Pressemitteilung
Gute Innenstädte brauchen mehr als gute Geschäfte
IHK Elbe-Weser: Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit sind wichtige Standortfaktoren für lebendige Zentren
Elbe-Weser-Raum (IHK). Was macht eine Innenstadt zu einem Ort, an dem Menschen gern einkaufen, arbeiten, verweilen und wiederkommen? Neben einem vielfältigen Angebot spielen laut IHK Elbe-Weser auch Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit eine zunehmende Rolle. Sie prägen die Aufenthaltsqualität und damit auch die Attraktivität eines Standorts für Handel, Gastronomie, Dienstleistungen und Immobilien.
Mit dem Impulspapier „Zentren-SOS – Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit als Standortfaktor für lebendige Innenstädte“ zeigen die IHK Niedersachsen unter Federführung der IHK Elbe-Weser und der DEHOGA Niedersachsen konkrete Handlungsansätze. Die zehn Empfehlungen reichen von sichtbarer Präsenz und konsequenter Rechtsdurchsetzung über Beleuchtung und Sauberkeit bis hin zu Prävention und einer besseren Zusammenarbeit vor Ort.
„Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit werden häufig erst dann zum Thema, wenn etwas nicht funktioniert. Dabei sind sie von Vornherein ein wesentlicher Teil des ‚Ökosystems Innenstadt‘. Kommunen sollten diese Aspekte deshalb von Anfang an in die Entwicklung ihrer Zentren einbeziehen“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Christoph von Speßhardt.
Dabei geht es der IHK nicht allein um die tatsächliche Sicherheitslage, sondern auch um das Sicherheitsempfinden und die Qualität des öffentlichen Raums. Als gutes Beispiel benennt die IHK hierzu den Bürgerbahnhof Cuxhaven. Als Ankunftsort prägt er den ersten Eindruck, den Besucher von der Stadt gewinnen. „Ein Bahnhof ist oftmals das Tor zu einer Innenstadt. Hier entsteht der erste Eindruck davon, wie eine Stadt aussieht und wie sie sich anfühlt. Deshalb sollten solche Orte als Teil der Innenstadtentwicklung und Willkommenskultur betrachtet werden“, sagt Kathrin Wiellowicz, IHK-Handelsexpertin und Mitautorin des Papiers.
Auch die Wirtschaft selbst kann zur optischen Qualität der Zentren beitragen. Unternehmen, Gewerbetreibende und Immobilieneigentümer sind unmittelbar betroffen und können sich etwa über Standortgemeinschaften, gemeinsame Aktionen oder die Gestaltung ihres Umfelds einbringen. „Die Wirtschaft ist nicht nur Zuschauer, wenn es um die Qualität unserer Zentren geht. Sie ist selbst Teil des Ganzen und kann etwas bewegen. Viele Innenstadtbetriebe oder Gewerbevereine in unserer Region zeigen bereits, wie gemeinsames Engagement funktionieren kann“, so Wiellowicz. Gleichzeitig betont die IHK, dass die Verantwortung klar verteilt bleiben muss: Für Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit im öffentlichen Raum ist in erster Linie die Kommune zuständig. Die Wirtschaft kann und sollte aber dort, wo es sinnvoll und möglich ist, ihren Beitrag leisten. Das beginnt im Kleinen – etwa mit einem sauberen und einladenden Umfeld vor dem eigenen Geschäft, einem freundlichen Eingangsbereich oder gemeinsamen Aktionen mit anderen Betrieben. Ein Beispiel dafür ist laut IHK die Positivkampagne „Wir.Zusammen.Stade“, bei der die Standortgemeinschaft „Stade aktuell“ auf die schönen Seiten der Hansestadt Stade aufmerksam machen und ein Wir-Gefühl unter Bürgerinnen, Bürgern, Handel, Gastronomie und weiteren Akteuren fördern will.
„Letztlich geht es nicht um die eine große Maßnahme. Entscheidend ist, dass die Verantwortlichen vor Ort ihre Aufgaben wahrnehmen und gemeinsam ins Handeln kommen. Denn attraktive Zentren entstehen nicht von allein, sondern dort, wo Verantwortung übernommen wird und nicht jeder auf den anderen wartet“, so von Speßhardt.
Das Impulspapier „Zentren-SOS – Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit als Standortfaktor für lebendige Innenstädte in Niedersachsen“ ist unter www.ihk-n.de/Zentren-SOS abrufbar.
