PM 16 | 05.02.2021

Passanten geben der Einkaufsstadt Freiberg wieder gute Noten

Die Coronapandemie und der damit verbundene Lockdown des Einzelhandels trifft die Innenstädte schwer. Vor diesem Hintergrund analysiert die neueste Untersuchung „Vitale Innenstädte“, für die im vergangenen Herbst rund 58.000 Passanten in 107 deutschen Innenstädten interviewt wurden, die Attraktivitätsmerkmale deutscher Stadtzentren.
Auch in Freiberg wurden, wie im Jahr 2018, wieder Interviews geführt. Insgesamt beteiligten sich an einem Donnerstag und einem Samstag im September knapp 400 Passanten an der Befragung. 
Der klassische Einkaufsbummel ist weiterhin das Hauptmotiv für den Besuch von Innenstädten, auch in Freiberg. Dies gaben 65% der befragten Passanten in Freiberg und auch in den anderen vergleichbar großen Städten an. Dies sind mehr als im Jahr 2018, als 57% der befragten Passanten das Einkaufen als den Hauptgrund zum Besuch der Freiberger Innenstadt nannten. 
Auch das gastronomische Angebot und das kulturelle Flair der Stadt locken verhältnismäßig viele Passanten nach Freiberg. Damit unterscheidet sich Freiberg von anderen Städten. Knapp 55% der befragten Passanten gaben an, wegen der Gastronomie nach Freiberg zu kommen. In anderen vergleichbar großen Städten waren es nur 29%. 
Der Gesamteindruck stimmt und hat sich im Vergleich zu 2018 sogar verbessert: Die Befragten bewerteten die Freiberger Innenstadt 2020 nun mit der Note 2,1 und 2018 mit der Note 2,3.
„Bei einer Durchschnittsnote von 2,5 wird Freiberg attraktiver eingeschätzt als vergleichbar große Städte. Dies sagten vor allem Passanten, die durchschnittlich 50 Jahre alt sind, in Freiberg wohnen und mit dem PKW in die Innenstadt kommen“, informiert Dr. Cindy Krause von der Regionalkammer Mittelsachsen, die seitens der IHK Chemnitz als Partner die Befragung vor Ort begleitete.
Während 2018 knapp 40% der Passanten aus dem Umland kamen, sind es 2020 vor allem die Freiberger (78,8%) selbst, die ihre Innenstadt zum Einkaufen und Bummeln nutzen. Allerdings ist der Einzugsbereich größer geworden und im Vergleich zu 2018 kommen 2020 aus mehr Umlandgemeinden Personen zum Einkaufen nach Freiberg. 
Die Ergebnisse der Passantenbefragung machen weiter deutlich, dass 
  • mehr als 83% der befragten Personen die Freiberger Innenstadt Freunden und Bekannten weiterempfehlen würden.
  • ein Drittel der Befragten und damit die Mehrheit drei bis fünf Geschäfte bei ihrem Aufenthalt besuchen, das sind 10% mehr Personen als 2018.
  • für knapp 96% der Befragten die Freiberger Innenstadt ein Ort zum Wohlfühlen und Leute treffen ist.
  • knapp 37% (und damit die Mehrheit) der Befragten Google nutzen, um sich über Freiberg zu informieren.
Auch wenn Freiberg attraktiv zum Einkaufen ist und von seiner Bevölkerung wertgeschätzt wird, muss festgestellt werden, dass die Corona-Krise das Einkaufsverhalten verändert: So gaben knapp 41% der Befragten an, dass sie verstärkt auf großen Onlinemarktplätzen einkaufen. Das sind auch mehr, als es im Ortsgrößendurchschnitt üblich ist (30,1%). Auf der anderen Seite ist auch positiv zu bewerten, dass fast 60% bewusst die Freiberger Innenstadt und vor Ort einkaufen, um die lokalen Anbieter zu stärken. 
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Einzelhandel und die Gastronomie einen wesentlichen Beitrag für eine attraktive Innenstadt leisten. Dies sind gerade die Branchen, die durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus mit am meisten betroffen sind und nun ums Überleben kämpfen. Vor dem Hintergrund fordert die IHK Chemnitz im Stufenplan zum Wiederhochfahren der Wirtschaft (PDF-Datei · 131 KB) das sofortige Ermöglichen von Click & Collect und das möglichst rasche Öffnen aller Ladengeschäfte, die über entsprechende Hygiene- und Einlasskonzepte verfügen. 
„Die Ergebnisse der Studie lassen sich zweifellos auf die meisten Innenstädte - egal welcher Größe - des Kammerbezirks der IHK Chemnitz übertragen. Durch Corona und das Wegbrechen von Gastronomie, Einzelhandel und personenbezogenen Dienstleistungen ist das Leben in den Innenstädten zum Erliegen gekommen ist.
Der Fokus muss jetzt darauf liegen, dass die Unternehmen den Kampf ums Überleben gewinnen. Dafür ist die schnelle und unbürokratische finanzielle Unterstützung durch November-/Dezemberhilfen bzw. die Überbrückungshilfe III Grundvoraussetzung. Zudem sind schon jetzt Konzepte gefragt, die die Leute zukünftig wieder in die Städte locken. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie muss das Augenmerk auf der Unterstützung und Entwicklung der Innenstädte und damit einhergehend der Gewerbetreibenden vor Ort liegen“, ergänzt Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz.

Ansprechpartnerin IHK:
Dr. Cindy Krause
Geschäftsführerin Regionalkammer Mittelsachsen
Tel. 03731 79865-5100