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Europa zum Anfassen für Jugendliche aus Stuttgart

Im Rahmen der bundesweit von den Industrie- und Handelskammern durchgeführten EU-Projekttage an Berufsschulen haben sieben Auszubildende des Stuttgarter Unternehmens Lapp zusammen mit ihrem Ausbilder, ihrer Berufsschulleiterin sowie dem Ausbildungsberater der IHK Stuttgart am 17. Mai EU-Kommissar Günther Oettinger in Brüssel getroffen. Das mittelständische Ausbildungsunternehmen engagiert sich auch stark bei der Integration von Flüchtlingen in Ausbildung.

Die Gruppe berichtete Herrn Oettinger zunächst über ihren just am Vortag von der IHK Stuttgart organisierten EU-Projekttag an ihrer Berufsschule, bei dem den Berufsschülern mit konkreten betrieblichen Beispielen der Fa. Lapp die Bedeutung der EU für die deutsche und regionale Wirtschaft anschaulich vor Augen geführt wurde. Weiteres Thema  war das EU-Mobilitätsprogramm ERASMUS+, das Auszubildenden die Möglichkeit bietet, Lern- und Arbeitserfahrung im EU-Ausland zu sammeln. In diesem Zusammenhang betonte der betriebliche Ausbildungsleiter, der seine Azubis, darunter auch solche mit Migrations- und Fluchthintergrund, über dieses Programm ins Ausland sendet, die positiven Wirkungen einer solchen Auslandserfahrung für die berufliche und persönliche Entwicklung der Jugendlichen. Auch angesichts des von der Schulleiterin geschilderten Anstiegs fremdenfeindlicher Tendenzen unter jungen Menschen appellierte die Gruppe an den deutschen EU-Haushaltskommissar, die Finanzmittel für ERASMUS+, insbesondere auch den Anteil für die berufliche Bildung, weiter aufzustocken.

Kommissar Oettinger betonte die Bedeutung gut qualifizierter Fachkräfte in Deutschland und Europa für internationale Wettbewerbsfähigkeit. Eine gute berufliche Erstausbildung wie sie das europaweit als Modell angesehene deutsche duale System biete, existiere aber nur in wenigen EU-Ländern. Die EU gäbe aber zahlreiche politische Anstöße und Finanzhilfen insbesondere an die südeuropäischen Länder mit hoher Jugendarbeitslosigkeit, auch dort eine qualitativ hohe Berufsausbildung aufzubauen. Bei ERASMUS+ habe auch er persönlich sich sehr stark für den Kommissionsvorschlag vom Mai 2018 eingesetzt, seine Finanzmittel ab 2021 zu verdoppeln.  Die endgültige Entscheidung darüber liege aber jetzt bei den Mitgliedstaaten.

Die Auszubildenden betonten, dass es für Jugendliche beim Thema Europa wichtig und lehrreich sei, Brüssel und die EU-Kommission auch einmal hautnah erleben zu können.