Pressemitteilung
Pendlerstatistik: Bremen liegt vor Hamburg
Elbe-Weser-Raum hat ausgeprägte Verflechtungen zu umliegenden Großstädten
Elbe-Weser-Raum (IHK). Der Elbe-Weser-Raum verfügt über ausgeprägte Pendlerverflechtungen mit den angrenzenden Großstädten. Als Pendler gelten alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die auf dem Weg zur Arbeit die Grenze ihrer Wohngemeinde überschreiten. Für den Elbe-Weser-Raum gilt, dass in Summe mehr Menschen die Region zum Arbeiten verlassen, als von außen einpendeln.
Nicht alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus dem Elbe-Weser-Raum gehen auch dort ihrer Arbeit nach. „Pendlerströme zeigen, wie stark eine Region in das Umland eingebunden ist“, berichtet IHK-Volkswirt Henrik Gerken. „Knapp 134.000 Menschen wohnen hier, arbeiten aber außerhalb des Elbe-Weser-Raums.“ Demgegenüber stehen rund 54.000 Menschen, die zum Arbeiten in die Region kommen. Neben gut ausgebauten Verkehrswegen ist es insbesondere die Digitalisierung, die die Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten erleichtere. „Der Elbe‑Weser‑Raum stellt strukturell vor allem Wohnstandorte dar“, analysiert Gerken. „Die Zahl der Arbeitsplätze reicht nicht aus, um alle Arbeitskräfte zu binden.“
Der Elbe-Weser-Raum liegt im Übergangsraum zwischen beiden Metropolen und fungiert als Pendlerscharnier. „Aufgrund ihrer großen Attraktivität bestimmen die Pendlereinzugsbereiche der Großstädte Bremen, Bremerhaven und Hamburg weite Teile der Region“, so Gerken. „Die Binnenverflechtungen innerhalb des Elbe-Weser-Raums sind deutlich geringer als die Pendelströme in die Stadtstaaten.“ So bestehen intensive Auspendlerverflechtungen zwischen dem Landkreis Cuxhaven und der Stadt Bremerhaven (13.410 Auspendler). Bei den Landkreisen Osterholz und Verden ist es die Stadt Bremen (21.360 bzw. 16.040 Auspendler), wohingegen im Landkreis Stade 61 Prozent der insgesamt 37.990 Auspendler einer Arbeit in Hamburg nachgehen. Die Auspendler des Kreises Rotenburg (Wümme) verteilen sich zu einem Drittel auf die umliegenden Kreise des Elbe-Weser-Raums, ein weiteres Drittel auf Bremen und Hamburg sowie ein Drittel auf sonstige Regionen in Deutschland.
Hat eine Gemeinde mehr Einpendler als Auspendler, kann von einer Arbeitsplatzzentralität gesprochen werden. Im Elbe-Weser-Raum trifft dies auf einige Mittelzentren zu. Die Grundzentren sowie übrigen Orte weisen hingegen einen Auspendlerüberschuss aus.
Auswirkungen auf Konsum und Steuereinnahmen
Die Pendlerverflechtungen haben Auswirkungen auf Konsum und Steuereinnahmen. „Einpendler bringen Kaufkraft in die Region, aber häufig nicht im gleichen Maße wie Steuereinnahmen, die mit dem Wohnsitz verknüpft sind. Auspendler geben einen Teil ihrer Kaufkraft an den Arbeitsort ab“, so Gerken.
Darüber hinaus sind die Ströme auch ein Indiz für Wohnungsmarkt- und Lebensqualitätsaspekte. „In unseren Standortumfragen wird die Umwelt- und Lebensqualität regelmäßig als positiver Faktor herausgestellt“, berichtet der Volkswirt. Darüber hinaus seien in den ländlichen Regionen die Lebens- und Wohnkosten oftmals geringer als in den Großstädten. Aufgrund der geringeren Arbeitsplatzdichte müssten aber größere Distanzen überwunden werden.
