Services für Unternehmen

Breites Leistungsspektrum für die Wirtschaft

Die IHKs vertreten nicht nur die Interessen der Wirtschaft, sondern stehen ihren Mitgliedern auch mit einem vielfältigen Angebot an Leistungen zur Seite.
Die Corona-Pandemie stellt die Unternehmen seit März 2020 vor einschneidende Herausforderungen. Insbesondere Gastronomie, Einzelhandel, Reisewirtschaft, Beherbergungswirtschaft und viele Dienstleistungsbetriebe wurden von den Pandemie-Maßnahmen getroffen – entweder direkt oder über Rückgänge des Kundenaufkommens.
Mit Erkenntnissen aus der unternehmerischen Praxis und zahlreichen Umfragen konnte die IHK-Organisation maßgeblich zur Entwicklung von Hilfsmaßnahmen wie KfW-Krediten, Garantien, Sofortzuschüssen und Überbrückungshilfen beitragen.
Die IHKs und DIHK haben die Unternehmen mit einem vielfältigen Informations- und Beratungsangebot dabei unterstützt, die passenden Hilfsangebote zu nutzen. Einige IHKs waren auch direkt in die Abwicklung von Hilfsleistungen eingebunden.

Beratung von der Existenzgründung …

Auch jenseits dieser besonderen Herausforderungen begleiten die IHKs Unternehmen in allen Phasen – von der Gründung über Innovation und Sicherung bis schließlich zur Unternehmensnachfolge.
So geben die IHKs angehenden Unternehmerinnen und Unternehmern mit Einstiegsgesprächen und Beratungen eine wertvolle Hilfestellung zu deren Geschäftskonzept. Die Corona-Pandemie versetzte 2020 dem Gründungsinteresse jedoch einen deutlichen Dämpfer. Das zeigen die Zahlen und Erfahrungen der IHKs aus ihrem Gründungsservice des Jahrs 2020. Die IHKs führten rund 177.000 Gespräche mit Personen, die ein Unternehmen gründen wollten oder gerade gegründet haben - über ein Drittel weniger als im Vorjahr. Dies ist der stärkste Rückgang in der Statistik zum IHK-Gründungsservice, die seit dem Jahr 2002 geführt wird.
Die IHKs geben daneben Stellungnahmen zu Förderanträgen ab – vor allem bei Bürgschaften und bei Zuschüssen für Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit. Analog zur Entwicklung bei den Beratungszahlen verzeichnen die IHKs mit 7.000 Stellungnahmen zur Existenzgründung ein deutliches Minus von 23 Prozent im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr.

… bis zur Nachfolgesuche

In Fragen der Unternehmensnachfolge sind die IHKs wichtige Ansprechpartner. Jährlich besuchen rund 20.000 Interessenten rund 300 Veranstaltungen zu diesem Thema. Daneben finden über 11.000 individuelle Beratungsgespräche statt.

Unternehmen brauchen Rechtssicherheit

Die IHKs geben Auskunft in vielen für Unternehmen relevanten Rechtsbereichen. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen ohne spezialisierte Rechtsabteilung sind diese IHK-Dienstleistungen eine wichtige Unterstützung. So erteilten die IHKs im Jahr 2020 mehr als 550.000 Rechtsauskünfte.

IHKs gewährleisten, dass das Handelsregister stimmt

Das öffentliche Handelsregister gibt Auskunft über unternehmensbezogene Rechtsverhältnisse und Rechtstatsachen. Damit das Handelsregister fehlerfrei bleibt, unterstützen die IHKs die registerführenden Stellen mit jährlich 100.000 gutachterlichen Stellungnahmen. So verhindern sie beispielsweise rechtswidrige Eintragungen und helfen dabei, Einträge zu berichtigen oder zu vervollständigen.

IHKs wirken an Planverfahren mit

Die IHKs vertreten die Interessen der Unternehmen bei Planverfahren wie etwa der Entwicklung des Verkehrsnetzes oder der Ausweisung von Gewerbegebieten. Im Rahmen der kommunalen, regionalen und Landesplanung oder Infrastrukturplanungen geben die IHKs bundesweit jährlich rund 20.000 Stellungnahmen ab. Dank des Planungssicherstellungsgesetzes, das digitale Plan- und Beteiligungsverfahren ermöglicht, konnte während der COVID-19-Pandemie weiterhin geplant und gebaut werden.

Wachstum über Grenzen hinweg unterstützen

Die IHKs unterstützen Unternehmen dabei, auf internationalen Märkten Fuß zu fassen. Der exportorientierten deutschen Wirtschaft liefern die IHKs Marktinformationen, geben Hinweise zu Fragen des Zollrechts und bieten persönliche Beratungen. Gleichzeitig erhalten die Unternehmen das für viele Märkte erforderliche Ursprungszeugnis für die Ausfuhr ihrer Waren.

