Wirtschaftliche Entwicklung

Konjunkturbericht
II. Quartal 2026

Leichte Stimmungsaufhellung ohne nachhaltigen Aufschwung

Die wirtschaftliche Entwicklung im Elbe-Weser-Raum schwächelt auch im II. Quartal des Jahres. Nach den Ergebnissen der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Elbe-Weser hat sich die Stimmung in den Unternehmen gegenüber dem Vorquartal dennoch leicht verbessert. In einigen Bereichen sind erste Stabilisierungstendenzen zu erkennen. Von einer nachhaltigen Trendwende kann jedoch noch keine Rede sein. Die Erwartungen für die kommenden Monate sind weiterhin pessimistisch.
„Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage etwas besser als noch zu Jahresbeginn. Gleichzeitig fehlt es weiterhin an Zuversicht für die zweite Jahreshälfte“, sagt Henrik Gerken, Volkswirt der IHK Elbe-Weser. Branchenübergreifend sprechen 19 Prozent der Unternehmen von einer guten Geschäftslage (zuvor: 17 Prozent), 56 Prozent sind mit dem Verlauf zufrieden. Jedes vierte Unternehmen (zuvor: 27 Prozent) bewertet seine Lage jedoch weiterhin als schlecht.
Der Blick auf die einzelnen Branchen zeigt, dass sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe gegenüber dem Frühjahr aufgehellt hat. Weniger Unternehmen berichten von einer schlechten Geschäftslage, Auftragseingänge und Auftragsbestände zeigen erste Stabilisierungstendenzen. Während das Baugewerbe überwiegend zufrieden ist, fällt die Bewertung bei Dienstleistern und Großhändlern durchwachsen aus. Viele Einzelhändler berichten von einer weiterhin zurückhaltenden Kaufbereitschaft ihrer Kunden.

Erwartungen von Unsicherheit geprägt

Der Ausblick auf die kommenden Monate bleibt gedämpft. Nur sieben Prozent der Betriebe erwarten eine Verbesserung ihrer Geschäftslage. Mehr als jedes dritte Unternehmen rechnet dagegen mit einer Verschlechterung. Vor allem die schwache Inlandsnachfrage und hohe Arbeitskosten belasten die Unternehmen. „Die größte Herausforderung liegt derzeit nicht im Auslandsgeschäft, sondern im Binnenmarkt“, sagt Gerken. „Viele Betriebe berichten von einer schwachen Nachfrage im Inland, gleichzeitig stehen sie unter erheblichem Kosten- und Margendruck.“
Hinzu kommt die Sorge vor neuen geopolitischen Krisen. Der weiterhin schwelende Konflikt im Nahen Osten sorgt nach Einschätzung vieler Unternehmen für Unsicherheit. Eine erneute Eskalation könnte insbesondere bei Energie- und Rohstoffpreisen zu erheblichen Belastungen führen.

Wirtschaftspolitik bleibt wichtigste Baustelle

Die größte Herausforderung sehen die Unternehmen unverändert in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Viele Betriebe erwarten nun, dass die angekündigten Reformen und Entlastungen zeitnah umgesetzt werden. „Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit und spürbare Verbesserungen bei Kosten, Bürokratie und Investitionsbedingungen“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Christoph von Speßhardt. „Nach zahlreichen Ankündigungen der Bundesregierung kommt es jetzt darauf an, dass die Maßnahmen zügig in der Praxis ankommen.“

Information zur Umfrage: 366 Unternehmen aus dem Elbe-Weser-Raum wurden befragt; 189 Unternehmen haben geantwortet. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 51,6 Prozent.

Die regionalen Ergebnisse fließen ein in die Konjunkturreporte der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Diese berichten über die Lage und Erwartungen der deutschen Unternehmen.