Themen

Vollversammlung, 8. Dezember 2015

Die Vollversammlung der IHK Darmstadt beschäftigte sich am 8. Dezember 2015 unter anderem mit folgenden Themen:

Flüchtlinge in der Region

Zunächst berichtet Herr Benda über die Bemühungen der IHK Darmstadt Flüchtlinge in Ausbildung zu vermitteln. Dabei stehe an erster Stelle der Spracherwerb. Ein entwickeltes Konzept zu berufsbegleitendem Spracherwerb werde nach dem Jahreswechsel getestet.
Prof. Dr. Sinemus weist bei der Begrüßung von Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch auf die Bedeutung von Spracherwerb, Qualifizierung oder Ausbildung und anschließender Einstieg in den Beruf für die Integration von Flüchtlingen hin und informiert über einen Fünf-Punkte-Aktionsplan der IHK-Organisation „Ankommen in Deutschland – Gemeinsam unterstützen wir Integration!“, der nun umgesetzt werde:
  • Unternehmen informieren und beraten
  • Jungen Flüchtlingen Orientierung in unserer Berufswelt geben und Praktika vermitteln
  • Flüchtlinge in Einstiegsqualifizierung und Ausbildung vermitteln und begleiten
  • Unternehmen bei der Qualifizierung und Ausbildung von Flüchtlingen unterstützen
  • Flüchtlinge beim Spracherwerb unterstützen
Jochen Partsch erläutert den Mitgliedern der Vollversammlung die Vorgehensweise der Stadt bei der Versorgung und Unterbringung von Flüchtlingen. Er weist darauf hin, dass unter den Flüchtlingen viele junge Frauen und Männer seien, die arbeiten wollen. Langes Nichtstun müsse für sie vermieden werden. Aufgabe sei es, ihnen die deutsche Sprache beizubringen und sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Partsch dankt den Unternehmern für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, Mitarbeiter für den ehrenamtlichen Einsatz in der Flüchtlingsbetreuung frei zu stellen.

Arbeitsprogramm der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar

Bilanz des Jahres 2015

Bericht: Prof. Dr. Sinemus und Dr. Uwe Vetterlein
Prof. Dr. Sinemus dankt dem Ehren- und Hauptamt für die geleistete Arbeit in 2015 und weist darauf hin, dass die Umsetzung der Strategie, die in der Bilanz im Wesentlichen dargestellt wird, nur einen Teil der Arbeit der IHK ausmache. Wie bei einem Eisberg sei sie nur die sichtbare Spitze.
Dr. Vetterlein macht auf die zur Verfügung gestellte Controllingtabelle aufmerksam, die transparent die Umsetzung der Strategie aufzeigt sowie auf das im Foyer der IHK ausgehängte Standbild, dass auch in Zukunft die Umsetzung dokumentiert.
Im Wechsel stellen Prof. Dr. Sinemus und Dr. Vetterlein die Arbeit des Jahres 2015 an ausgewählten Beispielen der Strategie vor:

Den Standort Rhein Main Neckar voranbringen

Die Initiative der Wirtschaftskammern für FRM nimmt Fahrt auf: Wir organisieren uns professioneller und arbeiten in vier Arbeitsgruppen an konkreten und vor Ort umsetzbaren Projekten in den Themenfeldern Gründung, Digitalisierung und räumliche Entwicklung, Konversion und Mobilität / Verkehr. Außerdem hat die Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer die Politik beeindruckt.
Mit dem Mittelzentrenranking und einer Studie zu den Gewerbesteuern in Kommunen haben wir Politik beraten und unsere Rolle als unparteiische Instanz für die Region bestätigt.
Innovationsfonds sowie Technologie- und Gründerzentrum nehmen Gestalt an; hier können wir im nächsten Jahr loslegen.

