09.10.2026

Statement zur Debatte um die Reform der Erbschaftssteuer

Statement von Thomas Fahlbusch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt, zur Debatte um die Reform der Erbschaftssteuer und der anstehenden Verhandlung beim Bundesverfassungsgericht
„Die aktuellen Reformvorschläge zur Erbschaftsteuer könnten tief in die Substanz mittelständischer Unternehmensstrukturen eingreifen – auch in Nord-, Mittel- und Westthüringen. In unserer Region ist der überwiegende Teil der Unternehmen inhaber- oder familiengeführt. Eine gelingende Unternehmensnachfolge ist entscheidend für Investitionen, Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung.
Bereits bei kleineren und mittleren Betrieben sind erhebliche Vermögenswerte in Immobilien, Maschinen oder Fuhrparks gebunden. Diese bilden die wirtschaftliche Grundlage der Unternehmen, stehen aber nicht als frei verfügbare Liquidität zur Verfügung. Zusätzliche steuerliche Belastungen bei der Unternehmensübergabe drohen deshalb, dringend benötigte Mittel für Investitionen und die Fortführung der Betriebe zu entziehen. Im schlimmsten Fall könnte dadurch die gesamte Unternehmensnachfolge gefährdet werden.
Gerade in der aktuellen Lage – geprägt durch Fachkräftemangel, hohe Energie- und Arbeitskosten und zunehmenden Transformationsdruck – braucht der Mittelstand verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Die bewährten Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Sie sichern die betriebliche Substanz und sind an die Fortführung der Unternehmen sowie den Erhalt von Arbeitsplätzen geknüpft. Diese Regelungen müssen auch bei einer möglichen Reform im Kern erhalten bleiben.“