Standort
Immobilienausschuss diskutiert Zukunft des Bauens
Wie wird Bauen schneller, digitaler und planbarer? Welche Innovationen können die Bau- und Immobilienwirtschaft bereits heute voranbringen? Und welche Projekte senden starke Signale für den Immobilienstandort Düsseldorf? Mit diesen Fragen befasste sich der IHK-Ausschuss Immobilienwirtschaft in seiner Sitzung am 30. April 2026 in der IHK Düsseldorf.
Der Ausschuss brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Immobilienwirtschaft, Architektur, Projektentwicklung, Wissenschaft, Start-up-Ökosystem und Verwaltung zusammen. Im Mittelpunkt standen praxisnahe Impulse für einen wettbewerbsfähigen, investitionsfreundlichen und zukunftsfesten Standort.
Schnellere Verfahren und bessere Planbarkeit
Zum Auftakt gab Daniel Sieveke, Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, einen Einblick in die NRW-Perspektive auf schnellere und digitale Planungs- und Genehmigungsprozesse. Diskutiert wurden unter anderem Bürokratieabbau, Genehmigungsprozesse, digitale Verfahren, Landesbauordnung, DIN-Normen und die Rolle von Land, Kommunen und Bauaufsichten.
Aus Sicht der Ausschussmitglieder wurde deutlich: Für die Branche sind verlässliche Rahmenbedingungen, klare Zuständigkeiten und praxistaugliche Verfahren zentrale Voraussetzungen, damit Projekte schneller umgesetzt werden können.
Innovationen für die Bau- und Immobilienwirtschaft
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Innovationen, die bereits heute konkrete Anwendungsperspektiven bieten. Nadine Thees stellte die Arbeit des digihub Düsseldorf/Rheinland vor. Der digihub vernetzt Start-ups, Unternehmen, Wissenschaft, Investierende und öffentliche Partner und unterstützt den Transfer neuer digitaler Lösungen in die Praxis.
Lisa Heymann von Co-reactive zeigte, wie CO₂-negative Zementersatzstoffe einen Beitrag zur klimafreundlicheren Bauwirtschaft leisten können. Dabei ging es nicht nur um technische Entwicklung, sondern auch um Skalierung, industrielle Partnerschaften und den Weg in die breite Anwendung.
Prof. Dr.-Ing. Eike Musall von der Hochschule Düsseldorf stellte Ansätze für nachhaltiges und zirkuläres Bauen vor. Im Fokus standen das N.LAB für nachhaltiges Bauen sowie das Projekt second bau, das digitale und physische Bauteillager, Materialwissen und Wiederverwendung miteinander verbindet.
Starke Projekte für den Standort Düsseldorf
Im Projektmonitor wurden drei Düsseldorfer Vorhaben vorgestellt, die unterschiedliche Signale für den Standort setzen. Der KöTower beziehungsweise die KöSpitze steht für die städtebauliche Neuordnung einer sensiblen Toplage am südlichen Ende der Königsallee.
Mit Le Coeur und dem Trinkhaus Karree wurde die Weiterentwicklung der früheren Bankenseite der Königsallee beleuchtet. Die Projekte zeigen, wie hochwertige Repositionierung, neue Aufenthaltsqualitäten und eine stärkere Verzahnung von privater Projektentwicklung und öffentlichem Raum Premiumlagen weiterentwickeln können.
Das Projekt Twins in the Park verdeutlichte, wie Bestandsimmobilien durch Umbau, neue Nutzungslogiken, Freiraumbezug und stärkere Quartiersbezüge wieder marktfähig werden können. Damit griff der Ausschuss eine zentrale Zukunftsfrage der Branche auf: Bestand neu denken, statt ausschließlich neu zu bauen.
Austausch für einen starken Immobilienstandort
Die Sitzung machte deutlich: Die Bau- und Immobilienwirtschaft steht vor großen Herausforderungen, verfügt aber zugleich über starke Projekte, innovative Lösungen und ein hohes Maß an Gestaltungswillen. Die IHK Düsseldorf wird den Austausch dazu weiter begleiten und die Perspektiven der Branche in die Standortentwicklung einbringen.