Stark in der Aus- und Weiterbildung

Eine der zentralen Aufgaben der IHKs ist die Organisation der Beruflichen Bildung. Sie registrieren Ausbildungsverträge und kümmern sich um Zwischen- und Abschlussprüfungen. Zudem beraten die IHKs Unternehmen, Azubis und Angestellte rund um die Aus- und Weiterbildung. So legen sie den Grundstein für berufliche Erfolge.

Die IHKs ermitteln im Kontakt mit den Unternehmen neue Qualifikationsanforderungen der Wirtschaft und setzen eine zukunftsorientierte Ausgestaltung der rund 250 IHK-Berufe sowie über 70 bundeseinheitlichen IHK-Weiterbildungen in Gang. Die IHKs organisieren zudem die Zwischen- und Abschlussprüfungen in der beruflichen Bildung.

Über 773.000 Azubis betreut

Die IHKs betreuen derzeit über 773.000 Azubis. Von den 27.300 Prüfungsausschüssen in der Ausbildung wurden rund 173.000 Zwischen- und rund 288.000 Abschlussprüfungen abgenommen.

Wie viele Auszubildende (eingetragene Ausbildungsverhältnisse) betreute die IHK? Wie viele Teilnehmer an Zwischenprüfungen im Berufsausbildungsbereich hatte die IHK? Wie viele Teilnehmer an Abschlussprüfungen im Berufsausbildungsbereich hatte die IHK?

Die duale Ausbildung ermöglicht es Unternehmen, frühzeitig die passenden Fachkräfte zu qualifizieren – mit großem Erfolg: Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist vor allem deshalb mit unter 6 Prozent die niedrigste in der gesamten Europäischen Union, in Frankreich beträgt die Quote hingegen 19 Prozent, in Spanien 32 Prozent.

142.000 Weiterbildungsprüfungen abgenommen

Analoges gilt für die Weiterbildung: Hier wurden zuletzt rund 142.000 Prüfungen abgelegt.

Wie viele Prüfungen hat die IHK in der Weiterbildung abgenommen?

188.000 Unternehmen bilden in IHK-Berufen aus

Insgesamt bildeten im Jahr 2019 über 188.000 Betriebe in IHK-Berufen aus. Wer ausbilden will, muss neben der fachlichen auch die persönliche Eignung mitbringen. Die IHKs prüfen Ausbildende und vermitteln Lehrgänge. Wenn ein Unternehmen nicht alle Ausbildungsbereiche eines Berufes abdecken kann, organisieren die IHKs Verbundausbildungen zwischen verschiedenen Betrieben.

Wie viele Betriebe bildeten aktiv aus?

Einbezogen werden die IHKs auch, wenn die Ausbildungszeit verkürzt oder verlängert werden soll. Gibt es während der Ausbildung Unstimmigkeiten zwischen Ausbildungsbetrieb und Azubi, vermitteln die IHKs Gespräche und bieten bei Bedarf paritätisch besetzte Schlichtungsstellen an, die teure Gerichtsverfahren vermeiden.

Günstige Ausbildungsgebühren durch Solidarfinanzierung

Die Ausbildungsgebühren betragen im Durchschnitt 1 Prozent der gesamten Ausbildungskosten.

So lagen die Eintragungs- und Prüfungsgebühren 2019 für Kaufleute für Büromanagement bei durchschnittlich 318 Euro, für Einzelhandelskaufleute bei 291 Euro und für Industriemechaniker/-innen bei 388 Euro.

Wie hoch war die Gebühr (Eintragung und Prüfung) für ein Ausbildungsverhältnis als Kaufmann/-frau für Büromanagement? Wie hoch war die Gebühr (Eintragung und Prüfung) für ein Ausbildungsverhältnis als Kaufmann / Kauffrau im Einzelhandel? Wie hoch war die Gebühr (Eintragung und Prüfung) für ein Ausbildungsverhältnis als Industriemechaniker/-in?

Die Gebühren sind bei nahezu allen IHKs nicht kostendeckend; der Deckungsgrad liegt im Durchschnitt bei gut 50 Prozent.

Wie viel Prozent der direkt zuordenbaren Personal- und Sachaufwendungen werden durch Ausbildungsgebühren durchschnittlich gedeckt?

Stattdessen wird ein Teil der Kosten durch die Beiträge aller Unternehmen und damit auf dem Wege der Solidarfinanzierung gedeckt. Denn der Nutzen der dualen Ausbildung kommt der gesamten Wirtschaft zugute: Auch Unternehmen, die nicht selbst ausbilden, profitieren von gut ausgebildeten Fachkräften.

