Förderwesen

Niedersachsen vereinfacht Förderprogramme

Weniger Bürokratie – Mehr Vertrauen: Am Montag, 17. November 2025, hat Finanzminister Gerald Heere das niedersächsische Kabinett über Anpassungen der Verwaltungsvorschriften zur Landeshaushaltsordnung unterrichtet. Die Änderungen schaffen den rechtlichen Rahmen, um den bürokratischen Aufwand im Förderwesen des Landes deutlich zu verringern.
Das Finanzministerium schafft mit den Anpassungen der Verwaltungsvorschriften zur Landeshaushaltsordnung mehr Flexibilität und reduziert den Verwaltungsaufwand. Künftige Förderprogramme des Landes können damit von den jeweiligen Ministerien vereinfacht und beschleunigt werden. Ab 1. Januar 2026 profitieren Unternehmen in Niedersachsen von deutlich vereinfachten Förderverfahren.
Die wichtigsten Neuerungen für Unternehmen:
  • Vereinfachte Nachweispflichten
    Ein zweistufiges Verfahren soll zur Anwendung kommen: In einem ersten Schritt werden die vorliegenden Nachweise überblicksartig überprüft. In einem zweiten Schritt kontrolliert die fördernde Stelle dann stichprobenartig einzelne Nachweise vertieft. Zudem können die Zuwendungsempfangenden künftig von Nachweispflichten befreit werden: Bei Projekten bis 200.000 Euro oder max. 18 Monaten Laufzeit kann die fördernde Stelle die Pflicht für Zwischennachweise erlassen. Dann genügt ein Abschlussbericht.
  • Frühzeitiger Projektstart
    Maßnahmen bis 100.000 Euro können direkt nach Antragstellung beginnen.
  • Entlastung beim Vergaberecht
    Nicht-öffentliche Empfänger müssen kein komplexes Vergaberecht mehr anwenden. Statt eines Ausschreibungsverfahrens reicht künftig die Anfrage nach einem Angebot bei mindestens drei Unternehmen aus. Werden bestimmte Wertgrenzen unterschritten, ist auch eine Direktvergabe möglich.
  • Längere Fristen
    Die ab der Auszahlung der Fördermittel laufende Verwendungsfrist wird von zwei auf sechs Monate verlängert. Damit können Zuwendungsempfangende Verzögerungen im Projektablauf besser auffangen.
Ziel der Anpassungen sind schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und eine neue Vertrauenskultur zwischen Land, Unternehmen und Kommunen.