Nr. 13700

NIS2 Cyber-Governance verstehen, Verantwortung wahrnehmen, Umsetzung gestal-ten

Die digitale Risikolandschaft verändert sich grundlegend. Cyberangriffe, Abhängigkeiten von Dienstleistern und Sicherheitsrisiken in der Lieferkette können heute unmittelbar die Handlungsfähigkeit eines Unternehmens beeinträchtigen. Mit NIS2 werden Geschäftsleitungen stärker in die Verantwortung genommen. Sie müssen Risiken der Informationssicherheit verstehen, geeignete Maßnahmen unterstützen und deren Umsetzung überwachen.

Veranstaltungsdetails

Nutzen:

Die vierstündige IHK-Schulung vermittelt Geschäftsführungen und anderen Entscheidungsträgern die wesentlichen Grundlagen, Verantwortlichkeiten und Handlungsschritte rund um NIS2. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht abstrakte Rechtsvorgaben, sondern die Frage: Was bedeutet NIS2 konkret für die Unternehmensleitung und welche nächsten Schritte sind sinnvoll?

 

Transfer, Interaktion und Wissensüberprüfung

 

Zwischen den vier Modulen finden kurze Transfer- und Reflexionsphasen statt. Die Teilnehmenden überprüfen dabei:

  • Welche Inhalte betreffen das eigene Unternehmen?
  • Wo bestehen bereits belastbare Strukturen?
  • Welche Verantwortlichkeiten sind noch offen?
  • Welche Maßnahmen sollten zuerst angestoßen werden?
  • Welche Nachweise und Entscheidungsgrundlagen fehlen?

 

Kurze Wissensüberprüfungen und Praxisfragen unterstützen den Lerntransfer und helfen, die Inhalte auf die eigene Organisation zu übertragen.

Ihr Mehrwert

 

Nach der Schulung können die Teilnehmenden:

  • die Bedeutung von NIS2 für das eigene Unternehmen besser einschätzen,
  • die eigene Betroffenheit strukturiert weiterprüfen,
  • die wesentlichen Pflichten und Verantwortlichkeiten der Geschäftsleitung einordnen,
  • Risiken für Betrieb, Wertschöpfungskette und Dienstleister besser bewerten,
  • erste Maßnahmen zur Verbesserung der Cyberresilienz priorisieren,
  • Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege im Unternehmen klären,
  • einen pragmatischen ISMS- und Umsetzungsfahrplan entwickeln,
  • Anforderungen an Vorfallmeldung, Lieferkettensicherheit und Dokumentation nachvollziehen,
  • die Inhalte einer angemessenen Geschäftsleitungs- beziehungsweise Leitungsschulung im Sinne der NIS2- und BSIG-Anforderungen einordnen.

 

 

Inhalt:

Modul 1: Verantwortung der Geschäftsführung und Risikolandschaft

 

Warum NIS2? – Die neue Risikolandschaft

  • Aktuelle Cyberrisiken und ihre Bedeutung für Unternehmen
  • Warum Informationssicherheit eine Geschäftsführungsaufgabe ist
  • Einordnung der NIS2-Regulierung und ihrer Zielsetzung
  • Erste Orientierung zur eigenen NIS2-Betroffenheit

 

Die persönliche Verantwortung der Geschäftsführung

  • Rolle und Pflichten der Geschäftsleitung
  • Verantwortung für Risikomanagement und Sicherheitsmaßnahmen
  • Steuerung, Überwachung und Berichterstattung
  • Zusammenspiel von Geschäftsführung, IT, Datenschutz und weiteren Verantwortlichen

 

Risikoabsicherung – Bußgelder und Sanktionen richtig einordnen

  • Welche Aufsichts- und Durchsetzungsmechanismen bestehen?
  • Wie sind mögliche Haftungsfolgen und Sanktionen sachlich einzuordnen?
  • Warum strukturierte Verantwortlichkeiten und dokumentierte Entscheidungen wichtig sind

 

„Duty of Care“ – Sorgfaltspflicht als Steuerungsinstrument

  • Sorgfaltspflichten als Grundlage verantwortungsvoller Unternehmensführung
  • Risikobewusstsein als Teil strategischer Entscheidungen
  • Wie Geschäftsleitungen angemessene Sicherheitsmaßnahmen anstoßen und überwachen können

 

Jedes Modul enthält Elemente zur Reflexion, Interaktion und Wissensüberprüfung. Dadurch werden die Inhalte direkt auf die eigene Unternehmenssituation übertragen.

