Infrastruktur und Mobilität

Das Positionspapier „Infrastruktur und Mobilität“ der IHK Dresden beschreibt, wie stark Standortattraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen von leistungsfähiger Verkehrs- und Digitalinfrastruktur abhängen. Trotz gut ausgebauter Straßen- und Schienennetze bestehen Defizite, Verzögerungen bei Projekten und erhebliche Lücken beim Breitbandausbau – besonders spürbar im Spannungsfeld zwischen ländlichem Raum und Ballungsgebieten.
  1. Bestehende Straßenbauprojekte zügig umsetzen – Bundesverkehrswegeplan-Projekte (vordringlicher Bedarf) mit verbindlichen Zeitvorgaben, stabilen Planungsvorläufen und gesicherter Finanzierung voranbringen.
  2. Neue Verkehrsvorhaben forcieren – u. a. Ausbau A4, aktualisierte Planung/Prognose für B178 sowie zentrale Schienenprojekte (u. a. Dresden–Prag; Elektrifizierung/Modernisierung wichtiger Strecken) vorantreiben.
  3. Ein starker ÖPNV ist unverzichtbar – Erreichbarkeit sichern, Erschließungswirkung steigern, Investitionen/energetische Infrastruktur (Ladepunkte/H2) ermöglichen und Defizite in Stadt und Land abbauen (z. B. Rufbusse, Bonus-/Rabattsysteme, Carsharing).
  4. Innenstädte als Gesamtdestination stärken – integrierte Strategien (u. a. Citymanagement), zielgerichtete Städtebauförderung, Baustellenmanagement, Konfliktvermeidung in Planung sowie Mobilitäts- und Aufenthaltsqualität (Parkraum, P+R, Ladeinfrastruktur).
  5. Wirtschaftliche Schiffbarkeit der Elbe sicherstellen – Elbe als Teil des transeuropäischen Netzes verlässlich entwickeln, am „Gesamtkonzept Elbe“ festhalten und Terminalneubau Riesa zügig umsetzen.
  6. „Smart Citys“ zukunftsweisend gestalten – intelligente Infrastrukturpolitik für neue Mobilitätsformen, digitale Planung und Gesamtverkehrsmanagement, um Ressourcen zu sparen und Standorte attraktiver zu machen.
  7. Gewerbliche Wirtschaftsstruktur nicht vernachlässigen – bedarfsgerechte Bau- und Erweiterungsflächen sichern (z. B. interkommunale Gewerbegebiete), damit Wachstum/Ansiedlungen in der Region bleiben.
  8. Digitale Infrastruktur: Breitbandausbau beschleunigen – Kommunen fachlich/finanziell unterstützen, Mittel verstetigen und WLAN/Innenstadtplattformen ausbauen (insbesondere wichtig für den ländlichen Raum und Betriebe).

Status quo/aktuelle Situation für Unternehmen

Geprägt von mittelständischen Unternehmen, einer breiten Branchenvielfalt, einer Fläche von 7.931 km² und der Grenze zu Polen und Tschechien hat der Kammerbezirk Dresden viel zu bieten. Die Attraktivität eines Standortes und seine Infrastruktur beeinflussen maßgeblich die Standortwahl und Entwicklungsperspektiven von Unternehmen. Dabei spielen neben geeigneten Flächen, eine den Bedürfnissen entsprechende Infrastruktur, die damit verbundene Mobilität, die Nähe zu Kunden, Geschäftspartnern und Fachkräften eine entscheidende Rolle. Sachsen verfügt über eines der bestausgebauten Straßennetze Deutschlands sowie eines der flächenmäßig dichtesten Schienenverkehrsnetze Europas. Viele Infrastrukturprojekte konnten geplant, finanziert und realisiert werden. Dennoch sind Defizite vorhanden und geplante Projekte verzögern sich. Der grenzüberschreitende (LKW-Verkehr) hat stark zugenommen. Im Rahmen der Stadtentwicklung spielt das Thema innerstädtischer Verkehr eine größere Rolle. Beim Breitbandausbau bestehen im nationalen und internationalen Vergleich weiterhin erhebliche Defizite.
Die bisherige Entwicklung lief nur bedingt in die gewünschte Richtung. Die Kluft zwischen ländlichem Raum und Ballungsgebiet ist eher gewachsen, als dass sie kleiner geworden wäre.

