Pressemitteilung

PM022: Stärkung des innereuropäischen Handels notwendig

IHK Elbe-Weser: EU-Binnenmarkt hat hohe Bedeutung für hiesige Betriebe

IHK (Elbe-Weser). Der EU-Binnenmarkt hat für die Unternehmen aus dem Elbe-Weser-Raum eine hohe Bedeutung. Deshalb begrüßt die IHK Elbe-Weser die Bestrebungen, die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu stärken und den europäischen Binnenmarkt zu vollenden.
Protektionismus, Zollstreitigkeiten, Handelskonflikte – der internationale Handel bringt gegenwärtig viele Hemmnisse mit sich. Ebenso in der Europäischen Union (EU), wo der Binnenmarkt trotz offener Grenzen weiterhin eine Vielzahl an Herausforderungen bereithält. „Der EU-Binnenmarkt ist der größte Binnenmarkt der Welt“, berichtet IHK-Volkswirt Henrik Gerken. „Wir haben ein enormes Handelspotenzial direkt von unserer Haustür. Das müssen wir viel besser nutzen“, ergänzt Christoph von Speßhardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Elbe-Weser.
Die Exporterwartungen der international tätigen Unternehmen aus dem Elbe-Weser-Raum haben sich zum Jahresende auf einem niedrigen Niveau konsolidiert. Sofern die Unternehmen im Ausland investieren wollen, geschieht dies in erster Linie in der Eurozone, gefolgt vom Asien-Pazifik-Raum, China und Nordamerika. „Dies zeigt, welche Bedeutung der EU-Binnenmarkt für unsere Firmen hat“, so Gerken. Zuallererst geht es um Produktionsstandorte im Ausland, um Kosten zu reduzieren. Darüber hinaus spielen auch der Vertrieb sowie der Kundendienst eine wichtige Rolle.
Damit der freie grenzüberschreitende Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital auch zwischen den Mitgliedsstaaten in der Praxis gut funktioniert, gilt es, noch immer vielfältige verbleibende Barrieren und Hindernisse abzubauen. „Wir begrüßen, dass sich die Staats- und Regierungschefs auf dem informellen EU-Gipfel jüngst über die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Vollendung des Binnenmarktes ausgetauscht haben“, sagt von Speßhardt. Bis März will die EU-Kommission nun konkrete Vorschläge vorlegen, um die Wirtschaft zu fördern. „Der Abbau von Bürokratie sowie die Vereinfachung von Regulierungen sollen dabei eine wichtige Rolle spielen“, so der Hauptgeschäftsführer. Von Speßhardt zeigt sich optimistisch, dass die EU mit einer ambitionierten Agenda ihr Ziel „Ein Europa, ein Markt“ werde erreichen können.
Sollte es nach Ansicht der EU-Kommission jedoch nicht schnell genug vorangehen, könne auch eine „Koalition der Willigen“ den ersten Schritt machen. Für den IHK-Hauptgeschäftsführer hat dieses Vorgehen eine bemerkenswerte historische Parallele: die Hanse. Schon im Mittelalter schlossen sich die Handelsstädte freiwillig zusammen, um Handelshemmnisse zu verringern, Warenströme zu sichern und gemeinsame Standards zu setzen. „Die Hanse funktionierte, weil engagierte Städte vorweggingen – und weil wirtschaftliche Vernunft stärker war als politische Grenzen.“ Was die Hanse damals für den Nord- und Ostseeraum war, sei der EU‑Binnenmarkt heute für ganz Europa: ein Raum für freien Handel, verlässliche Regeln und gemeinsame Stärke.
Pressemitteilung Nr. 22
Stade, 18. Februar 2026