Innovation und Gründung

Das Positionspapier „Innovation und Gründung“ der IHK Dresden zeigt, warum wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand heute stärker denn je von Innovationsfähigkeit und Unternehmertum abhängen. Obwohl Sachsen hierfür gute Voraussetzungen hat, bleiben in vielen KMU Innovationspotenziale ungenutzt und das Gründungsgeschehen ist seit Jahren rückläufig.
  1. Technologieoffen vorangehen – Innovations- und Technologiepolitik technologieoffen ausrichten, Verbote vermeiden; projekt- und netzwerkorientierte Förderung sowie ein ausgewogener Mix bei Antriebstechnologien
  2. Zentrale industrielle Wirtschaftsbereiche definieren – gemeinsame Prioritäten von Politik/Wissenschaft/Wirtschaft setzen, Technologievorsprünge sichern und Ideen/Patente im Land halten; Instrumente wie IPCEI stärker für Sachsen nutzen; Exzellenzcluster stärken und Zukunftstechnologien gezielt unterstützen
  3. Öffentliche Beschaffung als Innovationstreiber und Motor für Gründer – Vergaben innovationsfreundlicher gestalten (weniger reine Preisorientierung), Ausschreibungen öffnen, Nebenangebote zulassen, Eignungsanforderungen verhältnismäßig gestalten und Gründungen/junge Unternehmen gezielt einbinden
  4. Innovationen und Digitalisierung bedingen einander – Digitalisierungshemmnisse (Komplexität, Investitionen, Weiterbildung, Sicherheitsrisiken) abbauen durch digitale Kompetenzen in Bildung, Ausbau digitaler Infrastruktur, Unterstützung bei Informationssicherheit und ein klares Beratungs-/Vernetzungsprofil der DIAS
  5. Transfer, Kooperation und Gründung als Aufgaben der Hochschulen – Transfer- und Gründerstrukturen verstetigen, Anreize für Transfer stärken, Themen breit in Fachbereichen verankern, Ansprechpartner benennen und Wirtschaft stärker in den Wissensaustausch einbinden
  6. Wagnis- und privates Beteiligungskapital aktivieren – VC-Lücken schließen, Rahmenbedingungen für privates Wagniskapital verbessern und Business-Angel-Instrumente regionenübergreifend zugänglich machen

Status quo/aktuelle Situation für Unternehmen

Wie nie zuvor sind wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand heute an die Fähigkeit zur erfolgreichen Innovation gekoppelt. In Sachsen existieren dafür exzellente Bedingungen und Innovationsgeist sowie engagiertes Unternehmertum sind zentrale Merkmale des Wirtschaftsstandortes Sachsen. Der Anteil der sächsischen KMU, die kontinuierlich Forschung und Entwicklung betreiben, ist im Bundesvergleich überdurchschnittlich hoch. Ungeachtet dessen gibt es in sächsischen KMUs ungenutzte Innovationspotenziale bzw. muss deren Innovationsfähigkeit erst systematisch entwickelt werden.
Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben Sachsens sind in hohem Maße im öffentlichen Sektor konzentriert, was gemessen am exzellenten Forschungspotenzial nur unzureichend vor Ort verwertet und mit der sächsischen Wirtschaft umgesetzt wird.
Das Gründungsgeschehen in Sachsen ist über viele Jahre rückläufig. Neben Gründungen sind auch erfolgreiche Unternehmensnachfolgen ein zentrales Thema zur Sicherung und Weiterentwicklung der sächsischen Wirtschaftsstruktur. Prognosen gehen davon aus, dass allein altersbedingt jedes Jahr über 1.000 Unternehmensnachfolgen in Sachsen anstehen. Der Freistaat steht vor der Herausforderung, dass die Unternehmen und somit Know-How und Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Probleme, Herausforderungen und zukünftige Trends

In vielen Industrie- und Wirtschaftssektoren sind massive Transformationsvorgänge angelaufen. Disruptionen von kompletten Geschäftsmodellen zeichnen sich ab. Ein stabiles, planbares, innovations- und gründungsfreundliches sowie technologieoffenes Umfeld ist essentiell. Innovativen Schlüsseltechnologien kommt dabei für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit eine besondere Rolle zu. Wenn es gelingt, in diesen zentralen Industriebereichen Ideen und Patente im Land zu halten, werden rundherum auch Wertschöpfungsketten wachsen. Transferaufgaben sind nach Lehre und Forschung zur dritten Säule der Hochschulen geworden. Dennoch bestehen weiterhin Herausforderungen für den Transfer an den Hochschulen, beispielsweise bei der langfristigen Finanzierung von Personalstellen und der Nutzung vielfältiger Transferwege. Sachsen muss sicherstellen, dass es mit innovations- und wettbewerbsfähigen sowie weltoffenen Unternehmen für die Zukunft gerüstet ist.

Forderungen und Lösungsvorschläge

Das fordern Wir
Die IHK Dresden fordert eine technologieoffene Innovationspolitik ohne Verbote, die neue Technologien aktiv fördert und z. B. Mobilität als Mix aus E-Mobilität, alternativen Energieträgern und klimaneutralen Kraftstoffen ermöglicht.
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Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sollen objektiv Schlüsselindustrien mit Technologievorsprung bestimmen und Instrumente nutzen, damit Ideen, Innovationen und Patente in Sachsen bleiben und Zukunftstechnologien gezielt gestärkt werden.
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Vergaben sollen innovationsfreundlicher werden und Startups durch angepasste Kriterien und passende Lose realistische Chancen auf öffentliche Aufträge erhalten.
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Weil viele Unternehmen noch zu wenig digitalisiert sind, braucht es mehr digitale Kompetenzen in Bildung, bessere digitale Infrastruktur, Unterstützung bei Informationssicherheit und ein klares Beratungs-/Vernetzungsprofil der DIAS.
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Hochschulen sollen Transfer und Gründung dauerhaft verankern, Unternehmen stärker einbinden und Ansprechpartner sowie Gründungsinitiativen sichtbar und verlässlich machen.
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Um Abwanderung wachsender Startups zu verhindern, sollen die Rahmenbedingungen für privates Wagniskapital verbessert und Instrumente wie ein landesweit zugängliches Business-Angel-Programm ausgebaut werden.
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