Unternehmerinnen-Netzwerk-Treffen am 23.09.2026

Sei öfter eine Brennnessel! Was am Wegesrand wächst, kann einen neuen Blick auf das eigene Unternehmen eröffnen. Das zeigte der Walk & Talk des Unternehmerinnen-Netzwerks der IHK Erfurt am 23. September 2026 im Erfurter Steigerwald. Unter dem Motto „Aus Verantwortung wird Vorsprung“ ging es darum, eigene Stärken zu erkennen, Ressourcen bewusst einzusetzen und voneinander zu lernen.
Zur Begrüßung betonte Katrin Katzung, Vizepräsidentin der IHK Erfurt, dass unternehmerische Verantwortung auch bedeutet, auf die eigenen Kräfte zu achten und sich gegenseitig zu stärken.
Durch den Nachmittag führte Christine Rauch, Gründerin von WILDRAUSCH. Als Diplom-Betriebswirtin und Fachberaterin für essbare Wildpflanzen brachte sie zwei Perspektiven zusammen, die sich auf dem gemeinsamen Weg ergänzten. Anhand der Pflanzen zeigte sie, wie sich Eigenschaften aus der Natur auf unternehmerische Fragen übertragen lassen – vom Setzen klarer Grenzen bis zum Erkennen bislang ungenutzter Stärken.
Die Brennnessel etwa schützt sich mit ihren Brennhaaren und setzt damit eine klare Grenze. Für Unternehmerinnen steckt darin ein handfester Impuls. Auch ein Nein kann eine gute unternehmerische Entscheidung sein. Wer Zusatzaufgaben begrenzt und unpassende Aufträge ablehnt, schützt die eigene Zeit und Energie. So bleibt mehr Raum für die Arbeit, in der die eigenen Stärken liegen.
Das Klettenlabkraut etwa bleibt mit seinen kleinen Widerhaken haften. Es gab den Anstoß, darüber nachzudenken, was Kunden vom eigenen Unternehmen in Erinnerung behalten und wofür sie es weiterempfehlen. Der Giersch wiederum lenkte den Blick auf unterschätzte Ressourcen. Dazu können Wissen, langjährige Kundenbeziehungen oder Erfahrungen gehören, die im Alltag so selbstverständlich erscheinen, dass ihr besonderer Wert kaum noch auffällt.
In wechselnden Gesprächspaaren teilten die Unternehmerinnen ihre Erfahrungen und gaben einander Rückmeldung. Was die eine an sich selbst kaum bemerkte, konnte die andere als besondere Stärke erkennen. Gemeinsam überlegten sie, wie daraus ein klarer Nutzen für Kunden wird und wo sich ihre Fähigkeiten ergänzen könnten. So entstanden Anregungen für das eigene Angebot und mögliche Kooperationen.
Der gemeinsame Weg schuf Abstand zum Tagesgeschäft und Raum für Gespräche, die im vollen Kalender oft zu kurz kommen. Mit neuen Kontakten und konkreten Denkanstößen verband das Treffen den Austausch mit der Arbeit am eigenen Unternehmen. Und beim nächsten „Das mache ich noch schnell mit“ lohnt es sich vielleicht, an die Brennnessel zu denken.
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