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EU-Kommission erhöht Umfang der kurzfristigen Exportkreditversicherungen

Alle Länder aus Verzeichnis der Staaten mit marktfähigen Risiken genommen

30. März 2020 - DIHK

Ausgabe: 12 | 2020

Bereich: Corona-Virus

Die Europäische Kommission nimmt in der Corona-Krise vorübergehend bis zum 31. Dezember 2020 alle Länder aus dem Verzeichnis der Staaten mit "marktfähigen Risiken". Dadurch soll ein größerer Umfang an staatlichen kurzfristigen Exportkreditversicherungen verfügbar werden.

Newsbild Bildquelle: Getty Images

Der DIHK hatte vergangene Woche bemängelt, dass sich Kreditversicherer in der Corona-Krise aus der Deckung des internationalen Warenverkehrs zurückziehen.

Nach der seit 2013 geltenden Mitteilung über die kurzfristige Exportkreditversicherung ist der Handel innerhalb von 27 EU-Mitgliedstaaten und neun OECD-Staaten, die im Anhang der Mitteilung aufgelistet sind, mit marktfähigen Risiken verbunden, sofern die Höchstrisikolaufzeit weniger als zwei Jahre beträgt. Staatliche oder staatlich unterstützte Versicherer dürfen solche Risiken grundsätzlich nicht versichern. Eine kurzfristige öffentliche Konsultation im März hatte laut EU-Kommission ergeben, dass die privatwirtschaftliche Versicherungskapazität für Ausfuhren für alle Länder sehr bald nicht mehr ausreichen wird, gleichzeitig jedoch die Nachfrage nach Versicherungen aufgrund der Krise erheblich steigen dürfte.

Darüber hinaus wird die mit dem Befristeten Beihilferahmen der Kommission eingeführte Flexibilität ausgeweitet, die staatlichen Versicherern die Möglichkeit bietet, kurzfristige Exportkreditversicherungen anzubieten. Durch die Änderung der Mitteilung will die Kommission Unternehmen helfen, die unter den Folgen des Coronavirus-Ausbruchs leiden. Exportkredite ermöglichen ausländischen Käufern von Waren bzw. Dienstleistungen einen Zahlungsaufschub. Ein Zahlungsaufschub führt für den Verkäufer/Ausführer jedoch zu einem Kreditrisiko, gegen das er sich versichert, in der Regel bei einem privatwirtschaftlichen Versicherungsunternehmen.

Die Mitteilung des DIHK finden Sie hier.

Klemens Kober