Abfall

Rohstoff-/Materialeinsatz und Abfälle optimieren

Herausforderungen und Ziele

Die globale Rohstoffknappheit und die steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit machen eine effiziente Ressourcennutzung unverzichtbar. Der europäische „Green Deal“ und das deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz setzen klare Rahmenbedingungen: Unternehmen müssen Materialströme optimieren, Abfälle reduzieren und Kreislaufkonzepte integrieren. Besonders für Industrie und produzierendes Gewerbe ergeben sich drängende Fragen: Wie lassen sich Rohstoffverluste in der Produktion minimieren? Wie können Abfälle als Sekundärrohstoffe genutzt werden? Und wie gelingt die Transformation zu einer geschlossenen Wertschöpfungskette? Aber auch Handel- und Dienstleistungsunternehmen können durch die Nutzung nachhaltigerer Lösungen, Produkte und Materialien Ressourcen schonen und den ökologischen Fußabdruck reduzieren.

Orientierungshilfe – erste Schritte

Ein ressourceneffizientes Unternehmen strebt danach, Materialien maximal zu nutzen, Abfall zu vermeiden und Kreisläufe zu schließen. Starten Sie mit diesen Fragen:
  • Wo entstehen in Ihren Prozessen Materialverluste oder Überproduktion?
  • Welche Abfälle könnten recycelt oder als Rohstoff wiederverwendet werden?
  • Nutzen Sie bereits digitale Tools zur Materialbedarfsplanung?
  • Sind Ihre Lieferketten auf Nachhaltigkeit und Rücknahmesysteme ausgelegt?
  • Haben Sie Möglichkeiten zur Modularisierung oder Langlebigkeit Ihrer Produkte?

Best-Practises

Handel

Lidl, Alnatura, Restaurants, Kioske und weitere Lebensmittelhändler nutzen Plattformen wie beispielsweise Too Good To Go, um überschüssige Lebensmittel in vergünstigten Überraschungspaketen an Kunden weiter zu verkaufen. So werden aus Überschüssen Umsätze und es werden neue Kund*innen gewonnen, die Kund*innen sparen Geld und es wird etwas Gutes für den Klimaschutz getan – welches eine Win-win-win-Situation für alle Beteiligten ist.

Dienstleistung

Tellus Networks GmbH schenkt IT-Hardware ein zweites Leben – und Kunden doppelten Nutzen: Durch innovatives IT Re-Marketing erhalten hochwertige Komponenten eine nachhaltige Weiternutzung. Die Kunden profitieren kosteneffizient von erprobter Technik ohne Leistungseinbußen, schonen gleichzeitig Ressourcen und stärken ihren ökologischen Fußabdruck.

Industrie

Pirelli Deutschland GmbH reduziert den Einsatz von neuen Primärrohstoffen, indem bis zu 15 Prozent recycelter Stahl in Reifenkarkassen integriert und Bio-Öle (z. B. aus Rizinus) statt erdölbasierter Stoffe verwendet werden. Zudem nutzt das Unternehmen Kieselsäure aus Reishülsen – einem Abfallprodukt der Landwirtschaft – um den Anteil fossiler Materialien in Reifenmischungen zu senken. Zur Abfallvermeidung setzt Pirelli auf geschlossene Kreisläufe: Produktionsreste wie Gummi- und Stahlreste werden systematisch gesammelt, aufbereitet und in neuen Reifen oder anderen Industrieanwendungen wiederverwendet.

