Das Innovationscluster Circular Saxony

Die Kreislaufwirtschaft ist ein entscheidender Hebel für Ressourcenschonung, Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit im Freistaat Sachsen. Genau hier setzt Circular Saxony an: Das Ziel ist es, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentliche Akteure zu vernetzen, um gemeinsam nachhaltige Wertschöpfungsketten zu gestalten.
Das Cluster vereint Akteure aus Schlüsselbranchen wie Maschinen- und Anlagenbau, Automobilindustrie, Chemie, Textil und Recycling. Durch diese Vielfalt entstehen Synergien, die weit über einzelne Projekte und Produkte hinausreichen. Es werden Materialien effizienter genutzt, Abfälle als Rohstoffe begriffen und digitale Technologien, wie der digitale Produktpass für die Kreislaufwirtschaft entwickelt.


Beispiele aus der Praxis:

Digitale Materialpässe für die Industrie: Gemeinsam mit Partnern aus dem Maschinenbau und der IT-Branche entwickeln Clustermitglieder Lösungen, um die Herkunft, Zusammensetzung und Wiederverwertbarkeit von Materialien transparent zu machen. Diese digitalen Pässe sind ein Schlüssel für geschlossene Stoffkreisläufe und erleichtern die Rückführung von Komponenten in die Produktion.

Textilkreisläufe für Arbeitsschutzkleidung: Das Cluster unterstützt Projekte, die gebrauchte Textilien in neue Produkte überführen. Durch innovative Sortier- und Aufbereitungstechnologien können Fasern wiederverwendet werden, anstatt in der Verbrennung zu enden. Dies eröffnet neue Geschäftsmodelle für die regionale Textilwirtschaft.

Das beispielhafte Projekt Digma-DT verfolgt das Ziel, die Kreislaufwirtschaft in der Alt-Fahrzeugverwertung durch digitale Technologien entscheidend voranzubringen. Kern des Ansatzes ist die Nutzung von digitalen Zwillingen, die jeden Arbeitsschritt der Demontage transparent machen. Dabei werden nicht nur die CO₂-Emissionen pro Prozessschritt erfasst, sondern auch Lagerbestände und Materialflüsse abgebildet. Auf dieser Basis entsteht ein Prognosemodell, das die Wiederverwendung von Komponenten beschleunigt und die Lagerhaltung optimiert.
Durch die detaillierte Analyse der Umweltwirkungen können Verwerter künftig als Lieferanten gebrauchter Teile und Materialien agieren und so neue Geschäftsmodelle erschließen. Gleichzeitig erfüllt das System wichtige Anforderungen an Nachhaltigkeitsberichte und regulatorische Vorgaben wie die CSRD. Das Projekt zeigt, wie datenbasierte Transparenz die Ressourceneffizienz steigert, CO₂ reduziert und die Kreislaufführung stärkt. Ziel ist es, die entwickelten Methoden auf weitere Betriebe zu übertragen und damit die Fahrzeugverwertung insgesamt nachhaltiger und wirtschaftlicher zu gestalten.
Mit diesen und vielen weiteren Projekten zeigt das Innovationscluster Circular Saxony, wie Kreislaufwirtschaft praktisch funktioniert. Gemeinsam wird eine Zukunft gestaltet, in der Wirtschaft und Umwelt im gesellschaftlichen Einklang stehen.
Quelle: Auszug aus einem Impulsvortrag von Clusterkoordinatorin Susanne Kroll im Industrie- und Innovationsausschuss der IHK Chemnitz sowie Ergänzungen aus den Erfolgsgeschichten von Circular Saxony