Rückblick Tourismustag Niedersachsen 2025

„Zukunft gestalten: digital, nachhaltig, erlebnisstark!“ – unter diesem Motto trafen sich in den vergangenen beiden Tagen mehr als 200 Fachleute aus Tourismuswirtschaft und Gastgewerbe, Politik und Verwaltung beim 21. Tourismustag Niederachsen in Osnabrück.
„Mit 330.000 Menschen in Niedersachsen, die vom Tourismus leben, sind Gastgewerbe und Tourismusbranche eine tragende Säule unserer niedersächsischen Wirtschaft. Der Tourismustag Niedersachsen hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig der Austausch unter den Akteuren ist, um gute Beispiele in die Fläche zu tragen. Denn trotz einer guten Sommersaison steht die Branche vor Herausforderungen: strukturell hohe Kosten, wenig wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen und Personalmangel machen den Betrieben weiterhin zu schaffen. Die Landesregierung muss den Tourismus nicht nur zur Leitökonomie erklären, sondern auch danach handeln. Neu angestoßene Diskussionen über die Finanzierbarkeit der angekündigten Mehrwertsteuersenkung auf Speisen in der Gastronomie sind äußerst kontraproduktiv und verunsichern die Branche erneut. Das ist nicht die Wertschätzung, die sich die Betriebe wünschen“, so IHKN-Präsident oder HGF oder FF.
„Der Tourismus in Niedersachsen steht heute vor einem klaren Auftrag: Wir müssen gemeinsam Zukunft gestalten – digital, nachhaltig, erlebnisstark. Dabei geht es nicht nur um Visionen oder große Schlagworte, sondern um greifbare Wege, wie Unternehmen, Regionen und wir als Staat die Veränderungen mitgestalten können. Themen wie Fachkräftegewinnung, Mobilität, Digitalisierung und Klima-Anpassung sind heutzutage zentrale Handlungsfelder für einen lebendigen und wettbewerbsfähigen Tourismus“, so Wirtschaftsminister Tonne bei der Veranstaltung.
„Ziel der Veranstaltung war, zu diskutieren, wie die Tourismuswirtschaft in Niederachsen auch morgen erfolgreich, lebendig und zukunftsfähig sein kann. Die Sommersaison war laut unserer aktuellen Umfrage für die meisten Betriebe gut oder zufriedenstellend. Diese positive Stimmung möchten wir mitnehmen in die Zukunft“, so Tourismussprecherin Kerstin van der Toorn. Denn die Zukunft sei etwas, das die Branche gemeinsam gestalten könne. Allerdings müssten dafür die Rahmenbedingungen stimmen und die Betriebe ausreichend Beinfreiheit für kreative Lösungen haben. Ein Beispiel: „Der Praxischeck in Bayern hat gezeigt, dass bei den viel beklagten Dokumentationspflichten im Gastgewerbe viel mehr Spielraum für die kontrollierende Behörde vorhanden ist, als in der Praxis umgesetzt wird. Das müssen wir auch in Niedersachsen umsetzen.“ Van der Toorn forderte den Wirtschaftsminister auf, sich zum Tourismus zu bekennen und den Worten auch Taten folgen zu lassen. „Geben Sie der Branche die Freiheit, die Zukunft zu gestalten. Das können wir nur gemeinsam, mit Ihnen Herr Tonne, aber auch mit allen hier im Saal.“
Der Tourismustag fand erstmal seit 2009 in Osnabrück statt. Katharina Pötter, Oberbürgermeisterin der Stadt Osnabrück, freute sich, Gastgeberin zu sein: „Tourismus macht Lust auf Osnabrück: Wer einmal hier war, kommt meist wieder. So werden Gäste zu Botschaftern unserer Stadt und tragen das Osnabrück-Gefühl weit über die Region hinaus. Davon profitiert auch unser starker Mittelstand.“
Mark Rauschen, Vizepräsident der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim ergänzt: „Unsere Tourismusbranche ist ein wichtiger Wirtschaftszweig und stabilisierender Standortfaktor: Sie sorgt neben Genuss, Wohlbefinden und Freizeitspaß vor allem bei Geschäftsreisen, Tagungen und als Gastgeber für Weiterbildungen für Qualität und Zuverlässigkeit für alle Branchen.“

Rückblick auf den Tourismustag Niedersachsen

Zu Beginn der Veranstaltung ordnete Kerstin van der Toorn das Motto der Veranstaltung ein, bevor Reinhard Meyer vom Deutschen Tourismusverband in einem Grußwort die Herausforderungen auf der Bundesebene beleuchtete. Anschließend unterstrich Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne in seinem Statement die politische Relevanz des Tourismus für das Land.
Im ersten Tourismusdialog diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verbänden und Wirtschaft unter dem Motto „Zukunft gestalten: digital, nachhaltig, erlebnisstark!“ über die Herausforderungen und Chancen der Branche. Mit dabei waren Dirk Breuckmann (Dehoga Niedersachsen), Oliver Ebken (MdL), Wolfgang Hackmann (Hackmann Hotels), Holger Heymann (Tourismusverband Niedersachsen) und Wilhelm Loth (Heilbäderverband Niedersachsen).
Der zweite Tourismusdialog widmete sich dem Thema „KI und Tourismus – Dreamteam der Zukunft?“ und zeigte auf, wie künstliche Intelligenz die Branche verändern kann. Impulse kamen von Stefan Floret (Seminaris Hotel Lüneburg), Markus Michels (creazwo), Tim Schönfeld (Wangerland Touristik) und Meike Zumbrock (TourismusMarketing Niedersachsen).
Einblicke in regionale Entwicklungen gab Petra Rosenbach von der Tourismusgesellschaft Osnabrücker Land, bevor das Tagungsprogramm offiziell beendet wurde. Im Anschluss konnten die Teilnehmenden Osnabrück im Rahmen eines touristischen Programms näher kennenlernen – darunter Führungen durch das Felix-Nussbaum-Haus, das Erich Maria Remarque-Friedenszentrum und die Marienkirche sowie eine Nachtwächterführung.
Der Empfang im Friedenssaal des Historischen Rathauses mit [Vertretung von OB Pötter] und IHK-Vizepräsident Mark Rauschen bildete den feierlichen Übergang zur Abendveranstaltung im Alando Palais.
Der zweite Veranstaltungstag bot fachlichen Input und praxisnahe Impulse. Birthe Menke (4strat GmbH) sprach über Zukunftsdenken im Niedersachsen-Tourismus, gefolgt von Oliver Becker, der kreative Methoden zur Zukunftsgestaltung vorstellte. In fünf Foren wurden Themen wie KI-Tools für 2026, Urlaub „auf Rezept“, die Zukunft des Tourismus zwischen Klimawandel und Mobilitätswende, kreative Mitarbeitergewinnung sowie Inspirationen aus dem Gastgewerbe vertieft.
Der Tourismustag Niedersachsen wird alle zwei Jahre von der IHK Niedersachsen durchgeführt. Partner des 21. Tourismustags Niedersachsen waren neben der Stadt Osnabrück und der Tourismusgesellschaft Osnabrücker Land auch die Sparkasse Osnabrück und der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) sowie traditionell der Dehoga Niedersachsen, die TourismusMarketing Niedersachsen GmbH, der Heilbäderverband Niedersachsen, der Tourismusverband Niedersachsen sowie die kommunalen Spitzenverbände.