Carnet ATA Verfahren in Zeiten der Corona-Krise

DIHK und andere bürgende Verbände an die Internationale Handelskammer (ICC Paris) gewandt und darum gebeten, auf internationaler Ebene aktiv zu werden.

Die ICC hat die Entwicklungen im Zusammenhang mit der sehr herausfordernden COVID-19-Pandemie und ihre potenziellen Auswirkungen auf Carnet-Inhaber, KMU und die Wirtschaft im weiteren Sinne genau verfolgt.
Mit einem Schreiben vom ICC-Generalsekretär John Denton wurde an den General-sekretariat der Weltzollorganisation (WZO), Kunio Mikuriya geschickt, in dem er die aufgetretenen Probleme beschreibt und daran appelliert, dass kurze Verzögerungen bei der Wiederausfuhr, die auf den Ausbruch von COVID-19 zurückzuführen sind, keine negativen Auswirkungen auf bürgende Verbände und Carnet-Inhaber haben sollten.
Auf der Grundlage des Appells der ICC sandte die WZO ein Schreiben an ihre Zoll-Mitglieder weltweit, in dem sie die Zollbehörden ermutigte, den Carnet-Inhabern und Vertretern der ATA ausreichende Einrichtungen zur Verfügung zu stellen, damit sie vorübergehend eingeführte Waren ohne unerwartete Zusatzkosten re-exportieren können, wenn die Verzögerungen bei der Wiederausfuhr auf Präventivmaßnahmen der Regierungen gegen die Verbreitung des COVID-19-Virus zurückzuführen sind.
Obwohl die WZO eine allgemeine Empfehlung ausgesprochen hat, werden Entscheidungen im Zusammenhang mit Carnet ATA-Anträgen letztendlich auf der Ebene der nationalen Zollbehörden getroffen. Die nationalen Zollorgani-sationen werden gebeten, sich unverzüglich mit Ihren Zollbehörden in Ver-bindung zu setzen, um zu erfahren, wie ihr Zoll mit diesen Problemen umgehen möchte, und dann dem Sekretariat Bericht zu erstatten.
 Weitere Hinweise hat die ICC aufihrer Homepage eingerichtet, die spezielle Informa-tionen enthält, die von den nationalen Zollorganisationen im Zusammenhang mit der Handhabung von Carnet ATA-Operationen während des problematischen Ausbruchs von COVID-19 gesammelt wurden. 
Bitte beachten Sie, dass, aufgrund der COVID-19-Pandemie Waren nicht rechtzeitig re-exportiert werden können, diese Vorfälle von Fall zu Fall analysiert werden müssen. Die endgültige Entscheidung über eine Regulierung kann nur von den Zollbehörden getroffen werden, die eine vorübergehende Zulassung gewährt haben. Falls die Verspätung nicht einwandfrei reguliert wurde, sollten im eigenen Interesse so viele Unterlagen wie möglich einsammeln (z.B. Ersatz-Carnet, alternative Nachweise für die Wiederausfuhr, Sperrvermerke der Regierung, Stornierungen/Umbuchungen von Flugtickets, Verlängerung der Hotelreservierung usw.), um zukünftige Schadensfälle zu unterstützen.