Amtsübergabe

Kirsten Schoder-Steinmüller folgt beim HIHK auf Eberhard Flammer

Bei der Amtsübergabe dankte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier dem 68-jährigen Unternehmer Eberhard Flammer für sein Engagement und verlieh ihm den Hessischen Verdienstorden. Im Kurzinterview blickt Flammer zurück auf seine Präsidentschaft, während seine Nachfolgerin Kirsten Schoder-Steinmüller einen Ausblick auf ihre Amtszeit gibt.
Autor: Alexander Rackwitz (HIHK), 13. Dezember 2021
Nach vier Jahren als Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK) hört Eberhard Flammer auf und stellte sich am Ende der Wahlperiode nicht mehr zur Wahl. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier dankte dem 68-jährigen Unternehmer aus Biedenkopf für sein Engagement und verlieh ihm den Hessischen Verdienstorden.
Seine Nachfolgerin ist Kirsten Schoder-Steinmüller. Die 59-jährige Unternehmerin leitet die Firma Schoder, ein Metallverarbeitungsbetrieb in Langen. Sie ist seit 2017 Präsidentin der IHK Offenbach am Main und war bereits Vizepräsidentin des HIHK. Von der HIHK-Mitgliederversammlung wurde sie einstimmig für die nächsten zweieinhalb Jahre zur neuen HIHK-Präsidentin gewählt. Das neue HIHK-Präsidium komplettieren Dr. Christian Gastl, Präsident der IHK Wiesbaden und auch bisheriger Vizepräsident des HIHK, sowie Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main.
IHK: Herr Flammer, wie lautet Ihre Bilanz nach vier Jahren HIHK-Präsidentschaft?
Eberhard Flammer: Hessens Wirtschaft ist stark. Das haben wir dem Einsatz aller Unternehmerinnen und Unternehmer und natürlich auch unseren Fachkräften zu verdanken. Sie alle erwirtschaften maßgeblich Hessens Wohlstand, denn Wirtschaft sorgt für Beschäftigung und Steuereinnahmen. In den vier Jahren meiner HIHK-Präsidentschaft ging es mir darum, diese Zusammenhänge verständlich zu erklären und die Belange der Wirtschaft glaubwürdig zu vertreten. Gemeinsam mit Ehren- und Hauptamt haben wir den HIHK zur landespolitischen Dachorganisation der hessischen IHKs aufgebaut. Der HIHK hat die Relevanz der IHKs auf Landesebene gesteigert. Wir sind die ausgewogene Stimme der hessischen Wirtschaft und werden gehört. Das ist unser gemeinsamer Erfolg – und Ansporn für die kommenden Jahre.
IHK: Weshalb hören Sie als HIHK-Präsident auf?
Eberhard Flammer: Weil es der richtige Zeitpunkt ist und ich eine tolle Nachfolgerin habe. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Für den fairen Austausch mit der Landespolitik, im Kreis der hessischen IHKs und mit den vielen interessanten Persönlichkeiten, die in Hessen unternehmerisch tätig sind, möchte ich mich herzlich bedanken. Meiner Nachfolgerin und dem gesamten HIHK-Präsidium wünsche ich von Herzen viel Erfolg.
IHK: Frau Schoder-Steinmüller, welche Akzente wollen Sie als neue HIHK-Präsidentin setzen?
Kirsten Schoder-Steinmüller: Ich möchte die erfolgreiche Arbeit von Herrn Flammer und des HIHK-Präsidiums fortführen. Die Transformation, in der sich viele Unternehmen befinden, werde ich auf Landesebene konstruktiv begleiten. Damit meine ich die Energiewende und den Weg in Richtung Klimaneutralität. Aber auch die Digitalisierung, die Bewältigung des Fachkräftemangels, die Verbesserung der Infrastruktur und die Stärkung der beruflichen Bildung. Kurz- und mittelfristig wird sicher das Meistern der Corona-Pandemie im Vordergrund stehen.
IHK: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der hessischen Wirtschaft?
Eberhard Flammer: Dass wir nicht im Übermaß durch Regulatorik bei unserer Arbeit behindert werden. Wir in der Wirtschaft akzeptieren jeden Tag, dass wir im Wettbewerb stehen und bieten Beschäftigung. Dafür brauchen wir eine förderliche Politik, die gelöst vom Klein-Klein des Tagesgeschäfts ein günstiges Umfeld herstellt. Deshalb haben wir zum Ende meiner Amtszeit bei der Landespolitik einen Masterplan „Hessen 2040“ angeregt. Eine politische Strategie, wie unser gesamter Wirtschaftsstandort auch in 20 Jahren noch international wettbewerbsfähig bleibt. Damit heimatnahe Ausbildung, innovative Forschung und Entwicklung und die Erreichbarkeit ländlicher Räume für ganz Hessen gewährleistet sind.
Kirsten Schoder-Steinmüller: Das Ziel eines Masterplans greife ich gerne auf. In meiner Amtszeit werde ich mich mit voller Kraft für die Wettbewerbsfähigkeit hessischer Betriebe einsetzen. Insofern sehe ich Risiken und Chancen im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung. Ich vermisse einerseits steuerliche Entlastungen und mehr Spielräume für private Investitionen in Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Vage bleibt zudem, wie die Bundesregierung die internationale Wettbewerbsfähigkeit angesichts der Klimaschutz-Anforderungen absichern will. Eine große Chance ist andererseits die angestrebte Halbierung der Dauer von Verwaltungs-, Planungs- und Genehmigungsverfahren. Auch die Verbesserungen bei der Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte und schnelle, unkomplizierte Unternehmensgründungen hätten sehr positive Auswirkungen auf Hessens Wirtschaft.
Der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) ist die landespolitische Dachorganisation der hessischen IHKs. Sie vertritt das gesamtwirtschaftliche Interesse von rund 400.000 Mitgliedsunternehmen mit 1,8 Millionen Beschäftigten in Hessen. 

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Patrick Körber
Patrick Körber
Geschäftsbereichsleiter
Bereich: Kommunikation und Marketing