Informationen über ausländische Märkte

Rund 27.000 Teilnehmende haben sich 2020 im Rahmen von Länderberatungstagen informiert. Themenbezogene Veranstaltungen zu Zoll- und Außenwirtschaftsrecht zählten mehr als 31.000 Teilnehmende.
Die Zahl der von den IHKs durchgeführten Informationsveranstaltungen zu Außenwirtschaftsthemen und Zielmärkten ist Corona-bedingt stark zurückgegangen. Zu Beginn der Pandemie mussten die IHKs viele Infotage, Seminare, Workshops und Außenwirtschaftskonferenzen absagen. In der Folge ist es den IHKs jedoch schnell gelungen, den Schalter umzulegen und virtuelle Formate durchzuführen, die auf hohe Resonanz trafen.
Oftmals greifen die IHKs bei ihren Angeboten auf das Know-how aus dem Ausland zurück: Sie halten engen Kontakt zu dem vom DIHK koordinierten Netz der Deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen der Deutschen Wirtschaft (AHKs) mit mehr als 140 Standorten in 92 Ländern und weltweit insgesamt über 47.000 Mitgliedschaften. Oftmals vermitteln AHK-Fachleute persönlich praxisnahe Ratschläge bei solchen Veranstaltungen.

Meistgefragt: Rat rund um Zoll- und Außenwirtschaft

Die Nachfrage nach kompetenter Beratung in Krisenzeiten spiegelte sich in der Zahl der individuellen IHK-Beratungen für Unternehmen wider. Die IHKs stehen ihren auslandsaktiven Unternehmen im Umgang mit alten, aber vor allem auch ad hoc aufgetretenen, neuen Herausforderungen beim Auslandsgeschäft zur Seite. Beispiele sind u. a. die zeitweisen Grenzschließungen und Unterbrechungen von Lieferketten im Jahr 2020. Allein zum Zoll- und Außenwirtschaftsrecht gaben die IHKs rund 390.000-mal Rat und Unterstützung.
Aber auch Informationen zum ersten Engagement auf einem neuen Zielmarkt oder zur Suche nach Geschäftspartnern standen 2020 mit rund 110.000 Auskünften hoch im Kurs.
Hinzu kommen jährlich 1,9 Millionen Ursprungszeugnisse, Carnets – sozusagen die Reisepässe einer Ware – und andere Bescheinigungen für den Außenwirtschaftsverkehr, die IHKs den Unternehmen ausstellen.

Welcome Center helfen Zuwanderern

Etwa jede dritte IHK engagiert sich bei der Begleitung von Zugewanderten. IHKs gründen und betreiben IHK-Welcome Center, kooperieren mit Partnern oder unterstützen mit ihren Angeboten bestehende Einrichtungen in ihren Regionen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für Zugewanderte und ihre Familien, um die Integration in Beschäftigung und Leben in Deutschland zu unterstützen. Außerdem helfen sie Unternehmen bei der Suche und Integration von ausländischen Fachkräften. Zunehmend sind sie auch Anlaufstelle für qualifizierte Flüchtlinge und Asylsuchende.

Energie und Rohstoffe für morgen

Die Energiewende hat starken Einfluss auf die Standortbedingungen hierzulande. Die IHK-Organisation achtet dabei auf eine angemessene Berücksichtigung der Versorgungssicherheit, der Bezahlbarkeit und Planungssicherheit sowie der Nachhaltigkeit. In diesem Rahmen unterstützt sie die Unternehmen vor Ort vielfältig: Von Effizienzsteigerungen über eine Optimierung der Energieeinkaufsstrategie bis hin zur verstärkten Eigenenergieerzeugung reichen die Themen, die IHKs aufgreifen.

Bereits über 9.000 Energie-Scouts qualifiziert

Die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz hat bis Oktober 2021 etwa 9.000 Azubis aus weit über 2.000 Unternehmen zu Energie-Scouts qualifiziert. In ihren Ausbildungsbetrieben helfen sie dabei, Energieeinsparpotenziale aufzudecken und Verbesserungen anzustoßen.

Vor Ort in Unternehmen

Zum Selbstverständnis gehört bei all diesen Aktivitäten, dass IHK-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter regelmäßig Unternehmen besuchen und sich vor Ort nach den aktuellen Herausforderungen erkundigen – allein 2020 gab es rund 80.500 solcher Gespräche. Hier können die Unternehmen der IHK ihre Sorgen und Schwierigkeiten mit auf den Weg geben, die dies wiederum an die Politik übermittelt. Die IHK erfährt aber auch, in welchen Bereichen die Betriebe sich weitere Unterstützung wünschen.