NIS2 Cyber-Governance verstehen, Verantwortung wahrnehmen, Umsetzung gestalten
Veranstaltungsdetails
Nutzen:
Die vierstündige IHK-Schulung vermittelt Geschäftsführungen und anderen Entscheidungsträgern die wesentlichen Grundlagen, Verantwortlichkeiten und Handlungsschritte rund um NIS2. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht abstrakte Rechtsvorgaben, sondern die Frage: Was bedeutet NIS2 konkret für die Unternehmensleitung und welche nächsten Schritte sind sinnvoll?
Transfer, Interaktion und Wissensüberprüfung
Zwischen den vier Modulen finden kurze Transfer- und Reflexionsphasen statt. Die Teilnehmenden überprüfen dabei:
- Welche Inhalte betreffen das eigene Unternehmen?
- Wo bestehen bereits belastbare Strukturen?
- Welche Verantwortlichkeiten sind noch offen?
- Welche Maßnahmen sollten zuerst angestoßen werden?
- Welche Nachweise und Entscheidungsgrundlagen fehlen?
Kurze Wissensüberprüfungen und Praxisfragen unterstützen den Lerntransfer und helfen, die Inhalte auf die eigene Organisation zu übertragen.
Ihr Mehrwert
Nach der Schulung können die Teilnehmenden:
- die Bedeutung von NIS2 für das eigene Unternehmen besser einschätzen,
- die eigene Betroffenheit strukturiert weiterprüfen,
- die wesentlichen Pflichten und Verantwortlichkeiten der Geschäftsleitung einordnen,
- Risiken für Betrieb, Wertschöpfungskette und Dienstleister besser bewerten,
- erste Maßnahmen zur Verbesserung der Cyberresilienz priorisieren,
- Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege im Unternehmen klären,
- einen pragmatischen ISMS- und Umsetzungsfahrplan entwickeln,
- Anforderungen an Vorfallmeldung, Lieferkettensicherheit und Dokumentation nachvollziehen,
- die Inhalte einer angemessenen Geschäftsleitungs- beziehungsweise Leitungsschulung im Sinne der NIS2- und BSIG-Anforderungen einordnen.
Inhalt:
Modul 1: Verantwortung der Geschäftsführung und Risikolandschaft
Warum NIS2? – Die neue Risikolandschaft
- Aktuelle Cyberrisiken und ihre Bedeutung für Unternehmen
- Warum Informationssicherheit eine Geschäftsführungsaufgabe ist
- Einordnung der NIS2-Regulierung und ihrer Zielsetzung
- Erste Orientierung zur eigenen NIS2-Betroffenheit
Die persönliche Verantwortung der Geschäftsführung
- Rolle und Pflichten der Geschäftsleitung
- Verantwortung für Risikomanagement und Sicherheitsmaßnahmen
- Steuerung, Überwachung und Berichterstattung
- Zusammenspiel von Geschäftsführung, IT, Datenschutz und weiteren Verantwortlichen
Risikoabsicherung – Bußgelder und Sanktionen richtig einordnen
- Welche Aufsichts- und Durchsetzungsmechanismen bestehen?
- Wie sind mögliche Haftungsfolgen und Sanktionen sachlich einzuordnen?
- Warum strukturierte Verantwortlichkeiten und dokumentierte Entscheidungen wichtig sind
„Duty of Care“ – Sorgfaltspflicht als Steuerungsinstrument
- Sorgfaltspflichten als Grundlage verantwortungsvoller Unternehmensführung
- Risikobewusstsein als Teil strategischer Entscheidungen
- Wie Geschäftsleitungen angemessene Sicherheitsmaßnahmen anstoßen und überwachen können
Jedes Modul enthält Elemente zur Reflexion, Interaktion und Wissensüberprüfung. Dadurch werden die Inhalte direkt auf die eigene Unternehmenssituation übertragen.