Probleme, Herausforderungen und zukünftige Trends

Die Mobilität der Zukunft in Sachsen soll für alle Menschen in der Stadt und auf dem Land sicher, sozial, bezahlbar und klimafreundlich sein. Vor allem im ländlichen Raum müssen Mobilität inkl. „ÖPNV“ neu gedacht werden und alternative Mobilitätskonzepte „auf die Straße gebracht“ (realisiert und umgesetzt) werden. Geringe Beförderungszahlen, hohe (Personal-)Kosten, große Entfernungen und die allgegenwärtige Fachkräftesituation machen jede (Verkehrs-)Form abseits des Individualverkehrs mit den heutigen Ansätzen unlukrativ.Auch im Güterverkehr ist mit einer stetigen Zunahme der Verkehrsmengen, zu rechnen. Um ein nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen, muss die Infrastrukturausstattung angemessen sein.
In Anbetracht dieser Entwicklung ist es umso dringlicher, die noch vorhandenen Defizite zeitnah zu beseitigen. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Sachsen langfristig zu erhalten sind Erhalt, Erneuerung und Ausbau der räumlichen Wirtschaftsstruktur und öffentlichen Verkehrsinfrastruktur unabdingbar.

Forderungen und Lösungsvorschläge

Das fordern Wir
Für die Umsetzung des Bundesverkehrswegeplans (vordringlicher Bedarf) braucht es verbindliche Zeitvorgaben, kontinuierliche Planungsvorläufe, qualitative Zielsetzungen und die jährliche Sicherstellung der benötigten Mittel (15 Mrd. Euro).
Mehr dazu
Zukunftsgerichtete Projekte sollen beschleunigt werden, unter anderem der Ausbau der A4, eine aktualisierte Planung der B178, die Neubaustrecke Dresden-Prag sowie die Modernisierung und Elektrifizierung wichtiger Bahnstrecken in der Region.
Mehr dazu
Der ÖPNV soll zur Erreichbarkeit und Standortattraktivität konsequent ausgebaut werden, auf Basis gemeinsamer Strategien, mit Abbau von Erreichbarkeitsdefiziten, mehr Kooperation mit dem Tourismus und gesicherter Finanzierung.
Mehr dazu
Städte sollen mit integrierten Ansätzen, zielgerichteter Städtebauförderung, angepasster touristischer Infrastruktur, weniger regulatorischen Hürden und konfliktarmer (Bauleit-)Planung unterstützt werden, um Multifunktionalität und Erlebnisqualität zu stärken.
Mehr dazu
Die Elbe soll als Teil des transeuropäischen Netzes aktiv verkehrspolitisch eingebettet, das „Gesamtkonzept Elbe“ konsequent verfolgt und der Terminalneubau in Riesa zügig umgesetzt werden, damit gewerblicher Schiffsverkehr möglich bleibt.
Mehr dazu
Urbanes Mobilitätsverhalten und Sektorkopplung sollen durch intelligente Netze, digitale Stadt-/Regionalplanung und Gesamtverkehrsmanagement strategisch unterstützt werden, um Ressourcen zu sparen und die Standortattraktivität zu erhöhen.
Mehr dazu
Für Ansiedlung und Wachstum braucht es ausreichend entwickelte Bau- und Erweiterungsflächen, eine „Ermöglicher“-Flächendiskussion, das Halten von Expansionen in der Region sowie bedarfsgerechte Gewerbe- und Gründungszentrumskapazitäten.
Mehr dazu
Kommunen sollen beim Breitband fachlich und finanziell weiter unterstützt, öffentliche Mittel langfristig verstetigt und zusätzlich öffentliche WLAN-Angebote sowie digitale Innenstadtplattformen weiter ausgebaut werden.
Mehr dazu