Der Bereich Aus- und Fortbildungen ist ein wichtiger Teil der Arbeit der IHKs, das zeigt sich auch an den entsprechenden Personal- und Sachaufwendungen: Im Durchschnitt lag der Anteil für diesen Bereich an den Gesamtaufwendungen einer IHK zuletzt bei knapp 23 Prozent.

Wie hoch war das Verhältnis der direkt zuordenbaren Personal- und Sachaufwendungen im Bereich Aus- und Fortbildungen zu den Gesamtaufwendungen der IHK insgesamt?

Bundesweite Vermittlung per Lehrstellenbörse

Diese Aufwendungen sind auch die Basis für weitere IHK-Services: So unterstützt die IHK-Organisation junge Menschen bei der Lehrstellensuche mit der bundesweiten IHK-Lehrstellenbörse unter der Adresse www.ihk-lehrstellenboerse.de.

Sie bringt Jugendliche und Unternehmen zusammen und stellt zu jeder Zeit im Jahr rund 45.000 aktuelle IHK-Lehrstellenangebote und -gesuche von Jugendlichen bereit.

IHK-FOSA zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Ein zweites Beispiel ist die Beteiligung der IHKs bei Verfahren zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen. Die IHK-Organisation hat eine gemeinsame Stelle in Nürnberg geschaffen, die IHK-FOSA (Foreign Skills Approval, www.ihk-fosa.de), um die Verfahren effizient zu gestalten.

Im Jahr 2019 wurden dort 5.148 Anträge gestellt; 2.242 Antragsteller erhielten eine volle Gleichwertigkeit und 1.843 eine teilweise Gleichwertigkeit. Die individuelle Beratung zum Anerkennungsverfahren findet vor Ort in der einzelnen IHK statt.

IHKs unterstützen Integration von Flüchtlingen

Die IHKs übernehmen Verantwortung bei der Integration von Flüchtlingen. Sie engagieren sich im Rahmen von zahlreichen Projekten und Kooperationen mit Partnern. Die IHKs bringen dabei insbesondere ihre Kompetenzen in den Bereichen Ausbildung und Weiterbildung ein. Das IHK-Aktionsprogramm „Ankommen in Deutschland – Gemeinsam unterstützen wir Integration“ ist im Dezember 2015 gestartet. Dafür hat die IHK-Organisation seit Beginn des Aktionsprogramms finanzielle Mittel in Höhe von 68 Mio. Euro investiert. Allein für das Jahr 2020 wurden über 6 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Bundesweit sind zudem 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort aktiv. Ein breites Beratungs- und Unterstützungsangebot für Flüchtlinge und Unternehmen wurde geschaffen. Konkret unterstützt die IHK-Organisation vor allem bei der Vermittlung in Praktika, Einstiegsqualifizierung und Ausbildung sowie bei der Kompetenzerfassung.

Treibende Kraft in der Kooperation von Schule und Wirtschaft

Inzwischen steht der Ausbildungsmarkt unter dem Vorzeichen der demografischen Entwicklung: Die IHKs setzen sich deshalb dafür ein, die Berufsorientierung an den Schulen zu verbessern. Sie helfen insbesondere dabei, jeder interessierten Schule einen Partnerbetrieb zu vermitteln. So können möglichst viele Jugendliche gut auf den Start in eine Ausbildung vorbereitet werden.

IHKs prüfen Sach- und Fachkunde

Jenseits der Aus- und Weiterbildung im engeren Sinne führen die IHKs auch mit rund 148.000 Teilnehmenden Sach- und Fachkundeprüfungen durch, zum Beispiel für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Gefahrgutbeauftragte oder für den Güterkraftverkehr. Gewerbetreibende müssen diese Prüfungen erfolgreich absolvieren, um ihren Beruf ausüben zu dürfen.

Wie viele Teilnehmer an Sach- und Fachkundeprüfungen hatte die IHK?

Für die Ausübung bestimmter Tätigkeiten beispielsweise im Bewachungsgewerbe und – in einigen Bundesländern – auch im Gaststättengewerbe muss hingegen eine Unterrichtung bei der IHK besucht werden. Im Jahr 2019 haben gut 41.000 Personen an einer solchen Unterrichtung teilgenommen.

Wie viele Teilnehmer an Unterrichtungen hatte die IHK?

Freiwilliges Engagement der IHK-Mitglieder wird auch in den Prüfungsausschüssen für Sach- und Fachkundeprüfungen und im Rahmen von Unterrichtungen großgeschrieben. Hier waren vergangenes Jahr insgesamt mehr als 5.500 Ehrenamtliche tätig.

Wie viele Personen waren ehrenamtlich in Prüfungsausschüssen in Sach- und Fachkundeprüfungen sowie Unterrichtungen engagiert?