IHK Darmstadt

Vollversammlung, 7. Dezember 2016

Die Vollversammlung der IHK Darmstadt beschäftigte sich am 7. Dezember 2016 unter anderem mit folgenden Themen:

Wissenswert: Kulturstadt Darmstadt

Bericht: Karsten Wiegand, Intendant des Staatstheaters Darmstadt
Herr Wiegand berichtet über die Besonderheiten der Gesellschaft in der ehemaligen Residenzstadt Darmstadt im Vergleich zu Städten wie Wiesbaden, Weimar oder München.
Einerseits konservativ-bürgerlich geprägt, habe die Stadt sich nach der Zerstörung des Krieges neu erfinden müssen und habe es geschafft, sich der Zukunft zuzuwenden. Ausdruck dafür sei die herausragende Hochschul- und Forschungslandschaft.
So gebe es in der Stadt zwei Strömungen: das Bewahrende und das Zukunftsstrebende.
Diese Mischung sehe er auch im Publikum des Staatstheaters. Dies stelle das Haus immer wieder vor die Herausforderung, beiden Gruppen gerecht zu werden.
In zahlreichen Bildern erläutert Herr Wiegand die Herausforderungen eines Theaterintendanten, der eine Art Erwartungsmanagement betreiben müsse. In einer immer differenzierter werdenden Gesellschaft gebe es nicht mehr nur einen Weg für eine Kulturinstitution. Gleichzeitig schwinde die Bereitschaft des Publikums, Angebote zu akzeptieren, die sie nicht unmittelbar ansprechen. Man möchte seine Erwartungen erfüllt sehen.
So verliere das Theater einerseits Publikum im Abo-Bereich, könne aber neue Besucher  aus der gesamten Rhein-Main-Region anlocken.
Der gesellschaftliche Wandel spiegele sich entsprechend auch im Theater wieder.
Speziell das Darmstädter Publikum könne sich begeistern, übe aber im Nachklapp dennoch gerne Kritik.

Arbeitsprogramm der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar

a) Bilanz des Jahres 2016

Positionspapier zur Reform der Grundsteuer

Bericht: Martin Proba
Die Grundsteuer muss reformiert werden – das Bundesverfassungsgericht hat dies im Rahmen des Verfahrens zur Erbschaftsteuer angemahnt, da die Berechnungsgrundlagen nicht mehr der Realität entsprechen. Die Bundesländer Hessen und Nordrhein-Westfalen haben einen Vorschlag vorgelegt.
Die Reform betrifft alle Unternehmen – ob direkt als Eigentümer über den Grundsteuerbescheid oder mittelbar als Mieter über die Nebenkostenabrechnung. Die IHK Darmstadt will in der politischen Diskussion möglichst schnell sprachfähig sein.
Der Steuerausschuss und der Ausschuss für Immobilienwirtschaft haben die Aspekte der Grundsteuerreform diskutiert und das beigefügte Positionspapier abgestimmt.
Diskussionspunkt war die Wertermittlung. Bei über 35 Millionen Objekten in Deutschland muss es aus Praktikabilitätsgründen ein einfaches Verfahren geben. Gleichwohl müssen Besonderheiten (abweichende Wertgutachten) berücksichtigt werden.
Die Ausschüsse haben anhand des Reformvorschlags Beispiele gerechnet. Ergebnis: Wenn die Messzahlen nicht qua Gesetz nach unten angepasst werden, werden künftig Immobilien mindestens mit dem fünffachen, oft mit dem siebenfachen, ja sogar bis zum zwölffachen heutigen Wert angesetzt.
Daher ist es unabdingbar, die Messzahl im Gesetz festzulegen, um die Aufkommens-neutralität zu sichern.
Es wird darauf hingewiesen, dass es bereits am 25. Januar eine gemeinsame Sitzung der Ausschüsse Steuern und Immobilienwirtschaft geben soll, bei der Peter Mandler, Referatsleiter Grundsatz, Reform und Steuerfragen des hessischen Finanzministeriums,  zu Gast sein wird. Ihm soll die Kritik an der geplanten Grundsteuer vermittelt werden.

Beschluss der Vollversammlung am 7. Dezember 2016:

Die Vollversammlung der IHK Darmstadt stimmt der Positionierung zur Grundsteuerreform auf der Basis des Reformvorschlages der Bundesländer Hessen und Nordrhein-Westfalen zu und beauftragt die Geschäftsführung, die Positionierung in der DIHK-Gremien und gegenüber Politik und Verwaltung zu vertreten.