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Nr. 6995432
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Wer ist eigentlich Niklas Krüger?

Mit dem Jahreswechsel hat Niklas Krüger eine Schlüsselrolle in der regionalen Transformationslandschaft übernommen: Als Geschäftsführer der Regionalen EnergieAgentur e. V. (REA) verantwortet er nun die strategische Ausrichtung eines Netzwerks, das Energie-, Ressourcen- und Klimathemen in Braunschweig und darüber hinaus bündelt. Für den gebürtigen Leverkusener, der seit mehr als zehn Jahren in der Region lebt, ist es kein Neuanfang, sondern eine konsequente Weiterentwicklung: Zuvor war er dort bereits als Projektmanager tätig. Seine akademische und berufliche Laufbahn kreist seit jeher um die Frage, wie ökologische Systeme verstanden – und wie gesellschaftliche Veränderungsprozesse auf dieser Grundlage verantwortungsvoll gestaltet werden können.

Akademische Bandbreite schafft Wissen

An der TU Braunschweig studierte er Umweltnaturwissenschaften. Der Studiengang verbindet Disziplinen wie Klimatologie, Geochemie und Bodenkunde zu einem systemischen Verständnis des Erdsystems. Energiefragen spielen darin zwangsläufig eine zentrale Rolle: Sie betreffen atmosphärische Prozesse ebenso wie Stoffkreisläufe, Ressourcennutzung und landwirtschaftliche Produktionsbedingungen. Aus dieser Zeit habe er vor allem eines mitgenommen: „Die Komplexität des Systems und die Abhängigkeiten der gegenseitigen Wechselwirkungen sind wirklich enorm und werden meistens unterschätzt.“ Für Krüger entstand hier das Fundament seiner heutigen Arbeit – die Fähigkeit, Energie- und Klimathemen nicht isoliert technisch, sondern im Zusammenspiel ökologischer und ökonomischer Faktoren zu betrachten.
Internationale Stationen schärften diesen Blick. An der Lincoln University in Neuseeland vertiefte er sein Wissen in Umweltpolitik, beim Waikato Regional Council arbeitete er an Forschungsprojekten zur diffusen Stoffkontamination. Seine Abschlussarbeit führte ihn im Rahmen eines vom Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderten Programms an die Hebei Agricultural University nach China. Dort wurde ihm erneut deutlich, wie eng Umwelt-, Ressourcen- und Energiefragen mit gesellschaftlicher Entwicklung verknüpft sind – und wie unterschiedlich politische Systeme darauf reagieren.
Doch damit nicht genug: An der HAWK Hildesheim studierte er ergänzend Holzingenieurwesen mit Schwerpunkt auf ressourcenschonendem und zirkulärem Bauen. Hier rückte vor allem die praktische Umsetzung in den Fokus: Energieeffizienz von Gebäuden, Bauphysik, Materialwahl und technische Planung. Berufliche Stationen in der Wärmeschutzplanung und im technischen Projektmanagement einer Baugenossenschaft stärkten dieses Verständnis.

Nachhaltigkeit für die Region

Als REA-Geschäftsführer bündelt sich dieses Wissen nun in einer klaren strategischen Aufgabe. Der Verein versteht sich als zentraler Ansprechpartner für Zukunftsthemen rund um Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Klimaschutz in der Region Braunschweig. Niklas Krüger koordiniert dabei nicht nur Projekte, sondern strukturiert Austauschprozesse zwischen Kommunen, Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Verbänden. „Gerade diese Zusammenarbeit macht meine Arbeit besonders interessant“, sagt er. Dabei gehe es weniger um symbolische Positionierungen als um konkrete Kooperationen. Die REA initiiert gemeinsame Vorhaben, organisiert Veranstaltungen, vernetzt Fachakteure und macht Best-Practice-Beispiele sichtbar. Krüger möchte die unterschiedlichen Perspektiven produktiv zusammenzuführen – gerade in einer Zeit, in der Nachhaltigkeit gesellschaftlich kontrovers diskutiert wird. Für ihn steht im Mittelpunkt, die Debatte zu versachlichen und auf langfristige Stabilität auszurichten. „Nachhaltigkeit bedeutet für mich vor allem eines: vorausschauendes Risikomanagement über den kurzfristigen Zeithorizont hinaus.“
Die Region Braunschweig begreift er als eng verflochtenen Wirtschafts- und Wissenschaftsraum. Entwicklungen etwa im Automotive-Sektor beeinflussen Zulieferer, kommunale Haushalte und private Einkommen gleichermaßen. Gleichzeitig existiert eine vielfältige Projektlandschaft in Kooperation mit Forschungseinrichtungen – ein Umfeld, das ideale Voraussetzungen für Innovationen im Energiebereich bietet. „Veränderungen und Investitionen brauchen Zeit. Deshalb müssen wir genau jetzt unsere eigene Veränderungskompetenz stärken.“
2/2026