IHK Darmstadt
Interne Prozesse und Organisation
In einer zunehmend vernetzten Wirtschaft entstehen Risiken nicht nur durch externe Angriffe, sondern häufig auch durch unzureichend geregelte interne Abläufe. Gerade in Krisensituationen entscheidet die Qualität der internen Prozesse darüber, ob ein Unternehmen handlungsfähig bleiben kann.
- Notfallhandbuch: Klarheit im Ernstfall
- Personal und Arbeitsfähigkeit: Der kritische Erfolgsfaktor
- Kommunikation und Betriebssysteme: Informationsfähigkeit sichern
- Finanzen und Liquidität: Zahlungsfähigkeit sichern
- Lieferketten und Logistik: Abhängigkeiten reduzieren
- Produkte und Dienstleistungen: Kritische Leistungen absichern
- Technologie und Innovation: Schutz von Know-how
- Märkte und Kunden: Vertrauen sichern
Ein strukturierter Blick auf zentrale Prozessbereiche hilft, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu beheben.
Notfallhandbuch: Klarheit im Ernstfall
In kritischen Situationen bleibt keine Zeit für langwierige Abstimmungen. Ein Notfallhandbuch dient als zentrale Orientierung.
Wichtige Inhalte des Notfallhandbuchs (Auszug)
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Wichtige Kontakte (IT-Dienstleister, Banken, Schlüsselpersonen)
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Zugriffsinformationen (z. B. für Systeme – sicher hinterlegt!)
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Eskalationswege und Entscheidungsbefugnisse
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Checklisten für typische Krisenszenarien (Cyberangriff, Systemausfall, Stromausfall)
Praxis-Tipp:
Das Handbuch sollte regelmäßig aktualisiert und an einem Ort verfügbar sein, der auch bei IT-Ausfällen zugänglich ist (z. B. in Papierform oder auf einem separaten Datenträger). Eine gute Vorlage ist das Notfallhandbuch der IHK Darmstadt.
Das Handbuch sollte regelmäßig aktualisiert und an einem Ort verfügbar sein, der auch bei IT-Ausfällen zugänglich ist (z. B. in Papierform oder auf einem separaten Datenträger). Eine gute Vorlage ist das Notfallhandbuch der IHK Darmstadt.
Personal und Arbeitsfähigkeit: Der kritische Erfolgsfaktor
Mitarbeitende sind eine der wichtigsten Ressourcen – und zugleich ein zentraler Risikofaktor, wenn Strukturen fehlen.
Wichtige Handlungsfelder
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Vertretungsregelungen: Wer übernimmt bei Ausfall von Schlüsselpersonen?
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Cross-Training: Mehrere Mitarbeitende beherrschen kritische Prozesse
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Mindestbesetzung: Sicherstellung zentraler Funktionen auch in Krisenlagen
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Wer hat welche Fähigkeiten: Sprachen, erste Hilfe oder Brandschutz?
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Sensibilisierung: Umgang mit Bedrohungen (z. B. Phishing, Social Engineering)
Praxis-Tipp
Eine zentral zugängliche Übersicht der betrieblichen Regelungen und Fähigkeiten von Mitarbeitenden.
Eine zentral zugängliche Übersicht der betrieblichen Regelungen und Fähigkeiten von Mitarbeitenden.
Kommunikation und Betriebssysteme: Informationsfähigkeit sichern
In Krisensituationen ist funktionierende Kommunikation nach innen und außen entscheidend. Das Ziel ist, eine stabile Informations- und Entscheidungsfähigkeit unter allen Bedingungen zu gewährleisten.
Zentrale Fragen
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Welche redundanten Kommunikationswege stehen zur Verfügung, wenn Standard-Systeme ausfallen?
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Gibt es alternative Kanäle, wie beispielsweise private Mobiltelefone oder externe Plattformen? Wer hat den Zugriff?
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Sind die IT- und Kommunikationssysteme ausreichend abgesichert und redundant aufgebaut?
Konkrete Maßnahmen
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Einrichtung von Notfall-Kommunikationsketten
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Regelung, wer im Krisenfall intern und extern informiert
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Minimierung von Abhängigkeiten von einzelnen Systemen
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Gibt es Notfallszenarien?
Finanzen und Liquidität: Zahlungsfähigkeit sichern
Störungen in IT- oder Kommunikationssystemen können unmittelbar finanzielle Auswirkungen haben, weshalb die Liquidität auch im Krisenfall kurzfristig sichergestellt bleiben muss.
Typische Risiken
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Unterbrechung von Zahlungsprozessen
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Ausfall von Buchhaltungs- oder ERP-Systemen
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Zugriffseinschränkungen auf Bankkonten
Praxisnahe Maßnahmen
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Nutzung mehrerer Bankverbindungen
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Sicherung von Zugängen zu Zahlungssystemen
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Vorbereitung alternativer Zahlungsprozesse im Notfall
Lieferketten und Logistik: Abhängigkeiten reduzieren
Störungen bei Lieferanten oder Logistikdienstleistern wirken sich direkt auf den eigenen Betrieb aus. Das sollte Ziel sollte daher sein, eine höhere Robustheit gegenüber externen Störungen.
Zentrale Fragestellungen
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Wie transparent sind die eigenen Lieferketten?
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Gibt es (kurzfristig) alternative Bezugsquellen für kritische Rohstoffe oder Leistungen?
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Welche Abhängigkeiten bestehen von einzelnen Partnern?
Konkrete Ansätze
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Aufbau von Mehrlieferantenstrategien
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Regelmäßige Bewertung von Lieferantenrisiken
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enger Austausch mit wichtigen Partnern
Produkte und Dienstleistungen: Kritische Leistungen absichern
Nicht alle Leistungen sind gleich kritisch für den Geschäftsbetrieb. Daher sollte klar sein, welche Leistungen zwingend weiterlaufen müssen, um den Geschäftsbetrieb zu sichern.
Praxisansatz
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Identifikation systemrelevanter Produkte oder Dienstleistungen
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Priorisierung bei eingeschränkten Ressourcen
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Absicherung sensibler Produktions- oder Entwicklungsdaten
Technologie und Innovation: Schutz von Know-how
Technologische Entwicklungen und internes Wissen sind zentrale Wettbewerbsfaktoren – und zunehmend Ziel von Angriffen. Der dauerhafte Schutz von Know-how und Innovationsfähigkeit sollte eine hohe Priorität haben.
Risikobereiche
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Diebstahl von geistigem Eigentum
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unbefugter Zugriff auf Entwicklungsdaten
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Ausspähung von Innovationen
Maßnahmen
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Zugriffsbeschränkungen für sensible Daten
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Sicherung von Forschungs- und Entwicklungsbereichen
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Sensibilisierung von Mitarbeitenden im Umgang mit vertraulichen Informationen
Märkte und Kunden: Vertrauen sichern
Die externe Wahrnehmung und das Kundenverhalten werden oftmals negativ durch Sicherheitsvorfälle beeinflusst – transparente und schnelle Kommunikation wirkt dem entgegen.
Wichtige Aspekte
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Früherkennung von Reputationsrisiken, beispielsweise durch Gerüchte oder Desinformation
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Monitoring von Kundenreaktionen und Marktveränderungen
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klare Kommunikationsstrategie im Krisenfall