Kleinen und mittleren Unternehmen als Partner und Problemlöser helfen

Unser Veranstaltungsformat „Werkstattgespräche“ haben wir auf die Fläche des IHK-Bezirks ausgeweitet; die Veranstaltungen in den Kommunen vor Ort kommen gut an. Damit einher geht, dass wir generell in der Region präsenter werden. Beides führen wir weiter!
Unseren Mitgliederservice haben wir in diesem Jahr verstärkt und 400 „Neukunden“ für die IHK gewonnen.

Vernetzung in der Region vorantreiben

Wir haben unsere Cluster weiter ausgebaut und um weitere Dienstleistungen erweitert. Neben dem IT4Work e.V. wurde der Verein Automatisierungsregion gegründet. Dass sich die Arbeit, die wir hier seit Jahren leisten, auszahlt, hat sich in diesem Jahr beim Thema Digitalisierung / Industrie 4.0 bestätigt!
Wir sind ein gutes Stück weiter, um unsere Engineering Region als kompetente Industrie 4.0-Schmiede zu positionieren – wir haben eines von fünf Kompetenzzentren bundesweit in die Region geholt. Damit leisten wir nicht nur für die Engineering Region sondern für ganz Hessen einen Mehrwert. Außerdem wird es am 15./16. Februar 2016 in Darmstadt die Konferenz Mittelstand 4.0 geben. Teilnehmer werden unter anderem Bundeswirtschaftsminister Gabriel und der hessische Wirtschaftsminister Al-Wazir sein.

Fachkräftepotenzial erschließen

Wir haben das Projektbüro Berufs- und Studienorientierung aufgebaut und unterstützen dort Schüler, Unternehmen, Eltern, Multiplikatoren und Schulen bei der Berufs- und Studienorientierung.
Wir haben erste Erfahrungen mit Zukunftswerkstätten an Gymnasien gemacht und werden für 2016 unsere Lehren daraus ziehen: Ausbildungsbotschafter und mobile Zukunftswerkstätten sind hier die Stichworte.
Das Thema Flüchtlinge hat uns viel Zeit und Geduld abverlangt. Aber das ist erst der Anfang. Wir sind der Meinung: es lohnt sich, und als Wirtschaft müssen wir unseren Beitrag für die Gesellschaft leisten, indem wir helfen, Flüchtlinge in Unternehmen zu integrieren.

Diskussion

Herr Heeß fragt, ob eine unterjährige Einstellung von Flüchtlingen in ein Ausbildungsverhältnis möglich sei. Dies sei – so Dr. Vetterlein – nicht möglich. Aber: der Einstieg über ein mehrmonatiges Praktikum sowie in eine Einstiegsqualifizierung mit Berufsschulbesuch sei möglich und teilweise auch finanziell gefördert.
Herr Volkert lobt den Ansatz der Zukunftswerkstätten und weist auf ein Problem bei der Einstellung der Lehrer zur Berufsausbildung hin: rund 80 Prozent der Realschüler seien an einer Ausbildung interessiert. Bei guten Noten würde ihnen aber zu einem weiteren Schulbesuch geraten. Dr. Vetterlein räumt ein, dass hier die Kommunikation zwischen Schule und Wirtschaft noch nicht stimme.
Herr Günther informiert, dass das Thema Flüchtlinge auch als eine Art Konjunkturprogramm für das Land gesehen werden könne. So habe das DRK in Darmstadt 95 neue Stellen für Menschen über 50 Jahre geschaffen. Die Arbeit könne auch in Zukunft nicht auf ehrenamtlicher Basis geleistet werden – es werde also in verschiedenen Bereichen zu weiteren Einstellungen kommen.

Beschluss der Vollversammlung am 8. Dezember 2015

Die Vollversammlung nimmt die Bilanz des Jahres 2015 zustimmend zur Kenntnis.