Modul 2: Die zehn Grundsätze digitaler Betriebssicherheit
Überblick: Die 10 Gebote der digitalen Betriebssicherheit
Die Teilnehmenden erhalten einen strukturierten Überblick über zentrale Schutzbereiche der digitalen Betriebsfähigkeit:
- Risikoanalyse und Sicherheitsorganisation
- Notfallvorsorge und Wiederanlauf
- Schutz kritischer Systeme und Prozesse
- Umgang mit Sicherheitsvorfällen
- Sicherheitsmaßnahmen bei Entwicklung, Beschaffung und Betrieb
- Schwachstellenmanagement
- Zugriffs- und Berechtigungskonzepte
- Backup, Wiederherstellung und Krisenmanagement
- Lieferketten- und Dienstleisterrisiken
- Schulung, Sensibilisierung und Cyberhygiene
Fundamentale Resilienz – Überleben im Ernstfall
- Welche Fähigkeiten benötigt ein Unternehmen im Krisenfall?
- Wie lassen sich kritische Geschäftsprozesse identifizieren?
- Welche Bedeutung haben Notfallpläne, Backups und Wiederanlaufverfahren?
Schutz der Wertschöpfungskette
- Abhängigkeiten von Lieferanten und Dienstleistern
- Risiken durch externe IT-, Cloud- und Softwareanbieter
- Grundsätze für eine angemessene Absicherung kritischer Beziehungen
Governance, Mensch und Daten
- Informationssicherheit als Zusammenspiel von Organisation, Menschen und Technik
- Verantwortungsbewusstsein und Sicherheitskultur
- Schutz geschäftskritischer und personenbezogener Daten
Identität und Zugriff – Wer darf was?
- Bedeutung von Rollen- und Berechtigungskonzepten
- Prinzip der minimalen Rechtevergabe
- Typische Risiken durch privilegierte Zugänge und veraltete Berechtigungen
Modul 3: Cyber-Governance, Vorfallmeldung und Nachweisbarkeit
Die drei Säulen der Cyber-Governance
- Verantwortlichkeiten
- Risikomanagement
- Nachweisbarkeit und Überwachung
Die drei Bereiche bilden den organisatorischen Rahmen für eine
wirksame und dauerhaft steuerbare Informationssicherheit
Der Prozess der Vorfallmeldung nach NIS2
- Was ist ein relevanter Sicherheitsvorfall?
- Welche internen Melde- und Eskalationswege sollten vorbereitet sein?
- Welche Rollen übernimmt die Geschäftsleitung im Vorfall?
- Warum klare Prozesse und vorbereitete Kommunikationswege entscheidend sind
Aufbau eines ISMS-Light: Der PDCA-Zyklus
- Plan: Risiken und Ziele bestimmen
- Do: Maßnahmen und Verantwortlichkeiten umsetzen
- Check: Wirksamkeit überprüfen
- Act: Verbesserungen und Anpassungen vornehmen
Der PDCA-Zyklus wird als pragmatischer Ansatz vorgestellt, mit dem
auch mittelständische Unternehmen Informationssicherheit systematisch
weiterentwickeln können.
Nachweisbarkeit: Die Kunst der revisionssicheren Dokumentation
- Welche Entscheidungen und Maßnahmen sollten dokumentiert werden?
- Wie werden Zuständigkeiten, Prüfungen und Freigaben nachvollziehbar festgehalten?
- Welche Bedeutung haben Nachweise für Geschäftsleitung, Aufsicht und interne Steuerung?
Modul 4: Lieferkette, Cyberhygiene und Schulungspflichten
Die Verantwortung endet nicht am Werkstor
- Warum Sicherheitsrisiken nicht an den Grenzen des eigenen Unternehmens enden
- Gemeinsame Verantwortung in vernetzten Geschäftsprozessen
- Bedeutung von Dienstleistern, Partnern und ausgelagerten IT-Prozessen
Sicherheit der Lieferkette: Geteiltes Risiko, gemeinsame Verant-
wortung
- Identifikation kritischer Lieferanten und Dienstleister
- Sicherheitsanforderungen in Auswahl, Vertrag und Zusammenarbeit
- Überwachung und Bewertung externer Risiken
- Umgang mit Abhängigkeiten und Ausfallrisiken
Cyberhygiene und Schulungspflichten: Die menschliche Firewall
stärken
- Sicherheitsbewusstsein als Bestandteil der Unternehmenssicherheit
- Typische Risiken durch Phishing, Social Engineering und Fehlbedienung
- Aufgaben der Geschäftsleitung bei Schulung und Sensibilisierung
- Entwicklung einer nachhaltigen Sicherheitskultur