Materialinnovation

Die Revoltech GmbH verankert ihre Marktposition durch eine konsequente Ausrichtung an nachhaltigen Materialien, wie sie in ihrer Mission betont: Sie nutzt regenerative Bio-Baumwolle, recycelte Ocean-Plastics und innovative Biopolymere, die vollständig kompostierbar sind. Durch Partnerschaften mit zertifizierten Lieferanten und die Entwicklung geschlossener Kreisläufe – etwa durch Rücknahmesysteme für gebrauchte Textilien – minimiert das Unternehmen ökologische Fußabdrücke und setzt neue Maßstäbe für Ressourcenverantwortung. Dieser Fokus auf zirkuläre Materialien und transparente Produktionsprozesse spiegelt nicht nur die Unternehmensvision wider, sondern schafft einen klaren Wettbewerbsvorteil, da Revoltech damit gezielt die wachsende Nachfrage nach authentisch nachhaltigen Lösungen in der Textilbranche bedient.
Die BioWert GmbH etabliert sich als Pionier durch die konsequente Nutzung regenerativer Rohstoffe wie landwirtschaftlicher Reststoffe (z. B. Stroh, Pflanzenfasern) und biobasierter Materialien, die vollständig kompostierbar oder recyclingfähig sind. Wie in ihrer Mission betont, setzt das Unternehmen auf eine geschlossene Kreislaufwirtschaft: Abfälle aus der Landwirtschaft werden zu hochwertigen Biowerkstoffen verarbeitet, die später wieder in den Naturkreislauf zurückgeführt werden können. Durch diese Symbiose aus Ressourceneffizienz und regionaler Wertschöpfung reduziert BioWert nicht nur den ökologischen Fußabdruck, sondern schafft einzigartige Produkte wie biobasierte Dämmstoffe oder Verpackungen. Dieser Fokus auf zirkuläre, erdölfreie Lösungen positioniert das Unternehmen als Innovationsführer in Märkten, die nach authentisch nachhaltigen Alternativen zu konventionellen Materialien streben.

Informationen/ Methoden/ Tools

  • Das Umweltbundesamt bietet umfassende Informationen zu Abfallvermeidung, Recycling, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft, inklusive Leitfäden, rechtlicher Grundlagen, Daten sowie Strategien zur Reduzierung von Umweltbelastungen und Förderung nachhaltiger Praktiken.
  • Der Leitfaden Ressourceneffizienz des VDI Zentrums Ressourceneffizienz bietet Ihnen die Möglichkeit, die Umsetzung von Ressourceneffizienzmaßnahmen Schritt für Schritt vorzunehmen.
  • Kreislaufwirtschaft: Informationen und Hilfestellungen

Fördermittel/-programme

  • Förderprogramm „Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW)“
    Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert über einen Wettbewerb Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz in deutschen Unternehmen. Ziel ist es, Investitionen in innovative Projekte zu unterstützen, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.
  • KI-Leuchttürme für Umwelt & Klima
    Das BMUV fördert KI-Projekte im Rahmen der KI-Strategie, die Lösungen für Klima-, Umwelt- und Ressourcen-Herausforderungen entwickeln – als Vorreiter einer grünen Digitalisierung.
  • Förderprogramm Industrielle Bioökonomie
    Das BMWK fördert mit drei Bausteinen die industrielle Umsetzung bioökonomischer Verfahren: Baustein A/B unterstützen Demonstrationsanlagen zur Skalierung innovativer Prozesse, Baustein C treibt die Integration biobasierter Lösungen in regionale Wertschöpfungsnetze voran.
  • Förderwettbewerb Energie- und Ressourceneffizienz
    Der Wettbewerb unterstützt Unternehmen aller Branchen bei Investitionen in umweltschonende Technologien, um Energie- und Ressourceneffizienz zu steigern und Treibhausgasemissionen bis 2045 zu neutralisieren. Gefördert werden u. a. Prozessoptimierung, Abwärmenutzung und Anlagen für erneuerbare Energien.

Beratung

Das Zentrum Ressourceneffizienz stellt eine große Auflistung von öffentlich geförderten Beratungsinstanzen vor, welche:
  • ein spezialisiertes Know-how besitzen,
  • zusätzliche Kapazitäten haben,
  • einen neuen Blick auf eingefahrene Prozesse mitbringen.

Netzwerk/Austausch