Standortpolitik und Wertschätzung von Unternehmertum
Das Positionspapier der IHK Dresden beleuchtet, wie der Wirtschaftsstandort Sachsen gestärkt und zukunftsfähig gemacht werden kann, indem unternehmerisches Handeln, Investitionen und regionaler Wohlstand gefördert werden. Es beschreibt aktuelle Herausforderungen wie globale Unsicherheiten, strukturelle Hemmnisse und bürokratische Belastungen sowie die Notwendigkeit wirksamer Rahmenbedingungen für Unternehmen. Ziel ist es, konkrete politische Forderungen und Lösungsansätze zu formulieren, die Wirtschaft, Verwaltung und Politik eng miteinander verzahnen.
Die 6 Kernmaßnahmen im Überblick
Das Positionspapier der IHK Dresden benennt 6 zentrale Forderungen für eine zukunftsfähige Wirtschafts‑ und Standortpolitik in Sachsen:
- Wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen schaffen, die Innovation, Investitionen und unternehmerisches Handeln fördern
- Planungssicherheit durch verlässliche und stabile Gesetzgebungen gewährleisten
- Ergebnisorientierung statt Papiertiger: Staat und Verwaltung mit klaren Zielen, Zuständigkeiten und messbaren Erfolgen
- Wertschätzung für Unternehmertum in Politik, Verwaltung und Gesellschaft stärken
- Stärkung des ländlichen Raums durch gezielte wirtschaftspolitische Maßnahmen
- Unterstützung bei der Internationalisierung, z. B. durch begleitete „Türöffner‑Reisen“ für den Export
Status quo/aktuelle Situation für Unternehmen
Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Privateigentum und offene Märkte sind Grundprinzipien unserer Rechts- und Wirtschaftsordnung. Sie bilden die Basis für einen funktionierenden Wettbewerb und den wirtschaftlichen Erfolg. Diesen im Blick zu haben, bedeutet nicht, dass Unternehmerinnen und Unternehmer Mensch und Umwelt keine Bedeutung beimessen und sich diese dem Profit unterzuordnen haben. Es gebietet allein schon der kaufmännische Sachverstand, verantwortungsvoll zu wirtschaften, denn nur das garantiert langfristigen, nachhaltigen unternehmerischen Erfolg. Der Begriff „Ehrbarer Kaufmann“ mag mittlerweile etwas angestaubt sein, die Ideen dahinter sind es nicht. Die Rolle von privatem Eigentum, Verantwortung und unternehmerischer Initiative im Verhältnis zu staatlichen Eingriffen in einer marktwirtschaftlichen Ordnung sind wieder verstärkt in der Diskussion. Was bedeutet verantwortungsvolles Unternehmertum? Und unter welchen ordnungspolitischen Rahmenbedingungen können Unternehmen bestmöglich kreative Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entwickeln?
Probleme, Herausforderungen und zukünftige Trends
Die vergangenen und aktuellen weltpolitischen Ereignisse haben erneut verdeutlicht, dass auch der hiesige Standort nicht losgelöst von internationalen Wirtschaftsentwicklungen ist.
Wenn Lieferketten reißen, wenn die Energieversorgung unsicherer und globaler Handel durch Abschottung eingeschränkt wird, dann wirkt sich das auch auf die Wirtschaft in Deutschland und in Sachsen aus.
In einem globalen Standortwettbewerb gilt es deshalb jetzt, langfristig wirkende Maßnahmen zu ergreifen, die regionale Wertschöpfung und Wohlstandsgenerierung auch noch in Jahren und Jahrzehnten ermöglichen.
Mit Blick auf die notwendige Transformation der Energiesysteme, auf Infrastrukturmaßnahmen und auf Investitionen in Zukunftstechnologien, dürfen investive Zukunftsprojekte nicht mehr Jahrzehnte auf ihre Umsetzung warten. Land und Bund sind gefordert, Planungen und Genehmigungen in diesen Bereichen deutlich zu verkürzen, um den Wirtschaftsstandort zukunftsfest zu machen und regulatorische Fesseln zu lösen. Gleichzeitig muss das private Investitionsklima für Unternehmen durch bürokratische Entlastungen sowie effiziente Förderungen nachhaltig gestärkt werden. Veränderung hat mehr mit Geisteshaltung zu tun als mit Paragrafen: Mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft erfordert mehr Vertrauen in die Märkte und einfachere Regeln.
Forderungen und Lösungsvorschläge
Das fordern wir
6 zentrale Forderungen und Lösungsansätze für eine nachhaltige Standortpolitik in Sachsen
Wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen
Eine gute Standortpolitik schafft wirtschaftlich, ökologisch und sozial verantwortliche Rahmenbedingungen, die Innovationen und Investitionen fördern, bürokratische Entlastung bieten und den Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft stärken.
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Planungssicherheit
Für eine stabile Wirtschaftsplanung sind verlässliche Gesetzgebungen, die Vermeidung von politischen Adhoc-Entscheidungen sowie die Sicherstellung von Rechts- und Planungssicherheit für Unternehmen entscheidend.
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Vom Papiertiger zum Masterplan – Staat und Verwaltung brauchen eine stärkere Ergebnisorientierung
Staatliches Handeln muss durch klare, messbare Ziele und Verantwortung sowie eine enge Verzahnung und regelmäßige Anpassung von Strategien und Maßnahmenplänen effektive Ergebnisse in Bereichen wie Innovation, Digitalisierung und Fachkräftesicherung erzielen.
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Selbstverständnis und Funktion von Unternehmertum und Akzeptanz
In Sachsen muss die Wertschätzung für Unternehmertum gestärkt werden, indem Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam das öffentliche Bild des Unternehmertums fördern, den Dialog zwischen Akteuren intensivieren und Unternehmertum als zentrale Stärke in der Bildung und bei zukünftigen Veränderungen anerkennen.
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Stärkung im ländlichen Raum
Um den ländlichen Raum zu stärken, müssen spezifische wirtschaftspolitische Maßnahmen wie die zukunftsfähige Gestaltung des Strukturwandels, die Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge und die Entwicklung von Nahversorgungszentren sowie die Anpassung des Landesentwicklungsplans an die Bedürfnisse regionaler Handels- und Dienstleistungszentren umgesetzt werden.
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Erfolgreich in ausländische Märkte
Der Freistaat Sachsen muss Unternehmen bei der Erschließung neuer Auslandsmärkte durch gezielte „Türöffner-Reisen“ unterstützen, wobei der Fokus auf wichtigen Märkten liegt, Delegationsreisen auf die Bedürfnisse der Unternehmen ausgerichtet werden und eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik sowie eine systematische Analyse weiterer Schritte erforderlich sind.
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