Bremer Berufsqualifizierung (BQ) - erstes Ausbildungsjahr in schulischer Verantwortung

Bremer Berufsqualifizierung - ein Weg in duale Ausbildung
Die Bremer Berufsqualifizierung (BQ) ist ein Ausbildungsangebot im Rahmen der Ausbildungsgarantie des Bremer Senats mit dem Ziel, den Übergang in eine Berufsausbildung möglichst ohne den Umweg über das schulische Übergangssystem zu gestalten.
BQ-Konzept
Die BQ ist ein Angebot der Schulform Berufsfachschule und ersetzt das erste Ausbildungsjahr im Betrieb. Die Teilnehmenden absolvieren dieses Ausbildungsjahr in schulischer Verantwortung an den Berufsbildenden Schulen. Während dieser Zeit lernen die Jugendlichen in der Schule sowie während der Praxisphasen im Betrieb. Die Lehr- und Lerninhalte entsprechen denen des ersten Ausbildungsjahres in der dualen Berufsausbildung.
Im Idealfall wird bereits während der BQ – spätestens nach dem Abschluss des ersten Ausbildungsjahres – ein dualer Ausbildungsvertrag abgeschlossen und die Teilnehmenden wechseln zur Fortführung ihrer Ausbildung in einen Betrieb.
Die Ausbildung erfolgt in Berufen nach dem Berufsbildungsgesetz oder nach der Handwerksordnung. Die entsprechenden Ordnungsmittel werden angewendet und umgesetzt.
Den Teilnehmenden stehen neben den Lehrkräften der Berufsschule auch eine Sozialpädagogin/ ein Sozialpädagoge zur Betreuung und Unterstützung zur Verfügung. Diese berät ebenso die Unternehmen bei Fragen oder Schwierigkeiten.
Zielgruppe
In die Bremer Berufsqualifizierung werden Jugendliche mit Hauptwohnsitz in Bremen aufgenommen, die sich für einen Ausbildungsberuf entschieden haben, noch schulpflichtig sind und sich bisher erfolglos um einen Ausbildungsplatz im jeweiligen Berufsfeld beworben haben. Junge Erwachsene bis zum 25. Lebensjahr können sich ebenfalls bewerben, denn die freien Plätze können auch mit nicht mehr schulpflichtigen Bewerberinnen und Bewerbern besetzt werden. Die Teilnehmenden sind statusrechtlich Schülerinnen und Schüler. Sie erhalten keine Ausbildungsvergütung.
Bewerbung und Aufnahmeverfahren
Für die Bremer Berufsqualifizierung schließen Siezunächst eine Vereinbarung mit der für Sie zuständigen Schule ab. Sie erhalten während der Berufsqualifizierung eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 150 Euro. Die wöchentliche Ausbildungszeit orientiert sich am dualen Ausbildungsberuf, wobei betriebliche Lernphasen auch während der Ferien stattfinden. Sie absolvieren, wie in einer betrieblichen Ausbildung, ein Probehalbjahr. Ihre Urlaubstage werden Sie grundsätzlich in den Unterrichtsfreien Zeiten (Schulferien) nehmen. 
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bewerben sich nach einer Beratung und auf Empfehlung der Jugendberufsagentur bei der jeweils zuständigen Berufsbildenden Schule und reichen dort die üblichen Bewerbungsunterlagen ein. In der Schule findet ein Auswahlverfahren unter Beteiligung einer Betriebsvertreterin/eines Betriebsvertreters mit dem Ziel statt, die geeigneten Bewerberinnen und Bewerber für den jeweiligen Beruf auszuwählen. Die Schule teilt den Bewerberinnen und Bewerbern die Entscheidung mit. Am ersten Schultag werden die Teilnehmenden von der Schule aufgenommen.
Organisation
Die Bremer Berufsqualifizierung dauert ein Jahr. Davon gilt das erste Halbjahr als Probezeit. Die wöchentliche Ausbildungszeit orientiert sich am dualen Ausbildungsberuf. Die Urlaubstage sind grundsätzlich in den unterrichtsfreien Zeiten zu nehmen.
Die Teilnehmenden besuchen zusammen mit allen anderen Auszubildenden des jeweiligen Berufs die zuständige Berufsschule.
Der betriebliche Teil der Berufsausbildung beginnt in der Regel mit einem mehrwöchigen Unterrichtsblock an der jeweiligen Schule. Anschließend werden unterschiedliche betriebliche und schulische Lernphasen durchlaufen.
Die Schule schließt eine Vereinbarung mit jedem Teilnehmenden zur Regelung von Aufgaben und Pflichten ab. Mit den Praktikumsbetrieben regelt die Schule in einer Kooperationsvereinbarung die Zusammenarbeit im Rahmen der Bremer Berufsqualifizierung.
Teilnehmende Schulen und Berufe
Die BQ wird in den folgenden Berufen und an folgenden Standorten durchgeführt:
In Bremen
  • Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik
  • Elektroniker/in
  • Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel
  • Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement
  • Industriemechaniker/in und Feinwerkmechaniker/in
In Bremerhaven
  • Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel
  • Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement
  • Fachkraft für Lagerlogistik
Teilnehmende Betriebe
Die BQ bildet das erste Ausbildungsjahr in schulischer Verantwortung ab. Damit die BQ das erste Ausbildungsjahr ersetzen kann, sind Praxisphasen im Betrieb notwendig. Als Praktikumsbetriebe kommen anerkannte Ausbildungsbetriebe im jeweiligen Beruf in Frage, damit die Teilnehmenden dort ihre Ausbildung dann auch im zweiten Ausbildungsjahr fortsetzen können. Interessierte Betriebe sollten sich an die jeweils teilnehmende Schule wenden, um mit der Schule eine Kooperationsvereinbarung über die Zusammenarbeit im Rahmen der BQ zu schließen.
Bei Fragen zur BQ wenden Sie sich an die Ausbildungsberater der Handelskammer.