Pressemitteilung

PM011: Arbeitsmarkt Elbe-Weser: Neuer Beschäftigungsrekord

Herausforderungen spürbar, Wachstum schwächt sich ab

Elbe-Weser-Raum (IHK). Im Elbe-Weser-Raum hat sich der Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre fortgesetzt. Allerdings ist der Zuwachs im letzten Jahr erneut geringer ausgefallen als in früheren Jahren.
Zum Stichtag 30. Juni 2025 – neuere Zahlen liegen noch nicht vor – sind nach Angaben des Statistikservice der Bundesagentur für Arbeit 263.004 Menschen im Elbe-Weser-Raum einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen. Das sind 0,9 Prozent bzw. 2.281 Personen mehr als Ende Juni 2024. „Die Beschäftigung erreicht damit ein neues Rekordniveau. Sie wächst noch, aber geringer als in früheren Jahren,“ sagt Henrik Gerken, Volkswirt der IHK Elbe-Weser. „Im Vergleich zum Bundes- bzw. Landesschnitt fällt die hiesige Wachstumsrate aber deutlich höher aus.“
In den einzelnen Landkreisen war die Entwicklung unterschiedlich. So konnte der Landkreis Cuxhaven erneut am stärksten zulegen, gefolgt vom Landkreis Stade. Demgegenüber ist die Anzahl der Beschäftigten im Landkreis Verden abermals gesunken.
„Beim Blick auf die Branchen fällt auf, dass in erster Linie der öffentliche Sektor zum Beschäftigungsaufbau beiträgt,“ berichtet Gerken. Zuwächse hat es im Elbe-Weser-Raum neben dem Grundstücks- und Wohnungswesen sowie den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen insbesondere in den Bereichen Erziehung und Unterricht, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie der allgemeinen öffentlichen Verwaltung gegeben. „Da dürfte auch die Überprüfung und Überwachung von Bürokratielasten wie zunehmenden Regulationen und Dokumentationspflichten eine Rolle gespielt haben“, vermutet Gerken. In der Industrie, im Handel sowie der Arbeitnehmerüberlassung ist die Anzahl der Beschäftigten hingegen zurückgegangen.
Mehr Beschäftigte mit Migrationshintergrund
„Seit ein paar Jahren tragen Inländer kaum noch zum Beschäftigungsaufbau bei“, so Gerken. Während die inländische Beschäftigung im Betrachtungszeitraum nur leicht zulegen konnte, ist die ausländische Beschäftigung stark gewachsen (+5,0 Prozent). In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Anteil der Ausländer an der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verdoppelt und liegt nun bei knapp 13 Prozent.
Herausforderungen machen sich bemerkbar
„Vor einigen Jahren konnte noch der Eindruck entstehen, dass sich Konjunktur und Arbeitsmarkt immer weiter voneinander entkoppelt hätten“, sagt Gerken. „Gegenwärtig sind die Auswirkungen der vielfältigen konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt allerdings zu sehen.“
Einerseits steigt die Arbeitslosigkeit. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 22.539 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 624 Menschen mehr als im Vorjahr sowie 3.281 Personen mehr als im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019. Andererseits sind die Beschäftigungspläne der Unternehmen zurückhaltend. „Knapp zwei Drittel der Unternehmen rechnen in diesem Jahr mit einem überwiegend konstanten Personalbestand“, berichtet Gerken aus der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage.
Hinzu kommt, dass es für die Unternehmen zunehmend schwieriger wird, passende Arbeits- und Fachkräfte zu finden. „Die Herausforderung dürfte noch größer werden, wenn zunehmend die Baby-Boomer in Rente gehen und weniger junge Menschen nachkommen“, gibt Gerken zu bedenken. Gegenwärtig sehen rund 54 Prozent der Unternehmen im Arbeits- und Fachkräftemangel eines der größten Risiken für die künftige Geschäftsentwicklung.
Pressemitteilung Nr. 11
Stade, 4. Februar 2026