 

 

Modul 2: Die zehn Grundsätze digitaler Betriebssicherheit

Überblick: Die 10 Gebote der digitalen Betriebssicherheit

 

Die Teilnehmenden erhalten einen strukturierten Überblick über zentrale Schutzbereiche der digitalen Betriebsfähigkeit:

  • Risikoanalyse und Sicherheitsorganisation
  • Notfallvorsorge und Wiederanlauf
  • Schutz kritischer Systeme und Prozesse
  • Umgang mit Sicherheitsvorfällen
  • Sicherheitsmaßnahmen bei Entwicklung, Beschaffung und Betrieb
  • Schwachstellenmanagement
  • Zugriffs- und Berechtigungskonzepte
  • Backup, Wiederherstellung und Krisenmanagement
  • Lieferketten- und Dienstleisterrisiken
  • Schulung, Sensibilisierung und Cyberhygiene

 

Fundamentale Resilienz – Überleben im Ernstfall

  • Welche Fähigkeiten benötigt ein Unternehmen im Krisenfall?
  • Wie lassen sich kritische Geschäftsprozesse identifizieren?
  • Welche Bedeutung haben Notfallpläne, Backups und Wiederanlaufverfahren?

 

Schutz der Wertschöpfungskette

  • Abhängigkeiten von Lieferanten und Dienstleistern
  • Risiken durch externe IT-, Cloud- und Softwareanbieter
  • Grundsätze für eine angemessene Absicherung kritischer Beziehungen

 

Governance, Mensch und Daten

  • Informationssicherheit als Zusammenspiel von Organisation, Menschen und Technik
  • Verantwortungsbewusstsein und Sicherheitskultur
  • Schutz geschäftskritischer und personenbezogener Daten

 

Identität und Zugriff – Wer darf was?

  • Bedeutung von Rollen- und Berechtigungskonzepten
  • Prinzip der minimalen Rechtevergabe
  • Typische Risiken durch privilegierte Zugänge und veraltete Berechtigungen

 

 

Modul 3: Cyber-Governance, Vorfallmeldung und Nachweisbarkeit

 

Die drei Säulen der Cyber-Governance

  • Verantwortlichkeiten
  • Risikomanagement
  • Nachweisbarkeit und Überwachung

Die drei Bereiche bilden den organisatorischen Rahmen für eine

wirksame und dauerhaft steuerbare Informationssicherheit

 

Der Prozess der Vorfallmeldung nach NIS2

  • Was ist ein relevanter Sicherheitsvorfall?
  • Welche internen Melde- und Eskalationswege sollten vorbereitet sein?
  • Welche Rollen übernimmt die Geschäftsleitung im Vorfall?
  • Warum klare Prozesse und vorbereitete Kommunikationswege entscheidend sind

 

Aufbau eines ISMS-Light: Der PDCA-Zyklus

  • Plan: Risiken und Ziele bestimmen
  • Do: Maßnahmen und Verantwortlichkeiten umsetzen
  • Check: Wirksamkeit überprüfen
  • Act: Verbesserungen und Anpassungen vornehmen

 

Der PDCA-Zyklus wird als pragmatischer Ansatz vorgestellt, mit dem

auch mittelständische Unternehmen Informationssicherheit systematisch

weiterentwickeln können.

 

Nachweisbarkeit: Die Kunst der revisionssicheren Dokumentation

  • Welche Entscheidungen und Maßnahmen sollten dokumentiert werden?
  • Wie werden Zuständigkeiten, Prüfungen und Freigaben nachvollziehbar festgehalten?
  • Welche Bedeutung haben Nachweise für Geschäftsleitung, Aufsicht und interne Steuerung?

 

 

 

 

 

Modul 4: Lieferkette, Cyberhygiene und Schulungspflichten

Die Verantwortung endet nicht am Werkstor

  • Warum Sicherheitsrisiken nicht an den Grenzen des eigenen Unternehmens enden
  • Gemeinsame Verantwortung in vernetzten Geschäftsprozessen
  • Bedeutung von Dienstleistern, Partnern und ausgelagerten IT-Prozessen

 

Sicherheit der Lieferkette: Geteiltes Risiko, gemeinsame Verant-

wortung

  • Identifikation kritischer Lieferanten und Dienstleister
  • Sicherheitsanforderungen in Auswahl, Vertrag und Zusammenarbeit
  • Überwachung und Bewertung externer Risiken
  • Umgang mit Abhängigkeiten und Ausfallrisiken

 

Cyberhygiene und Schulungspflichten: Die menschliche Firewall

stärken

  • Sicherheitsbewusstsein als Bestandteil der Unternehmenssicherheit
  • Typische Risiken durch Phishing, Social Engineering und Fehlbedienung
  • Aufgaben der Geschäftsleitung bei Schulung und Sensibilisierung
  • Entwicklung einer nachhaltigen Sicherheitskultur

Termine, Veranstaltungsorte und Referenten

Weitere Informationen

Die Schulung richtet sich insbesondere an:

  • Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer
  • Vorstände und Mitglieder der Geschäftsleitung
  • Prokuristinnen und Prokuristen
  • Inhaberinnen und Inhaber mittelständischer Unternehmen
  • Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Entscheidungs- oder Überwachungsverantwortung
  • Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger von Unternehmen, die ihre NIS2-Betroffenheit noch prüfen
  • Teilnehmerbescheinigung