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Wer ist eigentlich Marcus Rauch?
Marcus Rauch ist gebürtiger Berliner, doch seine berufliche und private Heimat hat er längst in Braunschweig gefunden. Seit acht Jahren lebt er hier, ist inzwischen verheiratet und Mitgründer sowie Geschäftsführer der LBR Manufacturing GmbH – eines Start-ups, das angetreten ist, industrielle Produktion grundlegend effizienter zu gestalten. Im Zentrum seiner Arbeit steht eine eigens entwickelte Maschine, die mithilfe einer durchdachten Kombination aus Software- und Hardwaretechnologie ein zentrales Verfahren des deutschen Maschinenbaus weiterdenkt: das Fräsen. Ziel ist es, diesen Prozess hochautomatisiert, platzsparend und vor allem kostengünstiger umzusetzen, ohne Abstriche bei Präzision und Qualität zu machen. Damit adressiert das Unternehmen ein Kernproblem in der Industrie.
Maschinen faszinierten ihn schon immer
Für sein Maschinenbaustudium zog es ihn in die Löwenstadt. An der TU fand er schnell den Zugang zur praktischen Arbeit, insbesondere über das studentische Lions Racing-Rennteam. Rund 60 Studierende entwickelten dort gemeinsam und innerhalb eines Jahres einen elektrisch angetriebenen, autonom fahrenden Rennwagen für den internationalen Wettbewerb. Ab dem zweiten Jahr übernahm Rauch die Rolle des CEOs. In dieser Zeit lernte er auch seine heutigen Mitgründer Jan-Rickmer und Enno kennen – mit klar verteilten Rollen, die bis heute Bestand haben: Hardware, Elektrotechnik und Software sowie Management. „Große Maschinen, automatisierte Fabriken und Robotik faszinierten mich schon immer. Aber auch das Thema Unternehmertum ließ mich nie los“, so der Geschäftsführer.
Nach dem Bachelorabschluss sammelte Marcus Rauch erste Industrieerfahrung im Produktmanagement bei VW Nutzfahrzeuge. Die Arbeit im Konzernumfeld unterschied sich deutlich von der Dynamik kleiner Teams, vermittelte ihm jedoch ein tiefes Verständnis für Prozesse, Strukturen und die Anforderungen multinationaler Organisationen. Der Wunsch, eine eigene Firma zu gründen, blieb dennoch bestehen. Gemeinsam mit seinen beiden Weggefährten entschied er sich für einen Master im Wirtschaftsingenieurwesen und den Aufbau des heutigen Start-ups. Die Geschäftsidee entstand aus eigener Erfahrung: Hochpräzise Bauteile sind in Deutschland oft nur mit hohem Zeit- und Kostenaufwand verfügbar. Als keine klassische universitäre Ausgründung waren die Gründer früh gezwungen, direkt auf den Markt zuzugehen und die tatsächlichen Probleme potenzieller Kunden zu verstehen.
Erster Prototyp überzeugt
Dieser Ansatz überzeugte auch den Braunschweiger Unternehmer Eduard Bauer, der das Team früh unterstützte. Mit seiner Hilfe entstand der erste Prototyp der Maschine, der auf der Hannover Messe am Gemeinschaftsstand des Landes Niedersachsen präsentiert wurde. Die Resonanz übertraf die Erwartungen deutlich und führte zu ersten Kundenkontakten sowie Gesprächen mit Investoren. Daraus entwickelte sich schließlich eine Seed-Finanzierung durch die NBank Capital. „Parallel dazu wurden wir von der Stadt über den Start-up-Inkubator W.IN unterstützt“, erinnert sich Rauch. Ein besonderer Erfolg war auch der Gewinn des Braunschweiger und später auch des Niedersächsischen Gründungspreises. Inzwischen hat die LBR Manufacturing GmbH starke regionale und internationale Partnerschaften aufgebaut und erstmals Mitarbeitende außerhalb des Gründungsteams eingestellt. In diesem Jahr gehen Maschine und Software zu den ersten Pilotkunden; erste Bauteile für Kunden wurden jedoch bereits 2025 produziert. „Mein persönliches Highlight war, als wir die erste, selbst designte und gebaute Maschine auf der Hannover Messe der Öffentlichkeit präsentieren durften. Es ist schon ein besonderer Moment, wenn aus den eigenen Ideen Realität wird“, lächelt er sichtlich stolz.
Gründungsskepsis ablegen
Als Gründer ist es Marcus Rauch wichtig, etwas aufzubauen, das reale Probleme löst und langfristig Bestand hat. Zwar gilt Maschinenbau im Start-up-Umfeld oft als risikoreich, doch gerade darin sieht er einen Denkfehler. Physische Maschinen seien die Grundlage industrieller Wertschöpfung und damit ein zentraler Pfeiler des Wohlstands. Die Zielsetzung ist daher entsprechend ambitioniert: die Zukunft des deutschen Maschinenbaus aktiv mitgestalten – leistungsfähig, präzise und qualitativ hochwertig, aber zugleich zugänglicher und effizienter.
Den Wandel in der Region nimmt er deutlich wahr. Wo früher wenige große Arbeitgeber den Weg vorgaben, entsteht heute Raum für Neues. Mit jungen Talenten, starken Bestandsunternehmen und wachsender Kooperationsbereitschaft sieht Marcus Rauch gute Voraussetzungen für Innovation. „Ohne diese regionale Unterstützung, davon bin ich überzeugt, stünden wir heute nicht dort, wo wir uns derzeit befinden.“
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