Auf Basis der Strategie geplantes Programm für 2016

Bericht: Dr. Uwe Vetterlein

Herr Dr. Vetterlein stellt die geplanten Schwerpunkthemen des kommenden Jahres und ihre Einbettung in die Gesamtstrategie der IHK Darmstadt vor:
  • Kleinen und mittleren Unternehmen als Partner und Problemlöser helfen
    • Webtool zur Unterstützung von IHK-Branchenberatungen
  • Vernetzung in der Region vorantreiben
    • Digitalisierung Mittelstand
  • Fachkräftepotenzial erschließen
    •  Fachkräftenachwuchs durch MINT-Bildung
    • Schule und Unternehmen – Partnerschaften auf Augenhöhe gestalten (Bildungskooperationen)
    • Berufsorientierung 2.0
    • Flüchtlinge in Unternehmen bringen
  • Den Standort Rhein Main Neckar voranbringen
    • FrankfurtRheinMain weiterentwickeln
    • Tourismusinitiative
Die ausführliche Beschreibung der einzelnen Themen lag mit den Beschlussvorlagen zu dieser Sitzung vor.
Zu "Fachkräftepotenzial erschließen, Flüchtlinge in Unternehmen bringen" informiert Dr. Vetterlein noch über einen Beschluss des Präsidiums, die Arbeit des Teams  Ausbildung, deren Arbeitsbelastung durch Vermittlungsberatung für Flüchtlinge, Unternehmen und Hilfsorganisationen stetig steigt, wie folgt zu unterstützen:
Die in der IHK beschäftigten 3 Bildungscoaches, deren Aufgabe die persönliche Weiterbildungsberatung in Unternehmen ist, werden sich einen Teil ihrer Arbeitszeit mit der Flüchtlingsthematik beschäftigen. Die Bildungscoaches werden über das Land Hessen finanziert, mit dem die teilweise Umwidmung der Arbeitszeit abgesprochen ist.
Darüber hinaus werden – befristet für 12 Monate – 2 Schnittstellencoaches eingestellt. Ihre Aufgabe wird die Entlastung des Teamleiters Ausbildung rund um Fragen der Ausbildungsverrmittlung für Flüchtlinge sein.

Beschluss der Vollversammlung am 8. Dezember 2015

Die Vollversammlung stimmt den geplanten Schwerpunktthemen und dem daraus resultierenden Arbeitsprogramm für 2016 zu.

Tourismusförderung in der Region

Bericht: Michael Dreißigacker, Vorsitzender Tourismusausschuss, Katharina Kreutz, Geschäftsbereich Standortpoliti
Gemeinsam mit der Odenwald Tourismus GmbH und dem Deutschen Hotel- und Gastronomieverband (DEHOGA) Hessen wurde 2015 die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für das länderübergreifende Reisegebiet Odenwald untersucht. Der Odenwald besteht aus 78 Kommunen und erstreckt sich über sieben Landkreise und drei Bundesländer. Die Studie zeigt, der Tourismus ist Wirtschaftsfaktor für den Odenwald: Er sorgt für einen Umsatz von 927 Millionen Euro, schafft 13.400 Arbeitsplätze und generiert Steuereinnahmen. Und nicht nur die Tourismuswirtschaft – die Hotels und die Gaststätten – profitieren vom Tourismus, sondern in gleichem Maße auch der Einzelhandel. Des Weiteren profitieren die Bereiche Unterhaltung (Bars, Kino u. Ä.) und Transport sowie weitere Dienstleister. Neben diesen ökonomischen Effekten kommt dem Tourismus als weichem Standortfaktor eine enorme Bedeutung zu: Eine touristisch gut aufgestellte Region profitiert von einem guten Image und ist attraktiv für Fachkräfte und damit auch für Unternehmen, die immer dringender auf Fachkräfte angewiesen sind. Diese Mischung aus ökonomischen Effekten und weichem Standortfaktor macht den Tourismus so wichtig für die Region.
Begleitend zur Tourismusstudie hat der Tourismusausschuss ein Positionspapier zur Tourismusförderung erarbeitet, mit dem politisch gearbeitet werden soll. Dies bedarf der Zustimmung der Vollversammlung.

Beschluss der Vollversammlung am 8. Dezember 2015

Die Vollversammlung stimmt dem Positionspapier des Tourismusausschusses zur Tourismusförderung zu.