Jahrespressegespräch
Tourismus in Ostfriesland zwischen Kostendruck und KI
Tourismusbranche steht weiterhin vor Herausforderungen
Die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK) stellt für die Tourismuswirtschaft einen anhaltenden Kostendruck fest und betont die Bedeutung von Innovation, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. „Die Tourismuswirtschaft in Ostfriesland und Papenburg sieht sich weiterhin einem hohen Kostendruck gegenüber. Gleichzeitig versuchen Betriebe und Touristiker mit neuen Ideen und Projekten, von Saisonverlängerung bis Künstlicher Intelligenz, neue Impulse zu setzen“, fasst IHK-Präsident Theo Eilers die aktuelle Lage in der Tourismuswirtschaft beim IHK-Jahrespressegespräch im Klub zum Guten Endzweck zusammen.
Wettbewerbsfähigkeit auf dem Prüfstand
Das letzte Jahr verlief für viele Betriebe positiv. Zum Start in die Tourismussaison lockte das gute Wetter über Ostern viele Gäste in die Region und auch die Sommersaison wurde mehrheitlich positiv bewertet. Trotz wetterbedingter Herausforderungen in den Ferien stieg der Konjunkturklimaindex im Herbst auf 110 Punkte und damit erstmals seit zwei Jahren wieder deutlich über die Marke von 100 Punkten. Die Zukunftsaussichten dagegen bleiben durch verschiedene Herausforderungen eingetrübt. Dabei bleiben die Kosten weiterhin das größte Geschäftsrisiko für das Gastgewerbe.
„Vor diesem Hintergrund begrüßen wir, dass die Ende Januar veröffentlichte nationale Tourismusstrategie das Thema Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt stellt. Es werden wichtige Themen, wie die Flexibilisierung der Arbeitszeit und der Abbau von Bürokratie, Dokumentations- und Nachweispflichten aufgegriffen. Jetzt muss es um eine konkrete Umsetzung dieser Ziele gehen“, so Eilers weiter.
Auch für Niedersachsen wird derzeit eine neue Tourismusstrategie erarbeitet. In einem vom Wirtschaftsministerium initiierten Dialogprozess geht es auch um eine dauerhafte Finanzierung des Tourismus in Niedersachsen. „Hier gilt es, die Betriebe nicht weiter zu belasten – weder durch weitere Kosten, Abgaben und Steuern, noch durch damit einhergehende bürokratische Prozesse.“ Vielmehr müsse der Abbau von Bürokratie und die Nutzung digitaler Prozesse und Künstlicher Intelligenz vorangetrieben werden.
KI-Themen gewinnen an Bedeutung
Chancen und Herausforderungen der Nutzung von KI im Tourismus und Gastgewerbe wurden auch beim Tourismustag Niedersachsen im vergangenen Oktober in Osnabrück sowie bei der Norddeutschen Tourismuskonferenz Anfang Februar in Bremerhaven diskutiert. Hier gelte es neben dem Ausbau der entsprechenden Infrastruktur auch die rechtlichen Rahmenbedingungen wirtschaftsfreundlich zu gestalten. Gerade im personalintensiven Gastgewerbe kann die KI eine Chance sein, Prozesse zu beschleunigen und dem Personal mehr Freiraum zu verschaffen.
„Das Thema KI gewinnt immer mehr an Bedeutung“, stellt IHK-Hauptgeschäftsführer Max-Martin Deinhard fest. Immer mehr Online-Suchen finden nicht mehr über klassische Suchmaschinen, sondern über eine KI statt. Die Betriebe stehen nun vor der Herausforderung, auch dort sichtbar und auffindbar zu sein. Deinhard: „Für unsere Betriebe vor Ort bieten wir Hilfestellungen im Einsatz digitaler Tools und künstlicher Intelligenz.“
Am Ende gehe es um eine qualitative Weiterentwicklung des Tourismus in der Region. Das bedeutet nicht mehr Gäste, sondern mehr Wertschöpfung. Hier spielen Themen wie neue Gästegruppen, Saisonverlängerung, neue Angebote und eben auch das Thema Digitalisierung und KI eine Rolle.