Konjunktur und Wirtschaft
Wirtschafts- und Konjunkturinformationen
DIHK: Zahlen und Fakten
Wie entwickeln sich Wirtschaftswachstum, Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Inflation? Die wichtigsten Konjunkturindikatoren und -prognosen sowie Daten zum Außenhandel nach Ländern hält die DIHK hier für Sie bereit.
Stand: 31.07.2026
DIHK-Auswertung: Krise erreicht auch Dienstleistungsunternehmen
Lange konnten die Dienstleistungsunternehmen der schwachen Konjunktur trotzen. Doch nun schlägt die Krise auch hier voll durch. Das zeigt eine Sonderauswertung der DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2026, in der mehr als 11.000 Dienstleistungsunternehmen zur ihrer wirtschaftlichen Lage befragt wurden. „Strukturelle Probleme, hohe Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten erreichen nun auch die Dienstleister mit voller Wucht“, sagt Dirk Binding, DIHK-Bereichsleiter Digitale Wirtschaft, Infrastruktur, Regionalpolitik. „Viele Dienstleistungsunternehmen von der Logistik über die Werbebranche bis hin zu IT arbeiten für große Industrie- und Gewerbekunden. Geht es diesen schlecht, kommt das zeitverzögert auch bei den Dienstleistern an.“ Doch auch die personenbezogenen Dienstleistungen rund um Gesundheit, Tourismus, Kultur und Verkehr geraten immer stärker unter Druck. „Die geschwächte Kaufkraft und Unsicherheit der Verbraucher drücken die Nachfrage“, erklärt Binding. „Hinzu kommen steigende Energie- und Rohstoffpreise infolge des Nahostkonflikts, die auch die Dienstleister hart treffen.“
Stand: 05.06.2026
DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer: Deutsche Wirtschaft steckt in einer Doppelkrise
Nahost-Konflikt trifft auf strukturelle Standortschwächen: Im Ergebnis, das zeigt die DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2026, sackt die zu Jahresbeginn noch zaghaft aufgehellte Stimmung in der deutschen Wirtschaft wieder ab. Für 2026 rechnet die DIHK mit einem Wachstum von 0,3 Prozent. An der Erhebung beteiligten sich mehr als 23.000 Unternehmen aus nahezu allen Branchen und Regionen. Hatte sich Anfang 2026 noch eine wirtschaftliche Erholung angedeutet, machen die aktuellen Antworten diese Hoffnung zunichte: Von den Erwartungen bis hin zu den Beschäftigungsplänen zeigen sämtliche Indikatoren nach unten. Der DIHK-Stimmungsindex, der Geschäftslage und -erwartungen als geometrisches Mittel zusammenführt, fällt von zuletzt 95,9 Punkten auf nunmehr nur noch 88,1 Punkte.
Wesentliche Ergebnisse:
- Aktuelle Geschäftslage: Die Geschäftslage verschlechtert sich gegenüber der Vorumfrage von Jahresbeginn 2026 deutlich: Nur noch 23 Prozent der Betriebe bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als "gut", 26 Prozent als "schlecht". Der Saldo aus diesen Einschätzungen sinkt um 4 Punkte auf minus 3 Punkte – den niedrigsten Wert seit der Corona-Pandemie.
- Geschäftserwartungen: Die Geschäftserwartungen brechen ein. 33 Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit schlechteren Geschäften, nur 13 Prozent mit besseren. Der Saldo der Geschäftserwartungen fällt gegenüber dem Jahresbeginn um 11 Punkte auf minus 20 Punkte – damit liegt er 22 Punkte unter seinem langjährigen Durchschnitt.
- Geschäftsrisiken: Das mit Abstand am häufigsten genannte Geschäftsrisiko sind im Frühsommer die Energie- und Rohstoffpreise (70 Prozent, zuvor 48 Prozent). Auf hohem Niveau bleiben die Faktoren wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (58 Prozent), Arbeitskosten (57 Prozent) sowie die schwache Inlandsnachfrage (56 Prozent).
- Exporterwartungen: Die Exporterwartungen der Industrie trüben sich angesichts von Lieferkettenstörungen und einer gebremsten Weltkonjunktur merklich ein: 29 Prozent der Unternehmen rechnen mit sinkenden Ausfuhren, nur 19 Prozent mit steigenden. Der Saldo fällt von 0 auf minus 10 Punkte.
- Investitionsabsichten: Die Investitionsabsichten der Betriebe verschlechtern sich weiter. Nur 23 Prozent planen mit erhöhten Budgets, 34 Prozent wollen ihre Investitionen verringern. Der resultierende Saldo sinkt von minus 8 auf minus 11 Punkte – der niedrigste Wert seit der Corona-Pandemie.
- Beschäftigungsabsichten: Die anhaltende wirtschaftliche Schwächephase schlägt weiter auf die Beschäftigungspläne durch. Nur 10 Prozent der Betriebe planen, ihren Personalbestand auszuweiten, 24 Prozent gehen von einem Rückgang aus. Der Saldo liegt mit minus 14 Punkten (Vorumfrage minus 11 Punkte) ebenfalls auf dem tiefsten Stand seit Corona.
Stand: 27.05.2026