegriffe der Bar anzuwenden,
- Cocktails nach vorgegebener Rezeptur zu kalkulieren, fachgerecht herzustellen, anzurichten und zu servieren,
- Weine fachgerecht zu servieren und
- situationsgerecht mit Gästen zu kommunizieren.
Die Zusatzqualifikation Bar und Wein kann auf Antrag von Auszubildenden abgelegt werden. Die Auszubildenden müssen dazu nachweisen, dass die erforderlichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten im Rahmen der Berufsausbildung (Zeitrichtwert 8 Wochen) vermittelt worden sind. - ZQ Vertiefung für vegetarische und vegane Küche
Kochen mit pflanzlichen Lebensmitteln wird in der Gastronomie immer wichtiger. Die Zahl der Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, wächst seit Jahren. Und auch viele Gäste, die tierische Lebensmittel nicht grundsätzlich ablehnen, haben Lust auf pflanzenbetonte Küche.Auszubildende und Ausbildungsbetriebe, die hier mehr machen möchten, als der normale Ausbildungsplan vorsieht, können die Zusatzqualifikation „Vertiefung vegetarische und vegane Küche“ vereinbaren. Damit kann der Küchen-Nachwuchs schon während der Ausbildung in eine erste spannende und zukunftsorientierte Spezialisierung einsteigen.Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Zusatzqualifikation Vertiefung für vegetarische und vegane Küche:
- vegetarische und vegane Zutaten und Produkte hinsichtlich ihrer Verwendung einordnen, insbesondere Getreide, Vollkornprodukte, Sojaprodukte, Algen, Hülsenfrüchte, Nüsse sowie Würz- und Süßungsmittel
- Möglichkeiten für Alternativprodukte aufzeigen, insbesondere Alternativen für Fleisch sowie für Eier, Milch und Käse
- traditionelle und moderne vegetarische und vegane Speisen und Menüs, insbesondere unter Berücksichtigung des Nährstoffgehalts, zusammenstellen und zubereiten
- pflanzliche Zutaten vitamin- und geschmacksschonend einlagern, haltbar machen und garen
- vegetarische und vegane Produkte und Alternativprodukte beschaffen
- beim Einkauf und bei der Lieferantenauswahl insbesondere Nachhaltigkeit, Saisonalität und Regionalität berücksichtigen und Besonderheiten von Zertifikaten und Gütesiegeln kennen
- Gäste zum vegetarischen und veganen Angebot beraten und dabei die individuelle Ernährungsweise der Gäste berücksichtigen
Die Zusatzqualifikation kann auf Antrag der Auszubildenden abgelegt werden. Die Anmeldung für die ZQ erfolgt mit der Anmeldung zur Abschlussprüfung. Die Auszubildenden müssen dazu nachweisen, dass die erforderlichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten im Rahmen der Berufsausbildung mind. 8 Wochen vermittelt worden sind. Die Prüfung findet im zeitlichen Zusammenhang mit Teil 2 der Abschlussprüfung als gesonderte Prüfung statt. - Zusatzqualifikation Hotel- und Gastronomiemanagement
Wer bereits in der Berufsausbildung den Grundstein für die weitere Karriere in der national oder international tätigen Hotellerie oder Gastronomie legen möchte, ist in dieser Zusatzqualifikation genau richtig. Absolventen der Zusatzqualifikation Hotelmanagement und Gastronomiemanagement streben häufig Führungspositionen in der (internationalen) Hotellerie und Gastronomie an.Die Zusatzqualifikation Hotelmanagement und Gastronomiemanagement wird angeboten für Auszubildende in den Ausbildungsberufen
- Hotelfachmann/-frau
- Koch/Köchin
- Fachmann/-frau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie
- Fachmann/-frau für Systemgastronomie
Weitere Informationen zu den Inhalten und Prüfungen finden Sie bei der Landesberufsschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Villingen-Schwenningen.